Ski Mountaineering – eine Sportart wird olympisch

  16.05.2025 Sport

Der Panathlon-Club Berner Oberland lud seine Mitglieder am 29. April zu einem interessanten Vortrag ins Deltapark Vitalresort im Gwatt ein: Regula Meier vom Internationalen Verband für Ski Mountaineering (ISMF) informierte über ihre herausfordernde Tätigkeit als Präsidentin dieses internationalen Verbandes, der im kommenden Jahr erstmals an Olympischen Spielen teilnehmen und um Medaillen kämpfen wird.

Dies hat der 59-jährige Hippolyt Kempf längst hinter sich: 1988 in Calgary durfte er sich als Olympiasieger in der nordischen Kombination Gold umhängen lassen. Heute leitet er als Dr. rer. pol. die Abteilung Sport und Innovation an der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen. Und auch er ist Mitglied des Panathlon-Clubs Berner Oberland und aktuell für die monatlich stattfindenden Vorträge und Referate zuständig. Zusammen mit dem Präsidenten Armin Oehrli aus dem Saanenland hiess er die Referentin aus der Lenk im Kreise der Panathlon-Mitglieder herzlich willkommen. Diese rekrutieren sich aus rund 60 aktiven und ehemaligen Spitzensportlern, Funktionären, Trainern, Sportmedizinern und -journalisten – alles Menschen, die sich für ethikorientierte Werte eines fairen Sports einsetzen.

Erste Schweizerin, die einem internationalen olympischen Verband vorsteht
Grosse Aufmerksamkeit kam vergangenen Dienstag der Lenkerin Regula Meier zuteil, als sie den anwesenden Panathlon-Mitgliedern ihre Sportart und ihre persönliche Passion bestens vorbereitet näherbrachte: Seit 2021 steht sie dem Internationalen Verband des Skibergsteigens – zu Englisch Ski Mountaineering – vor. Damit ist sie bislang die einzige Schweizer Frau, die einem internationalen Verband vorsteht, der olympisch ist.

Und genau dies wird das Skibergsteigen ab den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina im kommenden Februar sein: «Olympisch sind wir seit 2016 – also hätten wir rein theoretisch an den Spielen von 2022 bereits dabei sein können. 2026 sind wir nun zum ersten Mal im Programm mit dabei», präzisierte die Präsidentin eingangs. Anschliessend schöpfte Regula Meier aus dem Vollen, was die extrem intensive Sportart, den internationalen Verband und die grossen Herausforderungen bis zu den olympischen Wettkämpfen, an denen ihr Verband in Bormio (am 19. Februar die Sprintrennen und am 21. Februar die gemischte Staffel) teilnehmen wird, betrifft: «Wir freuen uns sehr auf unser Olympiadebüt und hoffen auf einen erfolgreichen Auftakt – auch wenn der Aufwand dafür beträchtlich ist. Zugleich setzen wir alles daran, dass dieser erste Auftritt nicht der letzte bleibt. Mit den Organisatoren der Spiele 2030 in den französischen Alpen sowie 2034 in Salt Lake City stehen wir bereits im Austausch – in der Hoffnung, dass auch sie unseren Sport für das Programm vorschlagen werden.» Nach den packenden Ausführungen wünschte ihr der ehemalige Olympiasieger für dieses Unterfangen den nötigen Erfolg: «Ihr bewegt euch in einem pickelharten Business, seid aber auch eine hochattraktive Braut mit hoher Verhandlungskraft», so Hippolyt Kempf zu Regula Meier anerkennend.

Auch Housi Bigler war als ehemaliger Chef Breitensport bei Swiss-Ski von der Präsentation und dem Auftritt von Regula Meier und ihrer immensen Aufgabe beeindruckt: «Es ist alles andere als einfach, einen internationalen Verband dieser Art zu führen. Regula ist da ziemlich optimistisch. Ich bewundere ihren Enthusiasmus», drückt er der Lenkerin für alles Bevorstehende bereits heute die Daumen. Anfangs Wintersaison wird die «Simmental Zeitung» die neue olympische Sportart und ihre internationale Präsidentin aus der Lenk näher vorstellen.

«SIMMENTAL ZEITUNG»/LUZIA WYSSEN


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