Spatenstich beim Le Grand Bellevue Gstaad ausgeführt
16.03.2026 WirtschaftAm Sonntag ist beim Le Grand Bellevue in Gstaad der Spatenstich für die geplante Erweiterung des Hotels erfolgt. Geplant sind zwei neue Chalets mit zusätzlichen Suiten, Gastronomie und einem holistischen Gesundheitskonzept. Dass der Anlass an einem Sonntag stattfand, hatte einen ...
Am Sonntag ist beim Le Grand Bellevue in Gstaad der Spatenstich für die geplante Erweiterung des Hotels erfolgt. Geplant sind zwei neue Chalets mit zusätzlichen Suiten, Gastronomie und einem holistischen Gesundheitskonzept. Dass der Anlass an einem Sonntag stattfand, hatte einen guten Grund.
JONATHAN SCHOPFER
Auf dem Rasen vor dem Bellevue wurde am Sonntagnachmittag, 15. März, der symbolische Spatenstich im Beisein der Mitarbeitenden vollzogen. Mit dem geplanten Neubau von zwei Chalets erweitert das Le Grand Bellevue Gstaad sein Angebot. Entstehen sollen zusätzliche Suiten, gastronomische Angebote und ein Bereich für Prävention und Diagnostik auf rund 650 Quadratmetern. Im Mittelpunkt der Feier standen einmal nicht die Hotelgäste, sondern die Mitarbeitenden des Hauses. «Sie sind es, die den Charakter des Hauses prägen», betonte Daniel Koetser, Eigentümer und Verwaltungsratspräsident des Fünf-Sterne-Superior-Hotels. Deshalb habe man den Anlass direkt auf das Ende der Wintersaison gelegt, damit die Zeremonie gemeinsam mit der gesamten Belegschaft stattfinden konnte.
Zwei statt drei Chalets und der Padelplatz bleibt
Die Pläne für die Erweiterung reichen mehrere Jahre zurück. Zwar lag die Baubewilligung bereits 2021 vor, dennoch wurde das Projekt in der Folge nochmals überarbeitet. Ursprünglich waren drei neue Gebäude geplant. Von dieser Idee sei man jedoch weggekommen. «Wir hatten das Gefühl, dass drei Gebäude für diesen Ort und auch für das Gstaader Dorfbild sehr prominent gewesen wären», sagte Koetser. Man habe den freien Blick auf das Gstaader Dorf und die umliegende Landschaft erhalten wollen. «Warum sollten wir unsere eigene schöne Aussicht zerstören?» Statt drei Gebäuden sollen nun zwei neue Chalets entstehen. Geplant sind neue Suiten, unter anderem zwei Penthouse-Suiten mit je rund 300 Quadratmetern und drei Schlafzimmern. Architektonisch soll der ortstypische Chalet-Charakter erhalten bleiben; gleichzeitig setze man auf einen hochwertigen Neubau, unterstützt von lokalen Handwerkern.
Ein Teil des Chaletkomplexes wird verkauft, bleibt jedoch eng an den Hotelbetrieb gebunden. «Es ist kein klassischer Immobilienverkauf nach dem Motto: verkauft und erledigt», erklärte der Verwaltungsratspräsident. Die Einheiten sollen weiterhin in die Dienstleistungen des Hotels eingebunden bleiben. Mit dem Verzicht auf eines der ursprünglich geplanten Chalets bleibt auch der bestehende Padelplatz erhalten.
Neue Angebote für Kulinarik
Mit den Neubauten entstehen nicht nur zusätzliche Suiten, sondern auch neue Infrastrukturen für Gastronomie und Veranstaltungen. Vorgesehen ist ein weiteres Restaurant, das unter anderem Raum für internationale Gastköche bieten soll. Laut Koetser haben bereits mehrere renommierte Köche Interesse gezeigt, zeitweise in Gstaad zu kochen. «Wieso dafür nicht eigens einen Platz schaffen?»
Im Sommer seien dort vermehrt kulinarische Pop-ups geplant. Und im Winter? Dann wird der Raum zur Bühne für lange Abende: erst essen, später tanzen. Mit dem zusätzlichen Angebot will das Hotel sein gastronomisches Profil weiter schärfen.
Partner für gesundheitliche Prävention und Diagnostik
Zu den Erweiterungen gehört auch ein modernes Gesundheitskonzept wofür rund 650 Quadratmetern Fläche zur Verfügung stehen. Der definitive Partner steht noch nicht fest. «In den nächsten sechs Monaten werden wir den Partner bekannt geben.» Das Hotel könne dabei auf ein weltweites Netzwerk zurückgreifen, da das Le Grand Bellevue bereits mehrere Veranstaltungen zum Thema «Longevity», sprich Langlebigkeitsforschung, durchgeführt hat. Inhaltlich soll sich das Angebot an Gesundheitsthemen wie Prävention und Diagnostik orientieren.
Koetser formuliert die Vision dahinter so: «Das Hotel bietet den Gästen nicht nur Gastfreundschaft im herkömmlichen Sinn, sondern auch eine Art ‹Gastfreundschaft im eigenen Körper›.»
Auch der Mai soll stärker belebt werden
Mit der Erweiterung verfolgt das Hotel auch das Ziel, seine Präsenz ausserhalb der klassischen Hochsaison weiter zu stärken. Das Le Grand Bellevue zählt bereits heute zu den Betrieben mit einer der längsten Öffnungszeiten unter den Fünfsternehäusern in Gstaad. Laut Koetser lag die Auslastung in der laufenden Wintersaison seit Anfang Dezember bis Mitte März bei rund 88 Prozent. Ein weiteres Ziel sei es, den Gästen auch den Monat Mai näherzubringen, der in der Destination eher zu den ruhigeren Monaten gehört. «Der Frühling wird hier unterschätzt», ist er überzeugt.
Ganzjährig offen sein soll das Haus dennoch nicht. Das Hotel hält an einem saisonalen Betrieb fest. Gerade die Schliesszeiten seien wichtig, um alles gründlich auf die nächste Saison vorzubereiten. Darin liege auch ein Qualitätsvorteil gegenüber Betrieben, die das ganze Jahr ohne Unterbruch geöffnet seien.




