Trotz Rekordzahl an Patientinnen und Patienten hat die Spital STS AG im Jahr 2025 weniger Gewinn erzielt. Steigende Kosten und strukturelle Belastungen drücken das Ergebnis.
Die Spital STS AG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gewinn von 1,73 Millionen Franken ...
Trotz Rekordzahl an Patientinnen und Patienten hat die Spital STS AG im Jahr 2025 weniger Gewinn erzielt. Steigende Kosten und strukturelle Belastungen drücken das Ergebnis.
Die Spital STS AG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gewinn von 1,73 Millionen Franken abgeschlossen. Damit liegt das Ergebnis unter dem Vorjahreswert von 9,76 Millionen Franken und unter den eigenen Zielsetzungen.
Auch das operative Ergebnis hat sich verschlechtert. Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank auf 15,28 Millionen Franken, nachdem es im Vorjahr noch 23,42 Millionen Franken betragen hatte. Die Ebitda-Marge ging von 6,8 auf 4,4 Prozent zurück. Im Vorjahreswert waren allerdings auch Erträge aus Tarifabschlüssen früherer Jahre enthalten.
Beim Umsatz verzeichnete das Unternehmen hingegen einen leichten Anstieg. Der Betriebsertrag erhöhte sich um 3,9 Millionen Franken auf 348,3 Millionen Franken. Das entspricht einem Plus von 1,1 Prozent. Gleichzeitig stieg der Betriebsaufwand deutlich stärker um 12,45 Millionen Franken auf 346,8 Millionen Franken. Das entspricht einem Zuwachs von 3,7 Prozent. Als Hauptgründe für den Gewinnrückgang nennt die Spital STS AG steigende Kosten, insbesondere beim Personal sowie beim Sachaufwand. Diese Entwicklung führe zu einer wachsenden Differenz zwischen Kosten und Ertragsmöglichkeiten, wird Verwaltungsratspräsident Thomas Straubhaar in der Mitteilung zitiert.
Zusätzliche Belastungen entstehen durch die Notfallversorgung. Die Spital STS AG betreibt an zwei Standorten rund um die Uhr Notfallstationen. Besonders am Standort Zweisimmen fallen laut Mitteilung ungedeckte Kosten in Millionenhöhe an. Diese seien zwar notwendig, könnten jedoch nicht vollständig finanziert werden.
Bemerkenswert ist, dass das Spital gleichzeitig so viele stationäre Patientinnen und Patienten behandelte wie noch nie. Insgesamt waren es 17’733 Fälle im Jahr 2025.
Für die kommenden Jahre rechnet die Spital STS AG im stationären Bereich mit einem moderaten Wachstum. Als Gründe nennt sie begrenzte Ressourcen, insbesondere beim Fachpersonal und bei den Bettenkapazitäten.
Gleichzeitig gewinnt die ambulante Behandlung weiter an Bedeutung. Mit der Einführung neuer Tarifsysteme Anfang 2026 sowie politischen Entscheiden sieht das Unternehmen bessere Rahmenbedingungen für eine Verlagerung vom stationären in den ambulanten Bereich. In Thun plant die Spital STS AG deshalb das Projekt «AOZ Grabengut». Dort sollen ambulante Eingriffe künftig gezielt ausgebaut werden.
Im operativen Betrieb nennt das Unternehmen mehrere Entwicklungen im Jahr 2025. Dazu gehören die Umsetzung eines neuen Betriebskonzepts am Standort Zweisimmen sowie die Eröffnung einer zusätzlichen Bettenstation in Thun. Beide Massnahmen waren mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Trotz des tieferen Gewinns bezeichnet die Spital STS AG ihre finanzielle Ausgangslage weiterhin als solide. Sie sieht sich in der Lage, auch künftig in Infrastruktur, Technologien und neue Behandlungsmethoden zu investieren. Zudem sollen die Weiterentwicklung der Dienstleistungen und attraktive Arbeitsbedingungen für das Fachpersonal zentrale Ziele bleiben.
PD/JOP