Sportzentrum Gstaad AG: drei Neue im Verwaltungsrat und eine Demission

  20.03.2025 Gstaad

Renate Schwizgebel, Daniel Brand und Urs Zumbrunnen sind die Neuen, Barbara Kernen geht. Dazu gabs Blumen für die Geschäftsführerin – wegen des Ärgers. Zu reden gab einzig das geplante Grossprojekt rund um das neue Sportzentrum.

KEREM S. MAURER
Rund 70 Personen oder total 23’514 Stimmen besuchten die 54. Generalversammlung der Sportzentrum Gstaad AG am Mittwochabend. «Leider schliesst das Jahr mit einem Minus von 184’637 Franken ab», sagte Cornelia Walker, Geschäftsführerin der Sportzentrum Gstaad AG. Ins Gewicht fielen unter anderem Umsatzrückgänge beim Hallenbad und unerwartete Reparaturkosten in der Curlinghalle. Positiv wertete sie den Kostenträger Tennishalle, der mit einem Gewinn von 134797 Franken erneut «ein hervorragendes Ergebnis» erzielt habe. Bei der Tennisplatzvermietung konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Mehrumsatz von 40’000 Franken verbucht werden. Als Highlight des Jahres bezeichnete Walker die neue Rutschbahn. Erfreulich seien die 1874 gekauften Rutschbahnzentimeter und die damit verbundene Kostenbeteiligung von Privaten und Firmen in der Höhe 93’700 Franken.

Verwaltungsratspräsident Jürg Müller überraschte Cornelia Walker mit einem Blumenstrauss, den er ihr augenzwinkernd mit den Worten «für den ganzen Ärger mit uns» überreichte. Er dankte ihr zudem für ihren grossen Arbeitseinsatz.

Drei Neugewählte im Verwaltungsrat
Mit der «leidenschaftlichen Curlerin» Renate Schwizgebel, dem «technisch, administrativ und sportlich versierten» Daniel Brand und dem «leidenschaftlichen Tennisspieler» Urs Zumbrunnen (alle Gemeinde Saanen) habe man drei bestens geeignete und engagierte neue Verwaltungsräte gefunden, freute sich Jürg Müller.

Demissioniert hat die bisherige Verwaltungsrätin Barbara Kernen (Gemeinde Gsteig) – trotz Wiederwahl vor einem Jahr. Die vergangenen vier Jahre seien zu Beginn mit der Pandemie, mit den grossen Projekten und «verschiedenen Herausforderungen im zwischenmenschlichen Bereich» sehr intensiv gewesen, las Jürg Müller aus Barbara Kernens Demissionsschreiben vor. Darin wünschte Kernen allen «weiterhin eine offene Diskussionskultur, zwischendurch die nötige Hartnäckigkeit und kritisches Hinterfragen». Das Sportzentrum und seine Leute lägen ihr am Herzen und sie freue sich, die Entwicklungen auch ausserhalb des Verwaltungsrates zu beobachten. Mündlich begründete Kernen ihre Demission auch damit, dass mit der Wahl des Verwaltungsrates Marius Frank in den Gemeinderat von Gsteig – in dem auch Cornelia Walker sitzt – genug Gsteiger im VR des Sportzentrum sässen.

«Macht weiter so»!
Mit Spannung erwartet wurde das Traktandum fünf, bei dem es um den Planungsstand des Sport- und Kulturzentrums Gstaad ging. Der Bauherrenvertreter des Sportzentrums, Stefan Ihlenfeld, iscw Projektmanagement AG, informierte über den Stand des Grossprojekts. «Wir stehen noch ganz am Anfang», sagte er. Wenn alles nach Plan laufe, lägen die Kosten für das neue Sportzentrum bei rund 37 Millionen Franken, ohne Mehrwertsteuer, Teuerung und auch ohne Provisorien während der Bauphase, wie beispielsweise eine Traglufthalle für den Tennissport. Der Betrieb könne 2030 aufgenommen werden. Drei Fragen wurden aufgeworfen (siehe Kasten).

Am Ende der Generalversammlung drückte Saanens Gemeindepräsidentin Petra Schläppi ihren Dank an die Verantwortlichen des Sportzentrums aus. «Wir brauchen euch und wir wünschen euch weiterhin viel Kraft und Mut, um an diesem Projekt weiterzuarbeiten. Ich bin stolz auf euch, macht weiter so!» Jürg Müller forderte alle Anwesenden auf, am 4. April, wenn die Stimmbevölkerung über den Gemeindebeitrag an die Planungskosten abstimmen wird, abstimmen zu gehen.


FRAGEN AUS DER VERSAMMLUNG

Gibt es eine Möglichkeit, eigene Ideen oder Inputs für das neue Sportzentrum einzubringen?
Ja. Es gibt eine explizit projektbezogene E-Mail-Adresse, an die man schreiben kann. Diese lautet modernisierung@sportzentrum-gstaad.ch.
Zudem wird in Bälde auf der bestehenden Website des Sportzentrums eine zusätzliche Seite aufgeschaltet, auf der das Projekt im Detail vorgestellt wird.

Wie sieht es mit Parkplätzen aus? Wenn es nur diese 280 geben soll, dürfte dies kaum ausreichen.
Es gibt eine Trägerschaft, die den Parkplatz am Ende stellen wird. Das ist die Gruppe, welche die Concert Hall unter sich hat. Die finale Zahl der Parkplätze ist noch nicht sakrosankt.

Sind in den Offerten, die nachher ausgewählt werden, nur die Planungskosten dabei oder auch konzeptionelle Beiträge?
Konzeptionelle Beiträge sind nicht dabei. Der Fokus liegt bei Büros, welche die Fähigkeiten haben, in dem Kontext, in dem wir uns bewegen, eine Multifunktionshalle bauen zu können. Wir suchen nicht – provokativ ausgedrückt – nach jemanden, der mit einem dicken Bleistift dem Projekt seinen Stempel aufdrücken möchte, sondern jemand, der sich in das Gesamtprojekt integrieren kann. Aufgrund des Richtprojekts ist der Spielraum relativ eng.

KMA

Geantwortet hat VR-Präsident Jürg Müller


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