SVP Saanen befürwortet die Geschäfte der Gemeindeversammlung
11.09.2026 PolitikAn ihrer Parteiversammlung befand die SVP Saanen über die Anträge des Gemeinderats für die kommende Gemeindeversammlung und fasste die Parolen für die kantonale und die eidgenössischen Vorlagen. Jan Brand, Verwaltungsratspräsident, und Matthias In-Albon, ...
An ihrer Parteiversammlung befand die SVP Saanen über die Anträge des Gemeinderats für die kommende Gemeindeversammlung und fasste die Parolen für die kantonale und die eidgenössischen Vorlagen. Jan Brand, Verwaltungsratspräsident, und Matthias In-Albon, Geschäftsführer der Bergbahnen Destination Gstaad AG (BDG), beantworteten Fragen zu den Finanzierungsgeschäften der BDG.
Änderung Zonenplan Altersheim Rübeldorf
Gemeinderätin Patricia Matti stellte die vorgesehene Zonenplanänderung beim ehemaligen Altersheim im Rübeldorf vor. Das Grundstück ist Eigentum der Gemeinde Saanen und liegt in der Zone für öffentliche Nutzung. Die Benützung des Hauses durch die «WG-Mischer» ist bis Ende März 2029 befristet. Um eine flexible Nutzung des Gebäudes zu ermöglichen und die Vermietung für bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende auch nach 2029 sicherzustellen, ist eine Umzonung in die Wohn- und Gewerbezone mit einer Anpassung im Baureglement nötig. Dem Geschäft wurde diskussionslos zugestimmt.
Abwasserleitungen Saanematte/Regenbecken Gstaad
Der zuständige Gemeinderat Klaus Romang erläuterte die vier vorgesehenen Massnahmen im Gebiet Saanematte. Einerseits handle es sich um notwendige GEP-Massnahmen, andererseits seien die vorgesehenen Arbeiten im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutzprojekt am Louibach und mit der in Planung stehenden Concert Hall, der Sport- und Eventhalle sowie der unterirdischen Einstellhalle zu sehen.
Die Kostenbeteiligung des Kantons aus dem Hochwasserschutz- und Abwasserfonds sei noch in Abklärung, erklärte Romang. Die Gstaad Concert Hall und die Sportzentrum AG würden sich nach dem Verursacherprinzip an den Kosten beteiligen. Nach einer kurzen Fragerunde befürworteten alle Versammelten die notwendige Krediterhöhung von 890’000 Franken um 13,11 Millionen Franken auf 14 Millionen Franken.
Chinderhuus Ebnit: Investitionsbeitrag an die Planungskosten
Das Chinderhuus Ebnit beabsichtigt den Neubau der Einrichtung auf der bisherigen Parzelle. Die Institution führt an diesem Standort seit bald 40 Jahren sowohl eine Kindertagesstätte (Kita) als auch einen Heimbereich mit Notfallplatzierungen, Kriseninterventionen und einem schulischen Angebot im Rahmen einer besonderen Volksschule.
Gemeindepräsidentin Petra Schläppi erläuterte, dass die Planungskosten von 1,1 Millionen Franken von der Gemeinde finanziert werden. Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung die Zustimmung zu diesem Beitrag, um das nach seinen Angaben bewährte professionelle Angebot für die Zukunft auszubauen und zu sichern. Die Anwesenden waren sich einig, dass es unumgänglich sei, die Institution für die Zukunft zu rüsten, und befürworteten den Antrag einstimmig.
Bewilligung von jährlichen Beiträgen an die Bergbahnen
In den Jahren 2023 bis 2026 unterstützte die Gemeinde Saanen die BDG mit jährlich 3,8 Millionen Franken, um den Sommerbetrieb sicherzustellen. «Nun braucht es eine neue Leistungsvereinbarung, die auf sechs Jahre ausgelegt ist», erläuterte Gemeinderat Nathanael Perreten. Die Vereinbarung regle den Sommerbetrieb, die Jahresfreikarte für Kinder, heute Magic Pass, sowie die Beiträge an die Abschreibungen, so Perreten weiter.
An der Gemeindeversammlung wird den Stimmberechtigten der jährliche Beitrag von 3,8 Millionen Franken wie bisher beantragt. Diesem Antrag wurde grossmehrheitlich zugestimmt.
Nachkredit Investitionsbeitrag Bergbahnen
Nathanael Perreten schilderte die Sachlage um den erforderlichen Nachkredit für die Bergbahnen. Am 10. Juni 2022 bewilligte die Stimmbevölkerung den Investitionsbeitrag von maximal 36 Millionen Franken. Das waren 40 Prozent der damals errechneten Baukosten von 90 Millionen Franken für den Ersatz der Hornegglibahn inklusive Parkhaus, den Speichersee Hornberg und den Ersatz der Hornbergbahn.
Der Teuerungsanstieg, gestiegene Stahlpreise, veränderte Auflagen des Kantons und die Fusion von Bergbahnherstellern hätten die Kostensteigerung auf 120 Millionen Franken verursacht. Es ist vorgesehen, dass die BDG selber 40 Prozent der Kosten trägt und die Gemeinde Saanen weitere 40 Prozent. Mit einer Aktienkapitalerhöhung und Beiträgen von Sponsoren, Gönnern und umliegenden Gemeinden sollen die restlichen 20 Prozent aufgebracht werden.
Bei der Hornbergbahn sei es weniger prekär als beim Horneggli, diese laufe noch problemlos bis 2030, lautete die Antwort auf eine entsprechende Frage. Die Nachbargemeinden warteten den Entscheid von Saanen ab, bevor sie sich definitiv zu einer Mitfinanzierung äusserten, erklärte Matthias In-Albon.
Noch sei eine Einsprache gegen die Überbauungsordnung und den Neubau der Hornbergbahn hängig. «Wir stehen in regem Kontakt mit dem Einsprecher und hoffen, zeitnah eine Lösung zu finden», zeigte sich der Geschäftsführer der BDG zuversichtlich.
Jan Brand erklärte, dass der Magic Pass für die Gesellschaft bisher ein Gewinn sei. Es müssten aber drei Jahre angeschaut werden, bis man abschätzen könne, was der Tarifverbund für die Zukunft bringe.
Der Antrag für einen Nachkredit von maximal 12 Millionen Franken fand eine Mehrheit unter den Anwesenden.
Kantonale und eidgenössische Vorlagen
Die Versammelten nahmen Stellung zu den Vorlagen vom 27. September 2026. Die Berner Bildungsinitiative fand keine Mehrheit und wird zur Ablehnung empfohlen. Damit schliesst sich die Sektion der Meinung der kantonalen Delegierten an.
Die Idee der Ernährungsinitiative sei gut gemeint, aber für das «Grasland Schweiz» nicht ohne grosse Veränderungen in der Schweizer Landwirtschaft umsetzbar. Daher wurde sie von allen Anwesenden abgelehnt.
Mit der Aufforderung, die Gemeindeversammlung am 18. September zu besuchen und vom Abstimmungsrecht am 27. September Gebrauch zu machen, schloss Präsident Mario Hählen die Versammlung.
PD/JOP
