Swiss Open Gstaad: Tenniskrimis sorgen für Spannung
17.07.2026 SportEnge Sätze, späte Wendungen und ein wegen Dunkelheit unterbrochenes Duell: Die Achtelfinals des EFG Swiss Open Gstaad haben das Publikum mehrfach bis zum Schluss in ihren Bann gezogen. Im Mittelpunkt stand Jérôme Kym, der Stefanos Tsitsipas über zwei Tage hinweg die Stirn bot. Auch ...
Enge Sätze, späte Wendungen und ein wegen Dunkelheit unterbrochenes Duell: Die Achtelfinals des EFG Swiss Open Gstaad haben das Publikum mehrfach bis zum Schluss in ihren Bann gezogen. Im Mittelpunkt stand Jérôme Kym, der Stefanos Tsitsipas über zwei Tage hinweg die Stirn bot. Auch Dominic Strickers Spiel war für den Donnerstag angesagt.
MAXIME VÖGELE/JONATHAN SCHOPFER/JOCELYNE PAGE
Der Verlauf des diesjährigen EFG Swiss Open Gstaad hielt die Zuschauenden oftmals in Atem. Nach einem Unterbruch aufgrund eines Sommergewitters am Mittwoch mussten die Organisatoren neu planen: Es kam zu Verzögerungen im Plan und ein Spiel wurde kurzerhand auf den Court 1 verlegt.
Als Jérôme Kym und Stefanos Tsitsipas am Mittwochabend den Platz verliessen, war noch nichts entschieden. Die zwei Tennisprofis, die gut 100 Ränge in der ATP-Weltrangliste trennt, lieferten sich ein Spiel auf Augenhöhe, sehr zur Freude des heimischen Publikums. Nach mehr als zwei Stunden stand es im dritten Satz 5:5. Erst die einsetzende Dunkelheit stoppte das Duell. Am Donnerstag kehrten der Schweizer Wildcard-Spieler und der Grieche in die Roy Emerson Arena zurück, um den letzten Viertelfinalplatz in ihrer Tableauhälfte auszuspielen. Zwar startete Tsitsipas souveräner ins Spiel, doch Kym bot dem Griechen die Stirn und erzwang einen Tiebreak. Doch am Ende hatte Tsitsipas die Nase vorn: Mit 6:4, 6:7 (2:7) und 7:5 zog er ins Viertelfinal ein. Trotz allem: Kym – aktuell die Nr. 186 – wehrte sich über zweieinhalb Stunden gegen einen Spieler, der einst Weltranglistendritter war.
Wawrinkas letzter Auftritt endet in Runde 1
Ein äusserst emotionaler Höhepunkt der vergangenen Tage hatte bereits am Dienstag stattgefunden. Stan Wawrinka musste sich bei seinem letzten Auftritt in Gstaad dem Portugiesen Jaime Faria geschlagen geben und verabschiedete sich damit von seinem Heimturnier. «Entschuldige, dass ich die Party verderbe», sagte Faria nach dem Match und würdigte den Westschweizer für dessen beeindruckende Karriere. Anschliessend verabschiedete das Publikum die Schweizer Tennislegende mit Standing Ovations: Minutenlang applaudierte die Menge für den dreifachen Grand-Slam-Champion. Am Mittwochabend liess er sich noch vor den einheimischen Supportern, die das Tennisturnier jeweils finanziell unterstützen, interviewen. Dabei gewährte Wawrinka einen kleinen Einblick in den Alltag eines Tennisstars: «Während der Tennissaison mit all den verschiedenen Stopps ist man jeweils von viel Lärm und Stress umgeben. Sobald wir aber in Gstaad ankommen, fühlt man sich wie in einem Kokon», erzählte Wawrinka.
Stricker wartet auf seinen Einsatz
Mit Dominic Stricker stand am Donnerstag ein weiterer Schweizer im Achtelfinal. Der Berner sollte auf dem Center-Court auf den Kasachen Aleksandr Shevchenko treffen. Bis Redaktionsschluss hatte die Partie jedoch noch nicht begonnen. Nach den wetterbedingten Verzögerungen vom Vortag drohte erneut ein langer Tennistag. Sollte die Dämmerung vor dem Ende der Begegnung einsetzen, wäre eine Fortsetzung am Freitag nicht ausgeschlossen.
Im Doppelturnier ist er mit seinem Landsmann Dylan Dietrich weiterhin im Rennen. Am Dienstag setzten sich die beiden Schweizer gegen den Tschechen Petr Nouza und den Österreicher Neil Oberleitner mit 6:3 und 7:6 (7:4) durch und zogen in den Viertelfinal ein.
Internationale Duelle versprechen Hochspannung
Auch abseits der Schweizer Beteiligung versprach das Achtelfinalprogramm hochklassiges Tennis. Den Auftakt machte der als Nummer 6 gesetzte Argentinier Juan Manuel Cerúndolo gegen den Serben Miomir Kecmanović. Nach verlorenem ersten Satz drehte Cerúndolo die Partie und setzte sich nach knapp zwei Stunden mit 3:6, 6:3 und 7:5 durch. Anschliessend traf Wawrinkas Bezwinger Jaime Faria auf den als Nummer 2 gesetzten Norweger Casper Ruud. Faria verlangte dem Favoriten alles ab. Aber auch die Hitze verlangte den beiden einiges ab, so kühlte sich der Norweger während der Pausen mit einem Plastiksack voll Eis ab. Ruud steigerte sich aber stetig und gewann am Ende die Partie mit 6:7 (1:7), 6:4 und 6:2. Das Spiel von Titelverteidiger Alexander Bublik gegen den Franzosen Quentin Halys war nach Redaktionsschluss angesagt. Halys hatte 2024 den Final erreicht und war dort erst an Matteo Berrettini gescheitert.
Hüftprobleme: Berrettini muss kurzfristig absagen
Im Verlauf der Woche glänzte eine Person – die schon mehrmals im Gstaader Final stand und dies zweimal erfolgreich – mit Abwesenheit: der Italiener Matteo Berrettini. Mehrere Medien der Tenniswelt vermeldeten, dass der Tennisstar seine kurzfristige Absage in Gstaad und Kitzbühel nach Wimbledon per Instagram-Story publik machte. «Nach Gesprächen mit meinem Arzt und meinem Team wurde bei mir ein chronischer Hüftschmerz diagnostiziert. Mir wurde geraten, auf die Turniere in Gstaad und Kitzbühel zu verzichten und zu pausieren, um für die US-Hartplatzsaison bereit zu sein», schrieb der Italiener.
Lange Spiele, viele Sätze, Duelle auf Augenhöhe
Ein Blick auf die bisherigen Resultate zeigt: Das Niveau am diesjährigen Swiss Open Gstaad ist hoch. Viele Partien werden erst im Entscheidungssatz entschieden, mehrere enden im Tiebreak oder nach langen Ballwechseln. Klare Siege bleiben bislang die Ausnahme. Die Spieler begegnen sich auf dem Center-Court meist auf Augenhöhe, was für enge Duelle und zahlreiche Wendungen sorgt. Entsprechend oft werden die Zuschauenden bis zum letzten Ballwechsel in Atem gehalten.





