Am 27. September stehen in der Schweiz erneut wichtige Abstimmungen an. So entscheiden wir unter anderem über die Ernährungsinitiative, die aus der Feder von Franziska Herren stammt. In der Initiative wird unter anderem ein Nettoselbstversorgungsgrad von 70 Prozent gefordert. Erreicht werden ...
Am 27. September stehen in der Schweiz erneut wichtige Abstimmungen an. So entscheiden wir unter anderem über die Ernährungsinitiative, die aus der Feder von Franziska Herren stammt. In der Initiative wird unter anderem ein Nettoselbstversorgungsgrad von 70 Prozent gefordert. Erreicht werden soll dieses Ziel insbesondere mit einer vermehrt auf pflanzlichen Lebensmitteln basierenden Ernährungsweise. Was auf den ersten Blick noch nach einer sinnvollen Idee tönt, entlarvt sich meines Erachtens bei genauerer Betrachtung als massiver Eingriff in unseren Essteller und passt zudem überhaupt nicht zu den Schweizer Produktionsbedingungen.
In der Schweiz haben wir gut 1 Million Hektaren sogenannte landwirtschaftliche Nutzfläche. Davon sind knapp 60 Prozent Dauergrünland, sprich Flächen, die nicht für den Ackerbau geeignet sind. Hinzu kommen knapp 0,5 Millionen Hektaren an Weidefläche im Sömmerungsgebiet (Alpweiden). Auf diesen Flächen ist Ackerbau aufgrund der Topografie und der Höhenlage kaum möglich und nicht zielführend. Seit Jahrhunderten werden in der Schweiz daher Nutztiere gehalten, welche diese Flächen angepasst nutzen und dabei das Gras zu wertvoller Milch und bestem Fleisch umwandeln, die ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung darstellen.
Die Ernährungsinitiative berücksichtigt meiner Meinung nach diese Realität zu wenig und würde die tierische Produktion, die bestens zur Schweiz und insbesondere zum Berggebiet passt, massiv unter Druck setzen. Ich bin überzeugt, dass die Tiere in der Schweiz heute einen wichtigen Bestandteil der Ernährungssicherheit darstellen, und bin nicht bereit, genau jene Betriebe, die unsere Alpen mit den Nutztieren pflegen, durch Annahme der Initiative zu schwächen. Daher stimme ich im September klar Nein zur Ernährungsinitiative. Und wenn Sie schon dabei, sind die Abstimmungsunterlagen auszufüllen, so empfehle ich ein Ja zur Neutralitätsinitiative sowie ein Nein zur Berner Bildungsinitiative.
SIMON BACH, GROSSRAT, TURBACH