Titelgewinn für den Bowls Club Gstaad an den Bowls Schweizermeisterschaften

  11.08.2023 Sport

Nach den clubinternen Qualifikationen nahmen drei Damen und fünf Herren vom Bowls Club Gstaad (BCG) an der 12. Verbands-Schweizermeisterschaft auf sechs Bahnen indoor in der Bowlshalle Kandersteg teil.

Am Freitag und Samstag kämpften die BCG Teilnehmenden in der Vorrunde mit unterschiedlichem Erfolg. Die Damen schieden leider, nach teils sehr guten Spielen, in ihren Gruppen vorzeitig aus.

Sitanan Zaller verlor einen spannenden ersten Satz, erst durch einen fast unmöglichen Takeout von Andrea Locher (BC Thun) konnte sie dann noch gegen Valerie Schären (BC Jungfrau) gewinnen.

Christine Tschanz konnte gegen die nachmalige Finalistin Edith Hollenstein (BC Uzwil) einen Satz gewinnen und besiegte Valerie Schären mit 3 zu 1.

Heidi Gafner konnte gegen die Bronzemedaillen-Gewinnerin Esther Gamper (BC Uzwil und Passiv-Mitglied beim BC Gstaad) einen Satz für sich entscheiden und schlug dann in einem hochstehenden Spiel die Mitfavoritin Larissa Rubin vom BC Jungfrau nach brillanten Bowls mit 3 zu 1.

Bei den Herren überstanden vom BCG nur Markus Merz, Vater der Australien-Open-Halbfinalistin Laura Butler, und Beat Matti als Gruppenerste die Vorrunde.

Christian Haldimann hätte im letzten Spiel gegen Jan Klossner (BC Dragons) ein Satzgewinn für den Einzug in den Viertelfinal gereicht, nachdem er in der stark besetzten Gruppe A gegen Tom Schneiter (BC Thun), Sven Rubin (BC Jungfrau) und Oswald Heuer (BC Kandersteg) gewinnen konnte, sowie auch Ueli Häusler (BC Jungfrau 1) einen Satz abnahm. Leider gingen dann beide Sätze verloren.

Andres Oehrli musste sich im ersten Satz gegen Mike Zandt (BC Thun 1) trotz einer 8-zu-1-Führung nach fünf Ends mit einem Unentschieden begnügen, er gewann gegen Othmar Fritschi (BC Uzwil) und Mark Chardonnens (BC Thun) noch je einen Satz.

Markus Tschanz konnte Ernst Loat (BC Kandersteg) besiegen und nahm dem starken Uzwiler Bernhard Gyr einen Satz ab.

Markus Merz konnte in der Vorrunde vier Spiele mit dem Punktemaximum gewinnen und musste lediglich dem jungen Fabian Troxler (BC Jungfrau) einen Satzpunkt zugestehen.

Beat Matti erreichte mit drei gewonnen und zwei unentschiedenen Spielen die KO-Phase.

An den Finalspielen vom Sonntag war der BC Gstaad damit nur noch mit Markus Merz und Beat Matti vertreten. Markus Merz konnte sich in seinem Viertelfinal gegen Mark Chardonnens (BC Thun) souverän mit 18:0 und 8:2 durchsetzen, hingegen verlor Beat Matti in der Runde der letzten acht, auch wegen einer zu kurz gespielten zweitletzten Kugel im letzten End, gegen Ueli Häusler (BC Jungfrau). Markus Merz konnte seinen Siegeszug auch im Halbfinal fortsetzen und besiegte Ueli Häusler klar in zwei Sätzen, damit hatte der BC Gstaad eine Medaille auf sicher.

In einem dramatischen und hochstehenden Finalspiel bei den Herren konnte sich Markus Merz erst im letzten End des Tiebreaks gegen Chris Kormann (BC Dragons-Langenthal) durchsetzen und feierte damit seinen ersten Titel in der Schweiz.

Bowls-Betrieb in der Curlinghalle des Sportzentrums in Gstaad
Am 1. August 2023 wurde in Gstaad der fünfte Ultimate Bowls Pinguin Cup mit acht Triples Teams durchgeführt, es wurde nach der speziellen Zählweise gespielt, bei der es pro End für die vier nächsten Kugeln 10, 5, 3 und 1 Punkt gibt, der Bergpreis (nach der Hälfte der gespielten Bowls) 5 und pro Toucher 3 Punkte. Insgesamt wurden sieben Runden à sechs Ends ausgetragen, zuerst Vorrunde und Handicap-Cup, dann anhand der Rangpunkteliste die Finalspiele. Um Rang 1 und 2 besiegten die Schönried Doodles, die Saanenland Lions (Reinold Hauswirth, Markus Tschanz, Christian Gafner) mit 99 zu 63. Im Spiel um Rang 3 konnten sich die Gstaad Cranes (Jacqueline Gimmel, René Gimmel und Andy Halter) gegen die favorisierten Vorrunden-Gewinner Interlaken Marlins mit 103 zu 80 durchsetzen.

Im Moment werden noch die letzten Spiele der Einzel- und Fours-Club-Meisterschaft durchgeführt.

Der Bowls Club Gstaad möchte unbedingt eine permanente Aussenanlage realisieren und hat für verschiedene Projekte Anfragen eingereicht. Damit Bowls im Saanenland ganzjährig gespielt werden kann, hat der BC Gstaad neue, mobile Short-Mat-Teppiche (1.84 x 13.50m) angeschafft, um temporär auch in Turnhallen oder auf anderen flachen Untergründen zu spielen.

Weltmeisterschaften in Australien und Mixed-Pairs Europameisterschaft in Teneriffa
Gespielt wird in den Kategorien Damen und Herren, Singles, Pairs, Triples und Fours. Vom Bowls Club Gstaad sind zwei Damen, Laura Butler (S+P) und Marianne Künzle (P+F), sowie drei Herren, Markus Merz (S+P), Christian Haldimann (T+F) und Beat Matti (P+F) dabei. In den verschiedenen Disziplinen werden vom Schweizer Team in den Vorrunden insgesamt 64 Partien gespielt.

Vom BC Gstaad werden zudem Simone und Kurt Iseli an den European Mixed Pairs Championships vom 21. bis 24. September 2023 in Teneriffa teilnehmen.

BOWLS CLUB GSTAAD/BEAT MATTI


BESUCH VON WORLD-BOWLS-CEO NEIL DALRYMPLE UND DIRECTOR MICHAEL CATLOW IN GSTAAD

Anlässlich ihrer dreiwöchigen Europatour haben World‑Bowls‑CEO Neil Dalrymple und Director Michael Catlow vom 23. bis 24. Juli 2023 auch Gstaad besucht. Die beiden Australier aus Melbourne haben auf ihrer Reise durch Europa in verschiedenen Ländern Gespräche mit nationalen und internationalen Verbänden geführt.

Neil Dalrymple hatte von Mai 2007 bis Dezember 2022 die Position des Chief Executive Officer von Bowls Australia (BA) inne. Während seiner Zeit bei BA leitete Neil zahlreiche innovative strategische und operative Veränderungen in der Organisation ein, die sich stark auf den Bowlssport in Australien ausgewirkt haben.

Dalrymples Fokus lag und liegt weiterhin darauf, die Nachhaltigkeit und Vitalität des Bowls‑Sports sowohl in Australien als auch international weiterhin zu gewährleisten. Während seiner Zeit an der Spitze von BA beaufsichtigte er die kontinuierliche Professionalisierung der Organisation.

Dem nationalen Verband Swiss Bowls ging es bei dem Treffen auch darum, definitiv als permanentes Mitglied bei World Bowls aufgenommen zu werden. Im Moment verfügt der Schweizer Bowlsverband lediglich über eine temporäre Mitgliedschaft.

Interview mit Neil Dalrymple, CEO World Bowls (Fragen des BC Gstaad)
BCG:
Neil Dalrymple, sind Sie zufrieden mit den Gesprächen, welche Sie auf Ihrer Europareise führen konnten?
Neil Dalrymple: Wir waren sehr zufrieden mit den Treffen, die wir während un‑ seres Besuchs hatten und insbesondere mit der wunderbaren Gastfreundschaft, die uns in der Schweiz entgegengebracht wurde. World Bowls ist sehr daran interessiert, die kleineren Nationen auf der ganzen Welt zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, mehr Mitglieder zu gewinnen, ihre Einrichtungen zu verbessern und Unterstützung für Trainer, Schiedsrichter und neue Wachstumsprogramme zu leisten.
BCG: In der Schweiz gibt es momentan nur sechs Bowls Clubs und etwas über 100 aktive Bowlsspielende, bisher ausschliesslich als Nutzer von Curlinghallen in der eisfreien Zeit. Würde es World Bowls unterstützen, wenn hier ganzjährig und auch draussen gespielt werden könnte?
Neil Dalrymple: World Bowls ist gerne bereit, Swiss Bowls dabei zu unterstützen, ihre Innen‑ und Aussenanlagen in der ganzen Schweiz zu verbessern. Der Zugang zu qualitativ hochwertigen Einrichtungen ist sehr wichtig, um mehr Spieler für den Sport zu gewinnen.
BCG: Der Bowls Club Gstaad versucht seit mehr als 10 Jahren eine WB konforme Aussenanlage zu realisieren. Könnten Sie sich vorstellen, dass auch Bowlsspielende aus anderen Ländern hierher kommen würden, um in den Alpen Bowls zu spielen?
Neil Dalrymple: Qualitativ hochwertige Einrichtungen werden im Allgemeinen neue Bowlsspielende anziehen und ich kann mir vorstellen, dass World Bowls, beim Bau einer neuen Anlage, sehr gerne bei der Einrichtung einer internatio‑ nalen Veranstaltung behilflich sein würde, um internationale Bowlsspielende in die Schweiz zu locken.
BCG: In Gstaad gibt es mit dem EFG Swiss Open Tennis Turnier und der Volleyball World Beach Pro Tour bereits internationale top Sportanlässe. Wäre es für World Bowls denkbar, in Gstaad auch einmal ein internationales Turnier zu veranstalten und welche Bedingungen müssten dafür erfüllt sein?
Neil Dalrymple: Wenn geeignete Bowls‑Anlagen gebaut werden könnten, könnte im wunderschönen Dorf Gstaad ein Bowls‑Event der Weltklasse veranstaltet werden, ähnlich den Tennis‑ und Beachvolleyball‑Events.


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