Das Tourismusforum Berner Oberland stand unter dem Motto «Leadership». In der Hotelfachschule Thun tauschten sich die rund 100 Teilnehmenden in vier Workshops über verschiedene Führungsthemen und -stile aus.
Leadership ist kein Modewort. Davon ...
Das Tourismusforum Berner Oberland stand unter dem Motto «Leadership». In der Hotelfachschule Thun tauschten sich die rund 100 Teilnehmenden in vier Workshops über verschiedene Führungsthemen und -stile aus.
Leadership ist kein Modewort. Davon überzeugten sich die rund 100 Teilnehmenden des diesjährigen Tourismusforums Berner Oberland. Der Anlass wurde vom Hotelierverein und der Volkswirtschaft Berner Oberland sowie Made in Bern AG organisiert. Wie die Verantwortlichen in einer Medienmitteilung schreiben, unternahmen die Führungskräfte aus dem Tourismus eine Reise durch vier Camps und lernten dabei, was gute Führung ausmacht. In Diskussions- und Reflexionsgruppen wurden verschiedene Aspekte rund um das Thema Leadership unter die Lupe genommen. Wie sieht mein Wertekompass aus? Wie wichtig ist Wertschätzung und wie zeige ich sie im Arbeitsalltag? Wie führe ich mich selbst? Und: Welche neuen Führungsmodelle gibt es und wie wende ich sie im Alltag an?
Coaches vor Ort
Das Workshop-Programm wurde in Zusammenarbeit mit Leadership Booster, Iris Flückiger und Ueli Schneider entwickelt. Gemeinsam mit den beiden Coaches konnten sich die Teilnehmenden untereinander austauschen, ihren Führungsstil reflektieren sowie ihre Fähigkeiten und ihr Wissen rund um Führungsthemen ausbauen.
Gute Führung als Wettbewerbsvorteil
«Gute Führung ist eine wichtige Voraussetzung in einem hart umkämpften Arbeitsmarkt», schreiben die Verantwortlichen. In Hotellerie und Tourismus bestehe derzeit eine grosse Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitenden. Auch aufgrund des demografischen Wandels herrsche aktuell ein ausgeprägter Fachkräftemangel. «Eine Entspannung der Situation ist kurz- bis mittelfristig nicht in Sicht», wie Flückiger und Schneider eingangs des Tourismusforums mit Zahlen veranschaulichten.
Seit 2019 verzeichnen die Tourismuslehrgänge an den Hochschulen und Fachhochschulen in der Schweiz einen Rückgang von 26 Prozent an Studierenden. «Die Begeisterung für die Branche ist nach wie vor gross, dennoch lassen Lohn, Arbeitszeiten, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die oft fehlende Wertschätzung und Entwicklung in der Führung die Mitarbeitenden nach anderen Optionen suchen», so die Organisatoren. Hier setzte das Tourismusforum an, oder wie es Ueli Schneider ausdrückte: «Wenn wir die Arbeitsbedingungen nicht aktiv gestalten, verlassen zu viele Mitarbeitende unsere Branche.»
Verantwortung und Einbezug
Mit Janine Kaufmann und Johann Zurniwen erklärten zwei Studierende der Hotelfachschule Thun, was für sie gute Führung ausmacht. Dabei wurde klar: Der Nachwuchs will Verantwortung übernehmen und in die Prozesse und Entscheidungen eingebunden werden, nicht nur Befehle empfangen. Geschätzt wird es auch, wenn Verbesserungspotenzial nicht nur erkannt, sondern auch angegangen wird. Die demografische und strukturelle Ausgangslage können die Gastgeberinnen und Gastgeber im Berner Oberland nicht verändern, aber sie können gestalten, wie attraktiv Arbeiten in ihren Betrieben ist. Die Schlussrunde zeigte auf, dass alle Teilnehmenden neue Inputs und Inspiration für die Mitarbeiterführung in ihren Betrieben erhalten haben.
PD/JOP