US-Duo gewinnt und schafft den Hattrick
07.07.2026 GstaadDer Finaltag des Swatch Beach Pro Gstaad bot dem Publikum nochmals hochklassiges Beachvolleyball. Bei den Frauen setzten sich Kristen Cruz und Taryn Brasher aus den USA durch – zum dritten Mal in Serie. Bei den Männern ging der Turniersieg an Stefan Boermans und Alexander Brouwer aus ...
Der Finaltag des Swatch Beach Pro Gstaad bot dem Publikum nochmals hochklassiges Beachvolleyball. Bei den Frauen setzten sich Kristen Cruz und Taryn Brasher aus den USA durch – zum dritten Mal in Serie. Bei den Männern ging der Turniersieg an Stefan Boermans und Alexander Brouwer aus den Niederlanden.
JONATHAN SCHOPFER
Nachdem die letzten Schweizer Hoffnungen bereits am Samstag mit dem Ausscheiden von Nina Brunner und Tanja Hüberli zerschlagen worden waren, kam es am Sonntag, 5. Juli, im Frauenfinal zu einem US-amerikanischen Duell zwischen Cruz/Brasher und Megan Kraft/Kelly Cheng. Cruz und Brasher behielten in zwei Sätzen die Oberhand, gewannen 21:19 und 21:15 und krönten damit ihren starken Auftritt in Gstaad.
1,93 Meter grosse Blockerin
Besonders am Netz machte Taryn Brasher den zweitplatzierten Kraft/ Cheng Druck. Die 1,93 Meter grosse Amerikanerin erzielte laut Matchstatistik fünf direkte Blockpunkte. An ihrer Seite überzeugte die 1,68 Meter grosse Kristen Cruz mit starker Verteidigungsarbeit. Gemeinsam blieben die beiden im Final ruhig, nutzten ihre Chancen aus und holten sich den verdient den Turniersieg.
Bronze für Stam/Schoon
Den dritten Platz bei den Frauen sicherten sich Katja Stam und Raïsa Schoon aus den Niederlanden. Sie besiegten Julia Donlin und Lexy Denaburg aus den USA im Spiel um Platz 3 mit 21:19 und 21:11. Stam/Schoon hatten am Samstag im Viertelfinal das Schweizer Duo Brunner/Hüberli ausgeschaltet.
Bei den Männern drehen die Niederländer auf
Auch bei den Männern wurde dem Publikum ein spannender Final geboten. Stefan Boermans und Alexander Brouwer trafen auf die US-Amerikaner Trevor Crabb und Chase Budinger. Der erste Satz ging mit 28:26 knapp an Crabb/Budinger. Danach steigerten sich die Niederländer und drehten die Partie. Mit 21:17 im zweiten Satz und 15:11 im Tiebreak sicherten sie sich den Turniersieg.
Am Netz entschieden
Statistisch zeigte sich der Unterschied vor allem am Netz. Boermans/Brouwer erzielten im Final zehn direkte Blockpunkte, Crabb/Budinger nur drei. Bei den Angriffspunkten, also bei erfolgreich abgeschlossenen Angriffsschlägen, lagen die beiden Teams mit 40:39 Punkten nahezu gleichauf. Dazu kamen drei Servicepunkte der Niederländer, während die Amerikaner in dieser Kategorie ohne direkten Punkt blieben.
Bronze geht nach Brasilien
Bronze ging bei den Männern nach Brasilien. Evandro Gonçalves Oliveira Júnior und Arthur Lanci gewannen das Spiel um Platz 3 gegen die Österreicher Philipp Waller und Moritz Pristauz-Telsnigg mit 22:20 und 21:16.Damit endete am Sonntag das Beach Pro Gstaad im ausverkauften Stadion mit Siegen für die USA und die Niederlande. Beide Siegerduos erhielten die goldenen Kuhglocken. Für Kristen Cruz und Taryn Brasher war es nicht der erste Triumph im Saanenland: Das US-Duo gewann in Gstaad bereits 2024 und 2025 und holte nun den dritten Titel in Serie. Bei den Männern durfte Stefan Boermans ebenfalls an frühere Erfolge anknüpfen. Er hatte in Gstaad schon 2021 triumphiert, für seinen Partner Alexander Brouwer war es dagegen der erste Sieg an diesem Turnier.
Schweizer Überraschung am Turnier
Aus Schweizer Sicht bot die 26. Austragung des Beachvolleyballturniers in Gstaad einige Überraschungen. Die Schweizer Luc Flückiger und Andrin Kolb gewannen in der Qualifikation unerwartet gegen die chilenischen Grimalt-Cousins in zwei Sätzen. Die Routiniers aus Chile hatten nämlich 2022 am Beach Gstaad Gold gewonnen. Den Sieg des jungen Schweizer Duos – Flückiger ist Jahrgang 2004, Kolb Jahrgang 2007 – ordnete SRF-Expertin Laura Caluori als überraschend und positiv ein. «Sie sind auf dem richtigen Weg», sagte die ehemalige Volleyballerin gegenüber SRF.
Über die Gruppenphase des Hauptfelds hinaus kamen die Schweizer Männer jedoch nicht. Flückiger/Kolb schieden danach ebenso aus wie Friedli/ Jordan. Bedauerlich aus Schweizer Sicht: Marco Krattiger und Leo Dillier konnten nicht antreten. Krattiger fällt wegen einer Verletzung am Trizeps aus.
Nina Brunner nach Babypause zurück
Bei den Frauen standen mit Nina Brunner/Tanja Hüberli, den Olympia-Dritten von Paris 2024, Joana Mäder/Leona Kernen sowie Anouk und Zoé Vergé-Dépré drei starke Schweizer Teams im Hauptfeld. Die Vergé-Dépré-Schwestern hatten im Vorjahr in Gstaad Bronze geholt. Ein Augenmerk galt auch Nina Brunner und Joana Mäder, da sie 2025 beide Mutter wurden. Beide sind nach ihren Babypausen zurück im Sand.
Am weitesten kamen Brunner/Hüberli. Sie erreichten den Viertelfinal, mussten sich dort aber Katja Stam und Raïsa Schoon aus den Niederlanden geschlagen geben. «Wir haben zu viele Fehler gemacht», sagte Hüberli im anschliessenden Interview im Gstaadion. Dem Heimpublikum versprach das Duo aber: «Wir kommen nächstes Jahr wieder!»
Blick Richtung EM 2027 in Gstaad
Zwischen Routiniers und aufstrebenden Schweizer Newcomern verspricht die Ausgangslage für die EM 2027 in Gstaad somit spannend zu werden. Auch mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles wird der Konkurrenzkampf nochmals Fahrt aufnehmen: Pro Nation können sich maximal zwei Frauenduos und zwei Männerduos qualifizieren.





