Die Liebe zur Schönheit brachte Valentino Garavani ins Saanenland. Der Modeschöpfer erinnerte sich gerne an legendäre Partys in seinem Chalet und fuhr Ski auf seinen Lieblingspisten. Vor einer Woche ist er im Alter von 93 Jahren gestorben.
JONATHAN ...
Die Liebe zur Schönheit brachte Valentino Garavani ins Saanenland. Der Modeschöpfer erinnerte sich gerne an legendäre Partys in seinem Chalet und fuhr Ski auf seinen Lieblingspisten. Vor einer Woche ist er im Alter von 93 Jahren gestorben.
JONATHAN SCHOPFER
Von New York über Rom bis nach Gstaad: Der Modeschöpfer Valentino Garavani (1932–2026) war in der ganzen Welt zu Hause und war stets auf der Suche nach Schönheit. Diese fand er nicht nur in seiner Mode und in seinen Residenzen, sondern auch in der Natur – etwa beim Skifahren auf seinen Lieblingspisten im Saanenland.
Der Modedesigner ist am 19. Januar im Alter von 93 Jahren gestorben.
Ein Leben zwischen Metropolen und Alpen
«Ich schaue mich immer nach schönen Dingen um», sagte einst Valentino Garavani und fand diese auch im Saanenland. Er besuchte Gstaad erstmals in den 1970er-Jahren, wurde rasch zu einem regelmässigen Gast und erwarb schliesslich ein Chalet, wie er in einem Interview mit «GstaadLife» erzählte.
«Gstaad ist zu jeder Jahreszeit wunderschön, aber ich liebe es besonders im Winter. Silvester war schon immer mein Lieblingsfest. Früher habe ich in meinem Chalet legendäre Partys veranstaltet», sagte er 2023. Zu seinen Gästen in Gstaad zählten Models, Royals, Musikstars und Modedesigner.
Gerne erinnerte sich Valentino auch an seine Besuche im Eagle Ski Club. Besonders in Erinnerung geblieben seien ihm zahlreiche Mittagessen auf der Terrasse, bei denen er sich mit prominenten Persönlichkeiten austauschte – von Audrey Hepburn bis hin zu Anne Hathaway, die auch gerne seine Mode trugen.Ebenso wichtig waren ihm die Einrichtungen seiner Residenzen. Im Bildband «Valentino: At the Emperor’s Table» ist auch sein Chalet in Gstaad zu sehen. Die Aufnahmen zeigen eine detailreiche, von Kunst und Design geprägte Einrichtung. Im Interview mit «GstaadLife» sprach er zudem über seine Vorliebe für die Schafskulpturen des französischen Künstlerpaars Lalanne.
Ein einheimischer Skilehrer, dessen Name der Redaktion bekannt ist, begleitete Valentino während 18 Jahren und erinnert sich: «Valentino liebte es besonders, am Wasserngrat, am Eggli und an der Videmanette Ski zu fahren.» Am Eggli wollte er jeweils als Erstes die Fang-Piste hinunterfahren. «Besonders gefallen haben ihm dort der Wald, die Ruhe und der Ausblick. Auch wenn ich ihm Gämsen zeigte, freute er sich immer sehr. Valentino war ein sehr lieber Mensch.»
VALENTINO CLEMENTE LUDOVICO GARAVANI
Der ausgebildete Modedesigner Valentino Garavani gründete Ende der 1950er-Jahre in Rom gemeinsam mit seinem langjährigen Geschäftspartner Giancarlo Giammetti das nach ihm benannte Modehaus. In seiner Karriere prägte er mit dem Valentino-Rot eine Signaturfarbe.
1998 verkauften Valentino und Giammetti das Unternehmen, Valentino blieb jedoch weiterhin als Kreativdirektor tätig. 2008 gab er seinen Rücktritt bekannt.
In der Folge entwarf Valentino Kostüme für das New York City Ballet sowie für das Teatro dell’Opera in Rom für «La Traviata», eine Produktion, die er gemeinsam mit Giammetti realisierte.
Die 2017 gegründete Valentino Garavani Foundation widmet sich neben der Pflege seines Archivs vor allem philanthropischen Zwecken.
Die Liste der Auszeichnungen ist lang. Zu den grössten Ehrungen zählt der Outstanding Achievement Award bei den British Fashion Awards im Dezember 2023. ALAN NAZAR IPEKIAN AUS GSTAADLIFE /JSC