Das war «D Horesteigerig» 2026: Ein grosses Publikum, zusammengesetzt aus interessierten Viehzüchtern aus Nah und Fern, Viehhändlern aus verschiedensten Kantonen der Schweiz und Touristen, die sich unter die vielen einheimischen Schaulustigen mischten. Von den 59 angemeldeten Tieren ...
Das war «D Horesteigerig» 2026: Ein grosses Publikum, zusammengesetzt aus interessierten Viehzüchtern aus Nah und Fern, Viehhändlern aus verschiedensten Kantonen der Schweiz und Touristen, die sich unter die vielen einheimischen Schaulustigen mischten. Von den 59 angemeldeten Tieren wurden 51 aufgeführt. Etwas mehr als die Hälfte gehörten der Rasse Simmental an, SF-Kühe, Redholstein- und Holsteintiere vervollständigten das breite Angebot. Ein qualitätiges Brownswissrind verlieh dem Anlass einen braunen Farbtupfer.
VRENI MÜLLENER
Seit jeher sind die Bergbauern darauf angewiesen, im Herbst Tiere ins Unterland verkaufen zu können. Das ist mit ein Grund, weshalb in den Siebzigerund Achtzigerjahren Viehsteigerungen ins Leben gerufen wurden. Ein solcher Tag ist oft ein Gradmesser für die allgemeine Lage in Sachen Viehabsatz. Dieses Jahr blickte manch einer noch gespannter auf das Geschehen, sind doch die Heustöcke niedriger als in den vergangenen Jahren und Trockenheit und Hitze verursachen auf vielen Alpen eine vorzeitige Alpabfahrt.
«Man darf die Zuversicht nicht zu schnell wegwerfen»
Mit dieser Aussage beschrieb Dominik Matti, Vizepräsident im OK und hiesiger Viehhändler, seine Haltung unmittelbar vor Beginn der Zucht- und Nutzviehsteigerung. Lange bevor klar war, wie sich das Sommerwetter und damit das Wachstum der Futtervorräte entwickeln würden, stand das Organisationskomitee unter der Leitung von Toni Kübli bereits in den Startlöchern. Die Anmeldefrist lief an und die ersten organisatorischen Vorbereitungen wurden aufgegleist.
Vor dem Start zu diesem traditionsreichen Anlass war die Stimmung unter den Organisatoren verhalten, wusste doch niemand so recht, ob sich unter dem grossen Publikum genügend Viehhändler eingefunden haben. Der wage Optimismus wurde belohnt. Trotz der Schreckensbilder von dürren Landwirtschaftsflächen aus dem Unterland fanden sich etliche Käufer ein und boten für die vorgeführten Tiere. Gealptes Rindvieh, das im Unterland mit der Milchleistung noch zulegen kann, sowie trächtige Tiere, die bald einmal ein auf dem Markt gefragtes Kalb zur Welt bringen werden, waren besonders gefragt.
Gantrufer mit viel Spürsinn und Humor
Moderator André Marmet beschrieb jeweils jedes Tier zweisprachig, bevor der bekannte Gantrufer Andreas Aebi seine Arbeit zügig und wortgewandt startete. Rasch erkannte der Emmentaler Landwirt die Vorteile des Tieres, das er zu sehen bekam, und motivierte die potenziellen Käufer zum Bieten. Ihm war bekannt, zu welchem Preis der Eigentümer handeln möchte, mit Blickkontakten verständigte er sich mit den Händlern und den Besitzern. Die Steigerung lebte von den humorvollen Aussagen des ehemaligen Nationalrats, sodass immer wieder geboten wurde.
Ein geselliger Anlass, der bestehen bleiben soll
Die Preise waren mehrheitlich gut und entsprachen meist der Qualität und dem Wert der aufgeführten Tiere. Von den 51 Kühen wurden 26 im Ring versteigert. Zwei Kühe wechselten den Besitzer für 5000 Franken, eine galt über 4000 Franken, für 18 weitere wurden Preise von 3000 bis 3800 Franken erzielt. Nach der Steigerung wurde im Zelt weiter gehandelt, einige Kühe und Rinder wechselten dort noch den Besitzer. Ungefähr zehn Tiere wurden direkt von den Käufern abgeführt und mitgenommen. Dieses Jahr war es ein grosser Vorteil, dass die verkauften Tiere noch bis Ende der Alpzeit auf dem Hornberg oder einer anderen Alp bleiben können.
Das Organisationskomitee ist allen, die an der Steigerung mitmachten, dankbar. Dank gehört auch den grosszügigen Gönnern, welche die bisherigen 47 Hornbergsteigerungen ermöglichten. Es bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten weiterhin dabei sind, damit der Anlass auch in Zukunft in diesem beliebten Rahmen durchgeführt werden kann.