Von Borgström bis Reuteler: Stars begeistern die Gstaader Hockey-Jugend
03.11.2026 SportAm Sonntag, 1. November, hatten Mädchen und Buben im Alter von vier bis zwölf Jahren die Möglichkeit, am Swiss Ice Hockey Day teilzunehmen. Dieser fand wiederum an 80 Standorten in der ganzen Schweiz statt. Auch das Gstaader Eisfeld bot eine stimmungsvolle Kulisse für ...
Am Sonntag, 1. November, hatten Mädchen und Buben im Alter von vier bis zwölf Jahren die Möglichkeit, am Swiss Ice Hockey Day teilzunehmen. Dieser fand wiederum an 80 Standorten in der ganzen Schweiz statt. Auch das Gstaader Eisfeld bot eine stimmungsvolle Kulisse für diesen Anlass.
EUGEN DORNBIERER-HAUSWIRTH
Schlag 11 Uhr ertönte aus dem Lautsprecher die freundliche Stimme von Corinne Reuteler, Vorstandsmitglied des HC Gstaad-Saanenland: «Ich begrüsse alle zum Swiss Ice Hockey Day. Schön, dass so viele Kinder und Eltern anwesend sind. Besonders herzlich begrüsse ich unsere Hockeystars.»
Die Kinder durften sich freuen auf:
– Henrik Borgström: Der aus Finnland stammende Hüne spielt beim Schweizermeister HC Fribourg-Gottéron.
– Kilian Mottet wurde beim HC Fribourg-Gottéron gross und stürmt jetzt für den HC Sierre.
– Maxime Montandon begann seine Hockeykarriere ebenfalls beim HC Fribourg-Gottéron und spielt nun seit mehreren Jahren beim HC Sierre.
– Arnaud Montandon: Der ältere Bruder von Maxime startete seine Karriere ebenso in Freiburg, ehe er nach verschiedenen Stationen zum HC Sierre wechselte.
– Melina Reuteler: Unsere Gstaaderin ist regelmässiger Gast auf dem Eis. Melina feierte letzte Saison den Schweizer Meistertitel in der Women’s League B und stieg mit dem Lausanne HC Féminin in die höchste Frauenliga auf.
Leuchtende Augen auf dem glatten Eis
Die Mädchen und Buben erlebten Eishockey in seiner reinsten Form. Manche der Jüngsten waren an diesem Tag noch nicht sehr oft auf Schlittschuhen gestanden. Einige hatten jedoch bereits die Hockeyschule besucht oder fest in ihren Teams gespielt. Während die Erfahreneren bereits wie die Wiesel über das Feld jagten und den Puck mit präzisen Schüssen im Netz versenkten, kämpften die Jüngsten noch mit den Tücken der Schwerkraft. Die Füsse wackelten, die Kufen rutschten weg – doch Aufgeben war für diese Minicracks keine Option. Jeder Sturz wurde mit einem Lachen quittiert, jeder gelungene Schritt gefeiert.
In ihren schweren Rüstungen wirkten die Allerjüngsten fast wie kleine Astronauten. Ihre Entschlossenheit war riesig. Sie hörten den Anweisungen der Trainer mit offenen Mündern zu, saugten jeden Tipp auf und versuchten sofort, ihn umzusetzen. In ihren Köpfen waren sie in diesem Moment nicht auf dem lokalen Eisfeld – sie spielten im WM-Finale.
Die Scheibe flitzte, die Schläger klackten und der Einsatz war absolut kompromisslos. Ein von Statur kleiner U9-Spieler schnappte sich den Puck, umkurvte die Verteidigung und passte quer rüber zu einem Hockeyschüler, der die Scheibe stolz über die Linie drückte. Der Jubel, der daraufhin ausbrach, stand dem in den grossen Stadien dieser Welt in nichts nach.
Nach 90 intensiven Minuten schwanden die Kräfte. Mit hochroten Wangen, verschwitzten Haaren, aber einem breiten Grinsen im Gesicht stapften die Kinder vom Eis. Die Beine waren müde, die Eishockeytaschen schwer, doch die Herzen waren voller Stolz. Dieser Tag zeigte: Aller Anfang ist zwar schwer – aber der Beginn eines ganz grossen Abenteuers. Das Eishockeyfieber hat eine neue Generation gepackt.
Mit einem Hotdog in der Hand und sichtbarer Freude kommentierten auch Livia, Leano und Flavia das Erlebte: «Es war cool! Die kleinen ‹Mätschli› haben Spass gemacht und hie und da ein Sturz war eigentlich nichts Besonderes!»
«Eishockey ist meine grösste Leidenschaft»
Die Gstaaderin Melina Reuteler spielt beim Lausanne HC Féminin Eishockey. Am Swiss Ice Hockey Day gab sie ihre Begeisterung für den Sport an die jüngste Generation weiter. Im Interview erzählt sie wie sie selbst zum Eishockey fand.
Eishockey mit Kindern – was motiviert Sie dazu?
Es ist mega schön zu sehen, wie viel Freude die Kinder auf dem Eis haben und wie sie sich Mühe geben. Da eigentlich immer die gleichen Kinder an den Swiss Ice Hockey Day kommen, sehe ich ihre Fortschritte extrem gut. Mich freut es einfach, wenn ich ihnen helfen und etwas zeigen kann.
Auf was legen Sie den Fokus bei der Arbeit mit Kindern?
An erster Stelle steht der Spass – das ist das Wichtigste. Wir alle betreiben diesen Sport, weil er uns Freude macht. Selbstverständlich braucht es auf dem Eis auch Disziplin, aber der Spassfaktor darf nie verloren gehen.
Gibt es im Eishockey auch Herausforderungen für die Kleinsten?
Es braucht sicher viel Unterstützung der Eltern, auch wegen des Transports der Ausrüstung und der regelmässigen Trainings. Sportlich gesehen ist das Schlittschuhlaufen die Basis – die Balance zu finden, ist anfänglich eine Herausforderung. Aber das Gute ist: Bei Stürzen schmerzt es dank der dicken Ausrüstung ja nicht wirklich.
Sehen Sie den Kindern an, ob sie Talent haben?
Ja, absolut. Vor allem bei den kleinen «Mätschli» sieht man schnell, in welchen Kindern Ehrgeiz steckt und wer schon eine gute Übersicht hat.
Erinnert Sie dieser Anlass an Ihre eigene Kindheit?
Ja, ich bin früher selbst durch einen Swiss Ice Hockey Day in den Eishockeysport gerutscht. Damals stand ich mit meinen grossen Vorbildern auf dem Eis – das war mega cool! So begann alles und ich wurde zu dem, was ich heute bin.
Sie waren als Kind ja sehr polysportiv unterwegs…
Genau, ich machte Geräteturnen und Leichtathletik, spielte gelegentlich Hockey, fuhr Snowboard und Ski. Im Jahr 2009 war ich als Vierjährige gar die Jüngste bei einem Clubrennen des SC Saanen. Als ich dann in das Alter kam, in dem man sich entscheiden muss, fand ich heraus, dass Eishockey meine grösste Leidenschaft ist und mich das Teamspiel am meisten fasziniert.




