Von der Skipiste zur Sportfamilie
27.10.2026 SportVom Skirennsport über den Laufsport bis hin zum eigenen Familienbetrieb: Das Schönrieder Ehepaar Ursi und Rolf Zanini-Glur blickten am Herbsthöck des BOSV Ex-Klusiv Clubs auf ihre sportlichen und beruflichen Laufbahnen zurück. Mit persönlichen Anekdoten und ...
Vom Skirennsport über den Laufsport bis hin zum eigenen Familienbetrieb: Das Schönrieder Ehepaar Ursi und Rolf Zanini-Glur blickten am Herbsthöck des BOSV Ex-Klusiv Clubs auf ihre sportlichen und beruflichen Laufbahnen zurück. Mit persönlichen Anekdoten und eindrücklichen Bildern gaben sie Einblick in ihr bewegtes Leben.
Nach dem Nachtessen stand die Frage im Raum, wie aus zwei Skirennfahrern ein Ehepaar mit Sportkarrieren, einem Familienbetrieb und viel Vereinsarbeit wird. Ursi und Rolf Zanini-Glur beantworteten sie mit Anekdoten und Bildern.
Training mit Haselstecken
Ursi lernte das Skifahren mit ihren beiden Geschwistern am Zielhang der Horneggli-Piste in Schönried. Im Skiclub Schönried trainierte sie teils abends bei diffusem Scheinwerferlicht. Als Torstangen dienten selbst geschnittene und gefärbte Haselstecken. Den Start erklommen die Fahrerinnen und Fahrer im Treppenschritt. So wurde die Piste von Fahrt zu Fahrt kompakter und die Kondition immer besser.
Im BOSV-Kader unter Alpin-Chef Christian Steudler feierte sie bald ihren ersten nationalen Erfolg. An der Juniorinnen-Schweizermeisterschaft auf der Lauchernalp wurde sie Fünfte in der Abfahrt. Damit qualifizierte sie sich für den SSV und fuhr fortan auf schnellen Kneissl-Ski. Bei den internationalen FIS-Rennen musste sie jedoch mit hinteren Startnummern antreten. Die metertiefen Gräben auf den Pisten machten ihr zu schaffen. Die Rennaufgebote blieben aus, und sie wurde zurückgestuft.
Vom Stadtberner zum Skirennfahrer
Rolf entdeckte das Skifahren als Kind während eines Kuraufenthalts an der Lenk. Der Stadtberner trainierte mit seinen zwei Brüdern in der Skiabteilung der Gymnastischen Gesellschaft Bern. Das Klubtraining im Seelital und am Schwarzsee zahlte sich aus. Er empfahl sich für das VBSC-Kader und bald darauf für die SSV-Kandidatengruppe. Für den weiteren Aufstieg war die Latte aber zu hoch, und auch er wurde zurückgestuft.
Punkte sammeln und sich finden
Nach ihren internationalen Einsätzen sammelten beide im BOSV-Cup Punkte, damit sie als Sieger Städtereisen oder Strandferien gewinnen konnten. Sie trainierten zusammen am Hugelilift am Rellerli. Der zugezogene Stadtberner konnte Ursi anfangs wenig begeistern, doch das änderte sich schnell. Besonders imponierte ihr seine Teilnahme an internationalen Städterennen.
Ursi wurde fünffache BOSV-Cup-Siegerin. Zum Karriereabschluss erreichte sie an den Schweizermeisterschaften am Horneggli einen geschichtsträchtigen Top-Ten-Platz.
Vom Skirennen zum Laufsport
Rolf wurde durch einen Arbeitsunfall jäh gebremst. Er wandte sich dem Laufsport zu und qualifizierte sich für die Cross-Europameisterschaften in der Algarve. Er lief 5000 Meter auf der Bahn und mehrere internationale Marathons, darunter den Jungfrau-Marathon. Den GP Bern bewältigte er in unter 54 Minuten.
Dachdeckerbetrieb und Vereinsarbeit
Nach dem Ende der Skikarriere übernahm Rolf zusammen mit seinem Bruder Heinz den väterlichen Betrieb. Auch Heinz war ein blitzschneller Skirennfahrer. Die nicht schwindelfreie Ursi verdiente sich ihre Sporen zuerst als Dachkontrolleurin ab. Danach übernahm sie die administrative Leitung der Dachdeckerfirma. Heute blicken beide mit Stolz auf 35 erfolgreiche Geschäftsjahre zurück.
Ursi und Rolf waren und sind in vielen Vereinen und Funktionen aktiv. Sie leiteten langjährig J+S-Kurse und wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Grosse Freude haben die beiden an ihren Kindern und Grosskindern, zu deren Hobbys ebenfalls Sport und Musik gehören. Zurzeit besuchen sie die Familie in Taiwan.
PD/AMO




