Wandern, Staunen, «MUHnigolfen»: die HPS Gstaad im Herbstlager
02.10.2026 SchuleDie Schülerinnen und Schüler der HPS Gstaad verbrachten ihr diesjähriges Herbstlager vom 7. bis 11. September auf dem Brünig.
Mit drei Bussen, vollgepackten Koffern und einer fröhlichen Kinderschar ging es durch das Simmental und dem Thunersee ...
Die Schülerinnen und Schüler der HPS Gstaad verbrachten ihr diesjähriges Herbstlager vom 7. bis 11. September auf dem Brünig.
Mit drei Bussen, vollgepackten Koffern und einer fröhlichen Kinderschar ging es durch das Simmental und dem Thunersee entlang Richtung Brünig.
Modellbahn
Unser erstes Ziel lag in der Zeughausstrasse in Meiringen. Nach der Znünipause und frisch gestärkt warteten wir gespannt auf die Türöffnung der Modellbahn Meiringen. Die Anlage lässt nicht nur Kinderaugen leuchten. Eine aufwendig restaurierte Landschaft mit 41 Zügen, 11 Brücken, 18 Tunneln und 1050 Metern Geleise wartete darauf, entdeckt zu werden. In einem Parcours suchten die Kinder nach verschiedenen Gegenständen. Sogar Dinosaurier hatten sich zwischen den Miniaturwelten versteckt. Wer genau hinschaute, entdeckte immer wieder neue, liebevoll gestaltete Details. Besonders die grossen Viadukte beeindruckten – und natürlich wurde der vorbeifahrende Glacier Express auf einem Foto festgehalten.
Gegen Mittag ging unsere Reise wieder weiter Richtung Brünig. Es dauerte nicht lange und schon sahen wir das Lagerhaus vor uns. Die Kinder nahmen nach einem schnellen Picknick sogleich den Umschwung in Beschlag und genossen es, im Grünen herumzuspringen und sich auszutoben. Nach einer Schnitzeljagd durch die umliegenden Wälder, bei der Rätsel gelöst und Aufgaben gemeinsam bewältigt wurden, hiess es: Zimmer be- und Betten anziehen! Das gab einiges an Gekicher und Gelächter, bis alle Betten mit Moltons und Überzügen richtig bezogen waren.
Hoch hinaus
Am nächsten Morgen fuhren wir nach Alpnachstad. Das Wetter hätte für einen Ausflug auf den Pilatus kaum besser sein können. Nach einer kleineren, jedoch zeitintensiven Herausforderung am Ticketschalter schafften wir es doch noch rechtzeitig auf die Pilatusbahn. Gemächlich ging es in die Höhe. Mit jedem überwundenen Höhenmeter wuchs das Staunen und einigen wurde es mulmig in der Bauchgegend. Oben angekommen, eröffnete sich ein beeindruckendes Panorama: Der Vierwaldstättersee, die Zentralschweiz und die Berner Alpen konnten bestaunt werden.
Doch schon bald ging es wieder bergab – zunächst mit der grossen Gondel auf der anderen Seite des Berges bis Fräkmüntegg. Von dort führte eine rund eineinhalbstündige Wanderung durch Wälder, Hochmoore und entlang ausgetrockneter Bäche bis Krienseregg. Im dortigen PILU-Land wurde zuerst das Picknick gegessen, bevor die Seilbahnen, Holzburgen und Rutschbahnen ausgiebig getestet und ausprobiert wurden. Von Müdigkeit war plötzlich keine Rede mehr.
Viel zu schnell mussten wir wieder zusammenpacken und zu den Gondeln laufen, welche uns hinunter nach Kriens brachten. Dort erwartete uns eine richtige Spätsommerhitze. Die bevorstehende Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee Richtung Alpnachstad versprach luftige Abkühlung.
Museum zum Ersten
Am Mittwoch stand der Besuch des Freilichtmuseums Ballenberg auf dem Programm. Eine tiefe Wolkendecke hing über den historischen Häusern, als wir uns beim Eingang Ost bzw. Eingang West für die Führungen parat machten.
Die Gruppe «Ost» ging «Ab auf die Alp» und erfuhr, welche Arbeiten auf einer Alp anfallen, wie der Alltag der Sennerinnen und Sennen ausschaut und wie aus der Milch feiner Alpkäse entsteht. Die Gruppe «West» wurde auf eine Führung zum Thema «Leben ohne Steckdose» mitgenommen. Dabei wurden Fragen beantwortet, wie das Licht ohne Schalter in die Räume kam oder warum in der Küche Würste im Rauch hingen.
Während am Vortag noch jeder Schattenplatz begehrt war, sehnten wir uns nun nach etwas Wärme. Die Temperaturen fielen um die Mittagszeit deutlich, sodass beim Mittagessen alle dick eingepackt ihre Sandwiches genossen. Frisch gestärkt erkundeten die Kinder anschliessend in kleinen Gruppen die historischen Häuser und die alten Handwerkskünste. Eine heisse Schokolade im Restaurant? Was am Vortag noch völlig undenkbar gewesen wäre, erschien jetzt als perfekte Idee, um die klammen Finger aufzuwärmen.
Zwergenweg
Nach dem Temperatursturz vom Vortag machten wir uns am Donnerstag in langen Hosen und warmen Pullovern auf zum Bahnhof Brünig, um mit dem Postauto nach Hasliberg Reuti zu fahren. Dort stiegen wir in die Gondeln und hielten bis auf der Mägisalp Ausschau nach einer möglichen Lücke in der Nebeldecke. Doch weit und breit war keine einzige zu entdecken. Sobald wir jedoch beim Zwergenweg angekommen waren, spielte das Wetter eh nur noch die zweite Geige. Die Kinder liefen voller Begeisterung von Posten zu Posten, probierten die «Tannzapfentröchni» aus, erkundeten die «Zwergenhöhle» und wussten viel über Muggestutz und Raurinde zu erzählen.
Der hartnäckige Nebel hatte auch seine Vorteile: Die Landschaft wurde in eine beinahe märchenhafte Welt verwandelt. Aus dem Wanderweg wurde eine mystische Fabellandschaft.
Museum zum Zweiten
Am Freitagmorgen fuhren wir nach Hofstetten bei Brienz. Schon von weitem begrüsste uns die grosse, rote Holzkuh von Trauffer – ein echter Blickfang. Im Museum erfuhren wir, wie die bekannten Holztiere entstehen: vom rohen Stück Holz bis zur farbenfrohen Figur. Die Kinder durften auch selbst zu Pinsel und Farbe greifen. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Kühe, Alpakas, Krokodile und weitere Holztiere erstrahlten in den unterschiedlichsten und kreativsten Farbkombinationen. Kreativ ging es auch danach weiter. «MUHnigolf» stand auf dem Programm. An 18 Stationen galt es, einen Fussball mit möglichst wenigen Schüssen ins Loch zu befördern – eine letzte, ausgesprochen kurzweilige Herausforderung für die Lagergruppe.
Gewonnen hat, wenig erstaunlich, unser grösster Fussballfan.
Nach dem Mittagessen auf einem nahegelegenen Spielplatz ging es müde und zufrieden zurück nach Gstaad.
Ein herzliches Dankeschön allen, die uns mit ihrer Unterstützung diese erlebnisreiche und schöne Lagerwoche ermöglicht haben.
CLAUDIA HUONDER UND TEAM




