Was passiert in einem Mann, der sein Leben lang Tiere zerlegt hat und irgendwann anfängt zu zweifeln? In seiner Graphic Novel «Fleischeslust» zeichnet Martin Oesch das packende Porträt eines Mannes im moralischen Konflikt und fragt dabei, wie weit uns unser Essen ...
Was passiert in einem Mann, der sein Leben lang Tiere zerlegt hat und irgendwann anfängt zu zweifeln? In seiner Graphic Novel «Fleischeslust» zeichnet Martin Oesch das packende Porträt eines Mannes im moralischen Konflikt und fragt dabei, wie weit uns unser Essen eigentlich fremd geworden ist.
Erwin ist Metzgermeister. Seit Jahrzehnten steht er hinter der Theke seiner Metzgerei, kennt seine Kundschaft, kennt seinen Beruf. Doch irgendetwas stimmt nicht mehr. Die Träume, die ihn jede Nacht heimsuchen, lassen ihm keine Ruhe: Schafe im Schlachthaus, Regenwälder, die fallen, Tiere, die anklagen.
Der Berner Comiczeichner Martin Oesch, selbst gelernter Metzger und Mitgründer einer Biometzgerei, weiss, wovon er erzählt. Seine tiefen Einblicke spiegeln sich auch im Zeichenstil wider. Mit Filzstift – einem Material, das, wie er sagt, etwas vom Fleischschneiden hat, weil man Striche nicht rückgängig machen kann – hat er eine Geschichte geschaffen, die so deftig wie differenziert ist. «Fleischeslust» hinterfragt unseren Konsum und zeigt, was wir verlieren, wenn wir den Bezug zu unserer Nahrung einbüssen. (Siehe Inserat)
LITERARISCHER HERBST GSTAAD
Moderation: Leonora Schulthess. Veranstaltung ohne Ticketreservation. Eintritt: Fr. 20.–. literarischerherbst.ch