Petition fordert Massnahmen für sicheren Schulweg bei der Saanen Bridge
14.08.2026 PolitikDer Bollywood-Fotospot auf der Brücke in Saanen ist seit Jahren ein Touristenmagnet. Weil sich auf der Brücke Tourismus und Schulweg kreuzen, fordert eine Petition nun Verbesserungen für die Sicherheit der Schulkinder.
MAXIME VÖGELE
Seit Jahrzehnten strömen ...
Der Bollywood-Fotospot auf der Brücke in Saanen ist seit Jahren ein Touristenmagnet. Weil sich auf der Brücke Tourismus und Schulweg kreuzen, fordert eine Petition nun Verbesserungen für die Sicherheit der Schulkinder.
MAXIME VÖGELE
Seit Jahrzehnten strömen Bollywood-Fans nach Saanen, um die ikonische Szene aus dem indischen Kultmusical «Dilwale Dulhania Le Jayenge» für ein Urlaubsfoto nachzustellen. Der Touristenhotspot liegt auf dem Schulweg der Saaner Kinder. Mit einer Petition fordert Marina Schopfer aus Saanen Massnahmen, um die Sicherheit der Schulkinder auf dem Schulweg zu verbessern.
Petition eingereicht
«Wenn sich viele Touristen auf der Brücke befinden, müssen Kinder auf die Strasse ausweichen und geraten dadurch in Konflikt mit dem Verkehr», erklärt Marina Schopfer im Gespräch mit dem «Anzeiger von Saanen». Auch sei es schon zu Interaktionen mit den meist indischen Touristen gekommen, welche die Kinder verunsichert hätten.
Mit der Petition «Sicherer Schulweg Saanen» wird die Gemeinde aufgefordert, die Situation zu verbessern. Beim Sammeln der Unterschriften sei das Vorhaben positiv aufgenommen worden. Die Initiantin geht von über 170 Unterschriften aus. Die Gemeinde Saanen bestätigt auf Anfrage dieser Zeitung, dass die Petition eingereicht wurde und nun in Bearbeitung ist. Zur genauen Anzahl der Unterschriften konnte die Gemeinde noch keine Auskunft geben.
Nicht der erste Weg
Vor der Petition versuchte die Initiantin, das Problem im direkten Austausch zu lösen. Sie suchte das Gespräch mit anderen Eltern, der Gemeinde und auch dem Gstaad Saanenland Tourismus (GST). Der GST schreibt auf Anfrage des «Anzeigers von Saanen», man respektiere den politischen Prozess und warte die Behandlung der Petition durch die zuständigen Gremien ab. «Die Sicherheit der Schulkinder hat für Gstaad Saanenland Tourismus einen hohen Stellenwert», schreibt Flurin Riedi, Tourismusdirektor des GST. Die Anliegen der Petition nehme man ernst. Den indischen Markt bearbeite der GST nicht aktiv. Das Besucheraufkommen und die damit verbundenen Herausforderungen würden jedoch im Rahmen der Besucherlenkung gemeinsam mit der Gemeinde und weiteren Partnern behandelt.
Das Problem sei jedoch schon länger bekannt. Gespräche mit Eltern älterer Schulkinder hätten gezeigt, dass die Brücke bereits vor zehn Jahren ein Problem auf dem Schulweg dargestellt habe. Bereits in der Vergangenheit seien verschiedene Verbesserungen versucht worden. «Nichts hat geholfen, dass die Touristen wahrnehmen, dass es ein Schulweg ist», erklärt die Initiantin im Gespräch.
Geordnetes Miteinander
Die Initiantin betont, dass sie nicht gegen den Tourismus sei. Ihr Ziel sei, dass Schulkinder und Touristen die Brücke gemeinsam nutzen können, ohne dass die Sicherheit auf dem Schulweg gefährdet wird.
Mit der Petition hat sie verschiedene Anregungen eingereicht, welche die Gemeinde prüfen könne. Denkbar seien Informationstafeln zum gewünschten Verhalten der Touristinnen und Touristen sowie die Prüfung, ob angemeldete Reisebusse ausserhalb der Hauptzeiten des Schulwegs koordiniert werden könnten. Denkbar seien zudem Bodenmarkierungen oder Fussgängerstreifen, welche die Verkehrsführung verdeutlichen. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Verkehrsdienst während der Hauptzeiten, der die Situation koordiniert. Diese Aufgabe solle jedoch nicht den Eltern zufallen, sondern von der Gemeinde organisiert werden.
Sicherheit an erster Stelle
Die Petition «Sicherer Schulweg Saanen» muss von der Gemeinde innerhalb von sechs Monaten geprüft und beantwortet werden. Die Bearbeitungsfrist von sechs Monaten habe die Initiantin überrascht. Eine möglichst rasche Lösung sei ihr wichtig. Mit der Antwort der Gemeinde allein seien noch keine Massnahmen umgesetzt. Bis sich die Situation entschärfe, dürfte deshalb noch einige Zeit vergehen.
«Die perfekte Lösung gibt es nicht», meint die Initiantin. An der Brücke treffen viele unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander: «Wenn man gewillt ist, eine Lösung zu finden, wird man das auch.» An erster Stelle stehe, dass alle Kinder nach der Schule sicher zu Hause ankommen.



