Widerstand gegen das Caprices Festival
30.04.2026 GesellschaftMit einer Petition bringen Anwohner ihre Kritik gegen das Caprices Festival erstmals gesammelt auf den Tisch: Sie sprechen von Lärm, Belastung für Mensch und Tier sowie von einem Publikum, das nicht zur Region passe. Für sie steht mehr als nur ein einzelner Anlass zur Debatte ...
Mit einer Petition bringen Anwohner ihre Kritik gegen das Caprices Festival erstmals gesammelt auf den Tisch: Sie sprechen von Lärm, Belastung für Mensch und Tier sowie von einem Publikum, das nicht zur Region passe. Für sie steht mehr als nur ein einzelner Anlass zur Debatte – es geht um die grundsätzliche Frage, wie sich die Ferienregion Gstaad entwickeln soll. Der Veranstalter weist die Vorwürfe teilweise zurück, räumt aber Verbesserungsbedarf ein und kündigt konkrete Anpassungen an. Auch der Tourismus nimmt Stellung und versucht, zwischen wirtschaftlichen Chancen und den Anliegen der Bevölkerung zu vermitteln. Klar ist: Die Diskussion um das Caprices Festival dürfte die Region noch länger beschäftigen.
Das Caprices Festival spürt Gegenwind
Das Caprices Festival bewegt die Destination Gstaad: Mit einer Petition bringen Anwohner ihre Kritik an Lärm, Naturbelastung und fehlender Kontrolle auf den Tisch. Der Veranstalter reagiert und kündigt Verbesserungen an. Der Tourismus wiederum versucht, die unterschiedlichen Interessen einzuordnen und eine Balance zwischen Entwicklung und Lebensqualität zu finden.
Petition gegen Caprices: «Die Belastung ist zu gross»
80 Unterschriften haben Vera Steiner und Markus Welten Anfang April bei der Gemeinde Saanen eingereicht. Mit ihrer Petition fordern sie, dem Caprices Festival in dieser Form künftig keinen Zuspruch mehr zu erteilen – und bringen damit die Kritik vieler Anwohnenden auf den Punkt.
SONJA WOLF
Anfang April reichten Vera Steiner und Markus Welten bei der Gemeinde Saanen eine Petition gegen das Caprices Festival ein. Insgesamt 80 Unterschriften wurden übergeben. Die Initianten – beide wohnhaft im Grund – fordern die Verantwortlichen auf, künftig keinen Zuspruch mehr für die Durchführung des Festivals zu erteilen. Die Petition richtet sich an Gemeinderat, Sicherheitskommission und Regierungsstatthalter und soll bei der Nachevaluation des Anlasses berücksichtigt werden. Die Unterstützung aus der Bevölkerung sei als Reaktion auf Vera Steiners Leserbrief im «Anzeiger von Saanen» ins Rollen gekommen (Ausgabe vom 24. März 2026). Alle 80 Unterschreibenden hätten ihren Teil der Bedenken gegenüber dem Festival in die Petition miteingebracht.
Vera Steiner und Markus Welten, warum haben Sie diese Petition lanciert?
Vera Steiner (VS): Weil wir das Gefühl hatten, dass zwar viel geredet wird, aber nichts Verbindliches auf dem Tisch liegt. Mit der Petition wollten wir unsere Bedenken offiziell einreichen, damit sich Gemeinde und Behörden damit befassen und Stellung nehmen müssen.
Markus Welten (MW): Uns war wichtig, dass es nicht bei Gesprächen unter Nachbarn bleibt. Wenn man nur redet, verläuft sich vieles. Mit der Petition ist klar formuliert, was viele Leute als belastend erlebt haben.
Was war für Sie persönlich am schlimmsten?
MW: Für mich ganz klar die Dauerbelastung, besonders in der Nacht. Es war nicht einfach ein Abend Musik, sondern über Tage hinweg spürbar – mit dem monotonen Bass, der tagelang für einen erhöhten Stresspegel sorgte. Wir haben ein kleines Kind zu Hause, da merkst du sofort, was das ausmacht.
VS: Bei uns war es ähnlich. Auch unsere Kinder – sie sind 14- und 16-jährig – haben mit Stress und Schlafstörungen darauf reagiert. Für mich haben die Faktoren Mensch, Tier und Natur mehr Gewicht als Profit, Tourismus und Wirtschaftlichkeit.
Sie sprechen von Tieren und der Natur. Wie genau meinen Sie das?
MW: Wir leben hier in einer Region, in der Mensch, Tier und Natur sehr eng zusammengehören. Zum einen haben viele in der Region Haus- und Nutztiere. Und zum anderen hört für uns die Verantwortung nicht beim Gartenzaun auf.
VS: Genau, gerade Wildtiere können sich ja nicht selber zu Wort melden. Die Durchführung des Festivals an einem Ort, der von Wildschutzzone umgeben ist, ist für mich ein No-Go. Gemäss unseren eigenen Recherchen war die örtliche Wildhut nicht in den Bewilligungsprozess des Festivals eingebunden.
Ihre Petition fordert, künftig auf weitere Durchführungen zu verzichten. Ist das für Sie eine Maximalforderung?
MW: In dieser Form sollte es aus unserer Sicht tatsächlich nicht mehr stattfinden. Wenn es irgendwie weitergeführt werden soll, dann müsste man das Ganze wirklich komplett überarbeiten.
VS: Wir haben die Forderung bewusst klar formuliert. Auch weil wir finden: Man muss das Thema gleich zu Beginn grundsätzlich diskutieren und nicht einfach ein bisschen nachbessern und dann weitermachen wie bisher.
Sie schreiben in Ihrer Petition von kistenweise mitgebrachtem Alkohol, hohem Drogenkonsum, Grölereien, Abfällen und Exkrementen aller Art, welche besonders die Anwohnenden an der Talstation Eggli belasteten. Zieht das Festival ein Publikum an, das aus Ihrer Sicht nicht hierher passt?
VS: Es geht uns keinesfalls darum, Menschen pauschal abzuwerten. Aber wir fragen uns schon, welches Publikum man mit so einem Anlass anziehen will. Wir wünschen uns Gäste, welche die Natur, die Ruhe und auch die Schönheit und Kultur der Region schätzen. Bei diesem Festival hatten wir den Eindruck, dass viele Gäste nur für den Event anreisen, kurz konsumieren und dann wieder verschwinden. Unsere schöne Bergwelt erscheint bei einem solchen Techno-Tanz-Event fast nebensächlich – ausser als Kulisse fürs Instagram-Foto vielleicht.
MW: Genau. Das ist für mich auch der Punkt bei der Wertschöpfung. Natürlich gibt es eine solche – aber man muss schon nachfragen, wie gross sie am Ende wirklich ist. Wenn Leute nur wegen des Festivals kommen, vielleicht eine Nacht bleiben und dann wieder abreisen, ist das etwas anderes, als wenn Gäste die Region als Ganzes schätzen, hier Ferien machen und auch sonst Zeit verbringen.
Sie stellen also auch den touristischen Nutzen infrage?
VS: Ja, zumindest in dieser Form. Wenn am Ende die Belastung bei den Einheimischen bleibt und man dazu noch Müll, Exkremente und Lärm hat, dann ist das kein gutes Bild – weder für die Leute, die hier leben, noch für die Ferienregion Gstaad.
Sie haben auch die Sorge geäussert, dass das Festival über soziale Medien noch viel mehr Leute anziehen könnte.
VS: Ja, das beschäftigt uns. Das Caprices hat eine enorme Reichweite. Wenn so ein Anlass durch die sozialen Medien zum Hotspot wird, dann zieht das noch mehr Leute an. Und dann stellt sich die Frage: Können wir das hier überhaupt noch bewältigen?
Sie machen also auch eine Grundsatzfrage daraus: Welche Entwicklung will die Ferienregion Gstaad?
VS: Ja, absolut. Es gibt Anlässe, die viel besser zu einer Region wie unserer passen, weil sie ein anderes Publikum anziehen und einen anderen Umgang mit Landschaft und Ort mitbringen – ich denke an Schwingfeste oder Wanderevents zum Beispiel. Darum ist diese Petition für uns mehr als nur eine Reklamation über Lärm.
Was erwarten Sie nun von der Gemeinde?
MW: Dass unsere Eingabe offiziell auf den Tisch des Gemeinderats kommt und ernsthaft geprüft wird. Und dass uns klar gesagt wird, wie man mit diesen Punkten umgehen möchte.
SO FUNKTIONIERT EINE PETITION IM KANTON BERN
Eine Petition ist eine formlose Eingabe an Behörden – etwa ein Anliegen, eine Kritik oder eine Forderung. Im Gegensatz zu Initiativen oder Referenden hat sie keine rechtlich bindende Wirkung und führt zu keiner Volksabstimmung.
Die wichtigsten Punkte:
– Jede Person kann eine Petition einreichen – unabhängig von Alter, Nationalität oder Wohnsitz.
– Keine Mindestanzahl an Unterschriften erforderlich.
– Inhaltlich frei: Sie kann jedes Thema betreffen.
– Formlos möglich: schriftlich oder auch online.
– Keine Verpflichtung zur Umsetzung: Behörden müssen die Petition prüfen und beantworten, sind aber nicht an die Forderungen gebunden.
In der Gemeinde Saanen gilt zudem:
– Gemäss Organisationsreglement (Art. 38) hat jede Person das Recht, eine Petition einzureichen.
– Die zuständige Behörde muss diese prüfen und innert sechs Monaten beantworten.
SWO
WAS STEHT IN DER PETITION?
Die Petition richtet sich gegen die weitere Durchführung des Gstaad Electronic Music Festival Caprices im Saanenland.
Die wichtigsten Kritikpunkte:
– Lärmbelastung: Tieffrequente Bässe hätten bei Anwohnern – insbesondere bei Kindern – sowie bei Haus- und Nutztieren zu Stress und Schlafproblemen geführt.
– Helikopterflüge: Zusätzliche Lärmbelastung durch Auf- und Abbau des Festivals.
– Wildtierschutz: Beeinträchtigung der Wildruhezone im Grund; der zuständige Wildhüter sei gemäss Petition nicht in den Bewilligungsprozess einbezogen worden.
– Feiertagsruhe: Die Initianten sehen die kantonalen Vorschriften zur Ruhe an Sonn- und Feiertagen als verletzt an.
– Öffentliche Ordnung: Die Petition verweist auf Polizeieinsätze, hohen Alkohol- und Drogenkonsum sowie auf Lärm und Grölereien rund um das Veranstaltungsgelände.
– Verschmutzung: Anwohner berichten von erheblichen Verunreinigungen im Bereich der Talstation Eggli.
– Besucherlenkung: Die in der Bewilligung vorgesehene Kontrolle der Besucherströme zwischen Party-Ort und Parkplatz habe gemäss Petition nicht ausreichend funktioniert.
SWO
Festivaldirektor: «Wir nehmen die Kritik sehr ernst»
Das Caprices Festival bewertet seine erste Winterausgabe in Gstaad als Erfolg – doch die Kritik aus der Bevölkerung bleibt nicht unbeantwortet. Der Veranstalter kündigt Anpassungen bei Lärm, Infrastruktur und Besucherlenkung an.
SONJA WOLF
Wir beurteilen Sie generell die erste Ausgabe des Caprices Festivals?
Das Caprices Festival verzeichnete an beiden Wochenenden insgesamt knapp 15’000 Besucher, ohne grössere Zwischenfälle. Unser Publikum kam aus 14 Ländern, war sehr diszipliniert und hat sowohl den Veranstaltungsort als auch die Destination geschätzt. Wir sind der Ansicht, dass diese erste Ausgabe gezeigt hat, dass das Projekt für Gstaad relevant ist.
Nun wurde eine Petition eingereicht, die unter anderem Lärmemissionen und eine ungenügende Besucherlenkung kritisiert.
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, die Veranstaltung auf dem Eggli durchzuführen, um Störungen im Dorf zu vermeiden. Aus unserer Sicht konnten die Beeinträchtigungen im Ort gut kontrolliert werden. Gleichzeitig erkennen wir an, dass beim Abstieg der Besucher Lärm wahrgenommen worden sein könnte. Hier planen wir, das Sicherheitspersonal entlang der Strecke zwischen Gondelstation und Transportpunkten zu verstärken.
Hatten Sie eine Firma beauftragt, die ausserhalb des Geländes für Ordnung sorgte?
Ja. Sicherheit hat für uns höchste Priorität. Rund 25 Sicherheitskräfte waren im gesamten Veranstaltungsperimeter im Einsatz – auch ausserhalb des eigentlichen Festivalgeländes.
In der Bewilligung sind klare Vorgaben zu Lärm und Lautsprecherausrichtung festgehalten. Wurden diese eingehalten?
Die Tonkonfiguration wurde so ausgelegt, dass Störungen möglichst minimiert werden. Dennoch scheint es, dass in einzelnen Bereichen Lärm wahrgenommen wurde. Akustik in einer Bergumgebung ist ein besonders komplexes Phänomen – Reflexionen und die Ausbreitung tiefer Frequenzen sind vor einer ersten Durchführung an einem neuen Standort äusserst schwierig vorherzusagen. Dennoch haben wir bereits unsere Soundingenieure konsultiert: Lösungen zur gezielten Reduktion tiefer Frequenzen sind vollständig umsetzbar und werden implementiert. Zur Einordnung: Es ist uns gelungen, den Schall so zu kontrollieren, dass es zu keinerlei Überschneidungen zwischen den drei Bühnen in unmittelbarer Nähe kam. Wir sind daher zuversichtlich, dieses Problem auch für die betroffenen Gebiete unterhalb des Veranstaltungsortes lösen zu können.
Wie stellten Sie sicher, dass die Schallwerte eingehalten wurden?
Die Schallpegel wurden während der gesamten Veranstaltung kontinuierlich überwacht. Eine interne Dokumentation liegt vor und kann den Behörden auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Die Einhaltung der Lärmvorschriften hat für uns höchste Priorität – nicht nur aus regulatorischer Sicht, sondern auch im Hinblick auf den Schutz des Gehörs unserer Festivalbesucher.
Die Petition spricht auch von Abfällen und Verschmutzungen.
Ein Reinigungsteam war während der gesamten Veranstaltung im Einsatz, um Gelände und Umgebung sauber zu halten – während und nach den Abenden. Gleichzeitig sehen wir Verbesserungsbedarf beim Abfallmanagement. Die Logistik eines nur per Gondel erreichbaren Standorts ist anspruchsvoll – hier werden wir für künftige Ausgaben gezielt nachbessern.
Welche Lehren ziehen Sie aus der ersten Ausgabe?
Wir haben vier zentrale Bereiche identifiziert: Wir arbeiten einmal an einer besseren Steuerung der Akustik – insbesondere tiefer Frequenzen – und zum anderen an einem Ausbau der sanitären Infrastruktur und des Abfallmanagements. Auch streben wir eine bessere Besucherlenkung an, vor allem durch eine Verstärkung des Sicherheitspersonals zwischen der Gondelstation und den Transportpunkten, wenn die Partygäste den Event verlassen. Und letztlich möchten wir die Helikopterlogistik optimieren, eventuell mit möglichen Anpassungen der Abflugpunkte.
Sie scheinen einen klaren Plan zu haben.
Ja. Wir nehmen das Feedback der lokalen Bevölkerung sehr ernst. Eine erste Durchführung bringt immer
Herausforderungen mit sich, die im Vorfeld schwer abschätzbar sind und an denen wir arbeiten müssen. Entscheidend ist, dass wir daraus lernen und uns verbessern. Wir stehen weiterhin im Austausch mit den kommunalen und kantonalen Behörden im Rahmen der Nachbearbeitung. Wir setzen uns dafür ein, dass sich das Caprices Festival harmonisch in die Umgebung von Gstaad integriert. Die Zufriedenheit der lokalen Anspruchsgruppen und der Bevölkerung ist für uns eine zentrale Voraussetzung für den langfristigen Erfolg dieses Projekts.
Tourismus setzt auf Balance
Der Tourismus bewertet das Caprices Festival differenziert: wirtschaftlich bedeutend, strategisch gewollt – aber nur tragfähig, wenn auch die Bevölkerung dahintersteht.
SONJA WOLF
Während die Petition deutliche Kritik am Caprices Festival formuliert, verweist der Tourismus auf die Gesamtperspektive der Destination.
Junge Stimmen nicht überhören
Für Tourismusdirektor Flurin Riedi ist klar: Die Ferienregion Gstaad müsse ein breites Angebot für unterschiedliche Bedürfnisse bieten – sowohl für Einheimische als auch für Gäste. «Dabei ist mir insbesondere die Stimme unserer einheimischen, jüngeren Generation wichtig, die wir in dieser Frage nicht überhören dürfen», sagt Riedi auf Anfrage. Das Publikum solcher Veranstaltungen umfasst neben internationalen Gästen auch zahlreiche Besucher aus der Region selbst. «Ich denke, das weltoffene, stets schon international ausgerichtete Gstaad lässt Raum für unterschiedlichste Unterhaltungs- und Erlebnisbedürfnisse. Gleichzeitig gilt es, die hiesigen Rahmenbedingungen zu respektieren.», so der Tourismusdirektor.
Die Zahlen sprechen für sich
In Bezug auf die wirtschaftliche Bedeutung des Festivals widerspricht Riedi der Einschätzung der Initianten. «Die Zahlen sprechen für sich, was die touristische und wirtschaftliche Bedeutung des Festivals für die Region anbelangt», sagt er. «Die zweite Märzhälfte wies insbesondere wegen dem Caprices Festival wesentlich mehr Logiernächte auf als in derselben Periode in den vergangenen Jahren.» Davon hätten nicht nur die Beherbergungsbetriebe profitiert, sondern auch die Gastronomie und das lokale Gewerbe.
Tierschutz miteinbeziehen
Gleichzeitig räumt Riedi ein, dass es in einzelnen Bereichen Verbesserungsbedarf gibt. «Selbstverständlich gilt es, an den Verbesserungen zu arbeiten, die in der Petition moniert wurden. Wie ich die Veranstalter einschätze, werden sie dies umgehend in die Hand nehmen. Schenken wir ihnen also die nötige Zeit und das Vertrauen dafür.» Dies gelte insbesondere auch für sensible Themen wie Natur- und Wildtierschutz. «Die Natur, und da zähle ich auch den Wildschutz mit, ist unser wichtigstes Gut. Zu dieser gilt es Sorge zu tragen.» Daher begrüsse er es sehr, wenn künftig der Wildhüter und damit die Anliegen des Tierschutzes in die Planung des Events frühzeitig miteinbezogen werden.
Besucherlenkung muss klappen
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Besucherlenkung, welche Riedi ähnlich sieht wie die Initianten: Die Besucherlenkung müsse bei Veranstaltungen dieser Grössenordnung einwandfrei funktionieren, wenn das Caprices Festival fester Bestandteil unserer Eventlandschaft werden soll. Gleichzeitig zeigt er sich überzeugt, dass entsprechende Lösungen möglich sind – sofern der organisatorische Aufwand ernst genommen wird. Klar sei aber auch: Jede Region habe ihre Grenzen, was Kapazität und Belastbarkeit betrifft.
Rückhalt aus der Branche
Grundsätzlich sieht Riedi Veranstaltungen wie das Caprices Festival als Teil der langfristigen Tourismusstrategie. «Sie können dazu beitragen, insbesondere die Zwischensaisons zu stärken und zusätzliche Wertschöpfung zu generieren.» Gleichzeitig verweist er darauf, dass sich die Region im Destinationsrat grundsätzlich für eine längerfristige Verankerung des Festivals ausgesprochen hat:In einer entsprechenden Umfrage wurde eine jährliche Durchführung mit durchschnittlich 7,9 von 10 Punkten bewertet (Siehe AvS vom 9. April 2026).
Dialog statt Fronten
Entscheidend bleibt für Riedi jedoch die Balance zwischen wirtschaftlichen Interessen und Akzeptanz in der Bevölkerung. «Einen Event aus rein wirtschaftlicher Sicht zu realisieren, wenn er gleichzeitig von der einheimischen Bevölkerung nicht getragen wird, kann nicht Ziel der Übung sein», sagt der Tourismusdirektor. Umso wichtiger sei es, kritische Stimmen ernst zu nehmen: «Ich plädiere für das direkte Gespräch – oder einen runden Tisch mit allen Beteiligten. Ich bin sicher: Wenn wir mehr miteinander sprechen, kommen wir gemeinsam zum Ziel. Wir bieten als Akteure der Destination gerne die Plattform dazu.»





