«Wie eine Familie»: die Menuhin Festivalfreunde
18.08.2026 KulturDaniel Hope im musikalischen «Vollrausch», Richard Müller in Wanderschuhen: An der 38. Vereinsversammlung der Menuhin Festivalfreunde am 14. August berichteten der Intendant des Menuhin Festival Gstaad Daniel Hope und Verwaltungsratspräsident Richard Müller von ...
Daniel Hope im musikalischen «Vollrausch», Richard Müller in Wanderschuhen: An der 38. Vereinsversammlung der Menuhin Festivalfreunde am 14. August berichteten der Intendant des Menuhin Festival Gstaad Daniel Hope und Verwaltungsratspräsident Richard Müller von ihren bisherigen Eindrücken. Zudem wurde Marcel Breithaupt neu in den Vorstand gewählt.
JONATHAN SCHOPFER
An der Vereinsversammlung der Menuhin Festivalfreunde traten am Freitag Richard Müller, Verwaltungsratspräsident des Menuhin Festivals Gstaad, und der Intendant Daniel Hope vor die Mitglieder. Müller erschien dabei in Wanderbekleidung – aus gutem Grund: Direkt nach seiner Ansprache ging er mit einem potenziellen Sponsor wandern.
Daniel Hope und Richard Müller willkommen geheissen
Müller und Hope hatten ihre neuen Funktionen beim Menuhin Festival im vergangenen Herbst fast gleichzeitig offiziell übernommen. An der diesjährigen Vereinsversammlung berichteten sie den Festivalfreunden von ihren bisherigen Eindrücken.
Müller dankte den Menuhin Festivalfreunden für ihr Engagement. Sie seien nicht nur Unterstützer, sondern auch Botschafter und Netzwerker, welche die Idee des Festivals nach aussen tragen würden.
Daniel Hope würdigte die lange Geschichte des Vereins. Seit 38 Jahren bestünden die Menuhin Festivalfreunde und damit mehr als die Hälfte der Festivalgeschichte. «Diese Freundschaft ist eine wichtige Säule, eine wichtige Basis», sagte Hope. Der Intendant zeigte sich auch mit dem bisherigen Verlauf des diesjährigen Festivals äusserst zufrieden. Er befinde sich derzeit in einer Art «Vollrausch». Bereits etwas mehr als die Hälfte der insgesamt 52 Festivaltage sei vorbei und es habe zahlreiche musikalische Höhepunkte gegeben.
Vereinspräsidentin Caroline Schwenter schlug daraufhin die Brücke zum diesjährigen Festivalthema «Family Matters». «Ich denke, Daniel, du hättest dem Festival keinen besseren Namen als ‹Family Matters› geben können. Und dass wir einen Verwaltungsratspräsidenten in Wanderhosen hier haben, bestätigt, dass wir wirklich eine Familie sind», sagte Schwenter. In einer Familie mache jeder etwas anderes: Der eine gehe wandern, der andere mache Musik, ein Dritter schreibe seine Texte. «Entscheidend ist, dass alle dasselbe Feuer teilen.»
Verstärkung für den Vorstand
Dieses Feuer soll künftig auch Marcel Breithaupt im Vorstand der Menuhin Festivalfreunde mittragen. Er wurde an der Versammlung neu in den Vorstand gewählt. Breithaupt wuchs auf dem Eggli auf, da seine Eltern das Bergrestaurant führten und ging in der Rütti zur Schule. Beruflich fand er den Weg ins Marketing der Swissair und danach wechselte er in die Immobilienbranche. Heute lebt er wieder im Saanenland.
Ausserdem wurden Hannes Bach und Claudine Kunz für weitere drei Jahre in den Vorstand gewählt. Bach beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, wie künftig vermehrt jüngere Menschen für die Festivalfreunde gewonnen werden können. Der Verein arbeitet derzeit an verschiedenen Modellen für künftige freunde. junge Festival- Auch bei den Mitgliedern gab es Zuwachs: Caroline Schwenter durfte einige neue Festivalfreunde willkommen heissen.
Amateurorchester stark gefragt
Auch die vom Verein unterstützten Orchesterprojekte stiessen auf grosses Interesse. Besonders beim Amateurorchester zeigte sich die hohe Nachfrage: Nach Öffnung der Anmeldung seien teilweise bereits innerhalb weniger Minuten ganze Register ausgebucht gewesen. Die erwachsenen Amateurmusikerinnen und -musiker bezahlen einen höheren Teilnahmebeitrag und kommen selbst für ihre Unterkunft auf. Beim Jugendorchester übernehmen die Jugendlichen im Wesentlichen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, während die übrigen Kurskosten von den Festivalfreunden getragen werden. Insgesamt beliefen sich die Teilnehmerbeiträge der beiden Formate auf rund 120’000 Franken.
Nahe an der halben Million
Erfreulich präsentierten sich auch die Finanzen des Vereins, die Lukas Wittermann vorstellte. Im Geschäftsjahr 2024/25 kamen Beiträge der Festivalfreunde in der Höhe von insgesamt 487’340 Franken zusammen. Damit rückt das Ziel, die Marke von einer halben Million Franken zu erreichen, in greifbare Nähe.
Knapp 410’000 Franken konnten vom Verein an das Festival weitergegeben werden. Unter dem Strich schloss die Jahresrechnung der Festivalfreunde praktisch ausgeglichen mit einem Gewinn von 293.61 Franken ab.
Alle Geschäfte wurden einstimmig angenommen. Zügig endete die Versammlung nach einer Stunde.



