Das Wildeinflussgutachten 2025 zeigt, dass der Druck von Wildtieren auf den Wald weiter zunimmt. Wie die Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion (WEU) in einer Medienmitteilung schreibt, verdeutlicht diese Entwicklung den Handlungsbedarf. Mit der kantonalen Strategie ...
Das Wildeinflussgutachten 2025 zeigt, dass der Druck von Wildtieren auf den Wald weiter zunimmt. Wie die Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion (WEU) in einer Medienmitteilung schreibt, verdeutlicht diese Entwicklung den Handlungsbedarf. Mit der kantonalen Strategie Wald-Wild-Lebensraum wolle der Kanton Bern das Gleichgewicht zwischen Wald und Wildtieren langfristig sichern.
Alle zwei Jahre erstellt das Amt für Wald und Naturgefahren ein Wildeinflussgutachten (WEG). Das Gutachten zeige, wie stark Wildtiere die Waldverjüngung im Kanton Bern beeinflussen und diene als Grundlage für jagdliche und waldbauliche Massnahmen. Die Waldverjüngung sei entscheidend, weil sie die Grundlage für einen stabilen, vielfältigen und klimaresilienten Wald bildet, der seine Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen langfristig erfüllen könne, so die WEU. Dabei werde unterschieden, ob das Verjüngungsziel erreicht werden könne (tragbar), ob es unsicher sei (kritisch) oder ob es nicht erreicht werden könne (untragbar).
Grosse regionale Unterschiede
Das Wildeinflussgutachten 2025 bestätige den negativen Trend der letzten Jahre, schreibt das WEU weiter. Der Anteil tragbarer Flächen sei weiter gesunken. Gleichzeitig hätten kritische Flächen zugenommen, der Anteil untragbarer Flächen habe im Mittelland gebietsweise abgenommen, im Oberland habe er weiter zugenommen. Über den Gesamtkanton gesehen sei er in etwa stabil.
Wildeinfluss: regional gibt es Unterschiede
Der Wildeinfluss sei im Kanton Bern regional sehr unterschiedlich. Im Mittelland würden die kritischen Flächen zunehmen. In den Alpen würden vor allem die untragbaren Flächen wachsen. Im Jura sowie in den Voralpen bleibe dagegen die Situation gegenüber 2023 weitgehend unverändert.
Gezielte Jagd als strategisches Instrument
Wie die WEU weiter schreibt, ist die gezielte Jagdsteuerung ein zentrales Element der Strategie. «Im Jahr 2025 konnten 1323 Rothirsche erlegt werden – rund ein Viertel mehr als 2023. Damit wurden die jagdplanerischen Ziele grossmehrheitlich erreicht. Die Jagd konzentriert sich vor allem auf Tiere, die das Wachstum der Population bestimmen. So dürfen in der ersten Jagdwoche nur weibliche Tiere und deren Nachwuchs geschossen werden. Der Anteil weiblicher Tiere an der Gesamtstrecke konnte in den letzten zwei Jahren um elf Prozent auf 63 Prozent gesteigert werden.»
Aufeinander abgestimmte Strategie für Wald und Wild
Die Ergebnisse des Wildeinflussgutachtens 2025 bestätigten den Handlungsbedarf, den der Kanton Bern mit der Strategie Wald-Wild-Lebensraum aufgreife. Die Strategie bündle Massnahmen in Jagd, Waldbewirtschaftung und Wildschadenverhütung, um die Widerstandsfähigkeit des Waldes zu stärken und gleichzeitig Lebensräume für Wildtiere zu sichern. Aufgrund der erwarteten Wirkungsdauer sei das Ziel der Strategie auf das Jahr 2040 ausgerichtet.
PD/AMO