Wir müssen bremsen!
05.06.2026 LeserbriefeUm es gleich vorwegzunehmen, ich lege am 14. Juni überzeugt ein Ja zur Volksinitiative «Keine 10-Millionen Schweiz» in die Abstimmungsurne. Für mich hat dieses Ja nichts mit Parteipolitik zu tun, sondern ergibt sich aus einer nüchternen Analyse der Ausgangslage. Einige ...
Um es gleich vorwegzunehmen, ich lege am 14. Juni überzeugt ein Ja zur Volksinitiative «Keine 10-Millionen Schweiz» in die Abstimmungsurne. Für mich hat dieses Ja nichts mit Parteipolitik zu tun, sondern ergibt sich aus einer nüchternen Analyse der Ausgangslage. Einige mir wichtige Argumente lege ich Ihnen gerne dar.
Ein oft gehörtes und gelesenes Argument der Gegnerschaft ist der Mangel an Fachkräften und die damit einhergehende Argumentation, dass die Personenfreizügigkeit zwingend notwendig ist, um diesem Mangel zu begegnen. Blicken wir etwas zurück: Die Personenfreizügigkeit mit der EU ist bereits seit 2002 in Kraft. Zwischen 2002 und 2024 sind gemäss Staatssekretariat für Migration SEM über 2 Millionen Menschen aus dem EU/ EFTA-Raum in die Schweiz eingewandert und offenbar hat diese massive Einwanderung den Fachkräftemangel nicht gelöst. Ich sehe nicht, wieso sich dies nun plötzlich ändern sollte und die Einwanderung der nächsten 2 Millionen Menschen den Fachkräftemangel unter diesen Voraussetzungen lösen wird.
Per Ende 2025 lag die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz gemäss Bundesamt für Statistik bei 9,1 Millionen Menschen. Die Initiative «Keine 10-Millionen Schweiz» verlangt, dass die ständige Wohnbevölkerung vor 2050 die 10-Millionen-Marke nicht überschreiten darf. In den nächsten 24 Jahren dürften auch mit Annahme der Initiative noch rund 900’000 Leute in die Schweiz einwandern. Für mich hat dies nichts mit einer Abschottung oder einem Alleingang in Europa zu tun, sondern vielmehr mit Verantwortung für unser Land und dessen Entwicklung.
Die Schweiz wächst derzeit unglaublich schnell. Im Vergleich mit Deutschland wachsen wir nach verschiedenen Statistiken deutlich schneller. Mit dem Ausbau der dafür nötigen Infrastruktur wie beispielsweise Strassen oder Wohnungen kommen wir nicht hinterher und, was mich als Landwirt besonders schmerzt, wir verbrauchen rasant die endliche Ressource Boden. Nach verschiedenen Berechnungen wird rund ein Quadratmeter Grünfläche pro Sekunde in der Schweiz zubetoniert und geht so für die landwirtschaftliche Produktion für immer verloren.
Ich ermutige Sie, Ihr Stimmrecht wahrzunehmen und am 14. Juni mit einem Ja etwas zur nachhaltigen Entwicklung der Schweiz beizutragen.
SIMON BACH, GROSSRAT, TURBACH
