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Der Wolf ist um Lauenen unterwegs

Do, 31. Dez. 2020
Vom Hörensagen zur Tatsache: Der Wolf erscheint immer mal wieder im Saanenland. Zuletzt wurde er kurz vor Weihnachten in Lauenen gesichtet. FOTO: ARCHIV/ZVG

Kurz vor Weihnachten wurde in Lauenen ein Wolf gesehen. Warnsysteme über Mobilfunk und der Informationsfluss untereinander funktionieren.

JENNY STERCHI
Ein einzelner Wolf zieht gemächlich über eine verschneite Weide in Lauenen. Ob er die Menschen aus der Entfernung nicht wahrnimmt oder ob sie ihm egal sind, ist nicht genau auszumachen. Zu sehen war dies in einem kurzen Video, aufgenommen mit einer Handykamera. Parallel dazu ging bei den Tierbesitzern in der Umgebung eine Warnmeldung per SMS ein, dass ein Wolf gesichtet worden sei.

Warnung per Kurzmitteilung
Entdeckt eine Privatperson einen Wolf, sollte sie dies unbedingt dem zuständigen Wildhüter oder dem Jagdinspektorat melden. Gilt die Sichtung des Raubtieres als bestätigt, wird via Natelkontakt, gesteuert vom kantonalen Jagdinspektorat, eine Warnmeldung auf zwei verschiedenen Informationsebenen ausgelöst, wie von Peter Berger, dem kantonalen Herdenschutzbeauftragten, zu erfahren war.

Das Amt für Landwirtschaft und Natur führt seit einigen Jahren eine Datenbank, in der die Daten aller Tierhalter mit Anspruch auf Direktzahlungen und deren Kontakte gesammelt werden. Wird vom Jagdinspektorat ein bestätigter Wolfsriss oder eine Wolfsichtung gemeldet, werden jenen Tierbesitzern im Umkreis von 10 bis 15 Kilometern vom Aufenthaltsort des Raubtiers Warnmeldungen per SMS zugestellt. Voraussetzung dafür ist das Hinterlegen einer Natelnummer des Tierbesitzers. Die Nutztierhalter sollen so im Fall einer Grossraubtiersichtung oder eines Risses in näherer Umgebung möglichst effizient und frühzeitig gewarnt werden.

Warnung in der WhatsApp-Gruppe
Ein zweites Warnsystem bietet die WhatsApp-Gruppe, die vom Berner Bauernverband lanciert wurde. Hier können sowohl Tierbesitzer als auch alle anderen Interessierten einer Gruppe bei WhatsApp beitreten. Die Zugangsnummer ist auf der Homepage des Verbandes publiziert. Das Versenden einer Warnmitteilung setzt auch hier die Meldung durch das Jagdinspektorat voraus.

Der Tenor bei vielen hiesigen Nutztierhaltern ist einstimmig: Der Wolf sei präsent, auch wenn viele das nicht wahrhaben oder glauben wollten. Während im Winter die Gefahr gebannt sei, da die Tiere in den Ställen sind, bereite ihnen die Existenz des Raubtieres für die Weidehaltung Sorgen. Der Wolf halte sich dort auf, wo er Beute wittere, die Jahreszeit sei ihm dabei egal. Dass der im Video festgehaltene Wolf in Lauenen nicht flüchtet, trage nicht unbedingt zur Beruhigung bei. Die Warnsysteme, sofern sie genutzt werden, seien hilfreiche Instrumente, würden aber einen Riss womöglich nicht verhindern.

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