«Ziel ist es, so rasch als möglich den Antrag an die Gemeindeversammlung zu bringen»
17.03.2026 InterviewWir haben dem Projektverantwortlichen des Sport- und Kulturzentrums Gstaad Fragen zum aktuellen Planungsstand gestellt. Marcel Bach, Stiftungsrat Gstaad Concert Hall und Präsident der Nichtständigen Baukommission, hat stellvertretend für alle Beteiligten die Fragen ...
Wir haben dem Projektverantwortlichen des Sport- und Kulturzentrums Gstaad Fragen zum aktuellen Planungsstand gestellt. Marcel Bach, Stiftungsrat Gstaad Concert Hall und Präsident der Nichtständigen Baukommission, hat stellvertretend für alle Beteiligten die Fragen beantwortet.
JOCELYNE PAGE
In Ihrer Medienmitteilung schreiben Sie, die Planungsarbeiten seien auf Kurs. Wenn alles optimal verläuft: Ab wann soll die gesamte Überbauung – also Concert Hall, Sport- und Eventhalle sowie Infrastruktur – idealerweise fertiggestellt und in Betrieb sein?
Die Projektierungsarbeiten sowie die entsprechenden Terminpläne sind in Arbeit. Wir werden informieren, sobald es konkrete Angaben gibt.
Das Gesamtprojekt ist technisch, finanziell und organisatorisch sehr anspruchsvoll. Welcher Teil der Überbauung stellt aus Ihrer Sicht derzeit die grösste Herausforderung dar und weshalb?
Die begrenzten Platzverhältnisse machen es äusserst anspruchsvoll, sämtliche Bedürfnisse und Anforderungen umzusetzen. Zudem stellen uns die einzuhaltenden Vorschriften bezüglich der Naturgefahren vor grosse Herausforderungen.
Zu Beginn war bei der Concert Hall von rund 1200 Sitzplätzen sowie zwei Multifunktionsräumen die Rede. Für die Sportund Eventhalle wurden unter anderem drei Tennisplätze innen, drei auf dem Dach, Padelfelder, Beachvolleyballfelder, Indoorgolfanlagen und ein Seminarraum angekündigt. Entsprechen diese Angaben weiterhin dem aktuellen Planungsstand? Oder gab es zwischenzeitlich Redimensionierungen oder markante Anpassungen – sei es aus finanziellen, betrieblichen oder planerischen Gründen?
Bei der Multifunktionshalle sind weiterhin Tennis-Innen- und Aussenplätze, Padelcourts sowie eine Multifunktionalität für Veranstaltungen vorgesehen. Weiter wird die Machbarkeit eines Funparkbereichs geprüft. Bei der Concert Hall halten wir an den 1200 Sitzplätzen fest. Bei den Mehrzweckräumen haben wir uns für einen grossen anstelle von zwei kleinen entschieden.
Sie schreiben, dass Sie einen Antrag an die Gemeinde bzw. Gemeindeversammlung stellen werden, sobald der Kostenvoranschlag mit einer Genauigkeit von plus/minus zehn Prozent vorliegt. Haben Sie sich dafür ein zeitliches Ziel gesetzt? Ist eine Vorlage noch im Jahr 2026 vorgesehen?
Ziel ist es, so rasch als möglich den Antrag an die Gemeindeversammlung zu bringen. Ein genauer Zeitpunkt ist noch nicht definiert.
Wie hoch schätzen Sie zurzeit die Gesamtkosten für das gesamte Projekt ein? Wie viel für die jeweiligen Projekte Concert Hall und Sport- und Multifunktionshalle?
Die Planung der Multifunktionshalle und der Concert Hall befinden sich in der Vorprojektphase und eine Aussage über die Kosten steht noch nicht zur Verfügung. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Concert Hall im Rahmen von rund 100 Millionen Franken bewegen wird, beim Sportzentrum rund 40 bis 50 Millionen Franken.
Und wie hoch schätzen Sie die jährlichen Betriebskosten ein?
Dies ist in der aktuellen Vorprojektphase noch nicht möglich abzuschätzen. Es gibt zwar erste grobe Schätzungen, diese sind aber noch nicht spruchreif. Beim Betrieb sind drei Bereiche zu unterscheiden: die Tiefgarage, bei der wir hoffen, eine schwarze Null zu erreichen, sowie der Betrieb des Sportzentrums und der Concert Hall. Auch dort ist das Ziel, die Betriebskosten zu finanzieren. Die Concert Hall wird dabei wohl die grösste Herausforderung darstellen.
Liegt bereits ein konkretes Betriebskonzept für die Concert Hall und die Sportund Eventhalle vor? Falls ja: Wie soll der laufende Betrieb finanziert werden?
Für die Concert Hall und das Sportzentrum liegt bereits ein Betriebskonzept vor. Der Businessplan kann jedoch erst erstellt werden, sobald sämtliche technischen Grundlagen vorhanden sind.
Ist vorgesehen, die Betriebskosten hauptsächlich über Veranstaltungen, Vermietungen, Sportnutzung und das Menuhin Festival zu decken – oder sind zusätzliche Beiträge der öffentlichen Hand eingeplant?
Nach heutigem Stand rechnen wir damit, dass auch Beiträge der öffentlichen Hand nötig sein könnten. Wie hoch dieser Betrag sein wird, ist derzeit noch unklar. Die Multifunktionshalle kann voraussichtlich nicht kostendeckend bewirtschaftet werden wie die Tennishalle heute, da wichtige Eventeinnahmen für die Multifunktionshalle durch das Angebot der Concert Hall, zum Beispiel durch das Menuhin Festival, wegfallen werden. Mit der Einplanung eines allfälligen Funparks erhofft man sich höhere Frequenzen, welche die vermuteten Ertragsausfälle zum Teil decken werden. Und die Concert Hall wird, wie erwähnt, eine Herausforderung sein, sie kostendeckend zu betreiben.

