«Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.» Was für ein Ende! Was für eine Bescherung kurz vor dem Weihnachtsfest, wo es doch Brauch ist, mit Geschenken Freude zu bereiten. Kerem S. Maurer machte mir und wohl auch manchen Leser:innen des «Anzeigers von Saanen» mit ...
«Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.» Was für ein Ende! Was für eine Bescherung kurz vor dem Weihnachtsfest, wo es doch Brauch ist, mit Geschenken Freude zu bereiten. Kerem S. Maurer machte mir und wohl auch manchen Leser:innen des «Anzeigers von Saanen» mit seinem Abschied keine Freude. Er, der im Teenageralter aus dem sagenumwobenen Glarus floh und sich von der Linth in die pulsierende Weltstadt Zürich treiben liess, fand Jahre später bei uns – im sonnigen und behaglichen Saanenland – eine neue Heimat. Obwohl er leidenschaftlich gerne auf Reisen war, gefielen ihm das Nestchen Boltigen und der wohl beste Arbeitsplatz im Redaktionsteam des «Anzeigers». Ich vermute jedoch, dass sein Platz in der Schreibstube, von dem aus er den Parkplatz und die vorbeigehenden Menschen sah, den begabten Journalisten Kerem dazu bewogen haben könnte, wieder auf Reisen zu gehen.
Und er tat es! Er verliess seine dritte Heimat, die ihm ans Herz gewachsen ist, um im 441m ü.M. gelegenen Courtételle, südwestlich des Jurahauptorts Delémont, die knapp 3000 französischpatois sprechenden Menschen mit seinem Charme zu umgarnen. Das wird Kerem, der dort ein «Furthariger» sein wird, nicht schwer fallen.
So wie er im «Anzeiger» seinen Texten Leben einhauchte, wird es ihm auch in seinem Kulturcafé SavouArt gelingen, Gleiches zu tun. Über kurz oder lang werden viele Einheimische von seiner Gastfreundschaft und seinen Veröffentlichungen (vielleicht einem neuen Roman) begeistert sein – so wie ich, als einer von zahlreichen Leser:innen des «Anzeigers von Saanen», das während vielen Jahren erleben durfte.
Nun, möglicherweise war Kerem einfach hungrig, griff nach einer Wurst, von der er uns das schlechtere Ende überlässt. Trotzdem, danke Kerem. «Nous te souhaitons une belle expérience vivante dans ton nouveau pays.»
EUGEN DORNBIERER-HAUSWIRTH, GSTAAD,
EINER DEINER TREUEN LESER