Zwei Vereine fordern konsequenteres Wolfsmanagement
07.08.2026 UmweltZwei Organisationen setzen sich für einen konsequenteren Umgang mit problematischen Wölfen ein. Sie kritisieren Verzögerungen bei bewilligten Abschüssen, unterschiedliche Vollzugspraxen der Kantone und fordern einen stärkeren Einbezug der Jägerschaft. ...
Zwei Organisationen setzen sich für einen konsequenteren Umgang mit problematischen Wölfen ein. Sie kritisieren Verzögerungen bei bewilligten Abschüssen, unterschiedliche Vollzugspraxen der Kantone und fordern einen stärkeren Einbezug der Jägerschaft.
Gleich zwei Organisationen haben in den vergangenen Tagen einen konsequenteren Vollzug der geltenden Wolfsgesetzgebung gefordert. Sowohl die Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren des Kantons Bern als auch der Verein Schweiz zum Schutz der ländlichen Lebensräume vor Grossraubtieren verlangen von den Behörden ein entschlosseneres Vorgehen bei der Regulierung problematischer Wölfe.
Wolf im Oberhasli riss mehrfach Nutztiere
Anlass für die Medienmitteilung der Berner Vereinigung sind nach eigenen Angaben die jüngsten Ereignisse rund um den Wolf M574 im Oberhasli. Nachdem dieser mehrfach geschützte Nutztiere gerissen habe, seien die Voraussetzungen für einen Abschuss erneut festgestellt worden. Präsident Thomas Knutti, gleichzeitig SVP-Nationalrat aus Weissenburg, kritisiert, dass zwischen Abschussverfügungen und deren Umsetzung zu viel Zeit verstreiche. Für die betroffenen Tierhalter bedeuteten solche Verzögerungen weitere Verluste und grosse Unsicherheit.
Die Vereinigung fordert deshalb vom Regierungsrat und vom kantonalen Jagdinspektorat, bewilligte Abschüsse problematischer Wölfe rascher umzusetzen und die Berner Jägerschaft konsequent einzubeziehen. Die Jägerinnen und Jäger verfügten über die nötigen Kenntnisse der Reviere und könnten einen wichtigen Beitrag zum Wildtiermanagement leisten, heisst es in der Mitteilung.
Unterschiedliche Auslegung der Jagdgesetzes und -verordnung
In eine ähnliche Richtung argumentiert der Verein Schweiz zum Schutz der ländlichen Lebensräume vor Grossraubtieren. Er kritisiert, dass die Kantone die geltenden Bestimmungen des Jagdgesetzes und der Jagdverordnung unterschiedlich anwenden. Dies führe zu Rechtsunsicherheiten und beeinträchtige die Wirksamkeit der bundesrechtlichen Regelungen.
Der Verein fordert die Kantone deshalb schriftlich auf, die gesetzlichen Bestimmungen einheitlich, konsequent und rechtskonform umzusetzen. Zudem verlangt er ausreichend Fachpersonal, geeignete Ausrüstung und praxistaugliche Konzepte für Wolfsregulationen und Einzelabschüsse. Nach Ansicht des Vereins müssen die dafür vorgesehenen finanziellen Mittel des Bundes von den Kantonen zweckmässig eingesetzt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Mitteilung betrifft den Umgang mit Wölfen in Siedlungsnähe. Der Verein spricht sich für eine «Nulltoleranz» gegenüber Tieren aus, die sich dauerhaft oder wiederholt in Siedlungsgebieten aufhalten. Solche Wölfe sollten gemäss den geltenden gesetzlichen Bestimmungen entnommen werden.
Gesetze vorhanden, Organisationen kritisieren Praxis
Beide Organisationen vertreten die Ansicht, dass die gesetzlichen Grundlagen für ein wirksames Wolfsmanagement grundsätzlich vorhanden seien. Sie kritisieren jedoch, dass diese in der Praxis zu wenig konsequent umgesetzt würden. Ziel müsse es sein, die Bevölkerung in den Bergregionen besser zu schützen und weitere Schäden an Nutztieren zu verhindern.
PD/JOP
