150 Jahre Evangelisch-methodistische Kirche Gstaad

  17.04.2018 Gstaad, Kirche

Am Sonntag wurde das 150 Jahre-Jubiläum der EMK in Gstaad gefeiert. Die Rüttikapelle füllte sich bis auf den letzten Platz. Mit dem Grusswort von Gemeindepräsident Toni von Grünigen, der Predigt vom jetzigen Pfarrer Urs Ramseier, mit Posaunenchormusik und moderner Bandmusik, Berichten von Ehemaligen und etwas Geschichte der Gemeinde bot ein Vorbereitungsteam der EMK den Besuchern von nah und fern einen abwechslungsreichen Jubiläumstag.

1868 kamen die ersten Prediger von Interlaken her auf Wunsch von ein paar Saanenbürgern ins Gstaad, um im Saanenland den christlichen Glauben zu stärken oder Menschen zu helfen, den lebendigen Gott im Alltag zu entdecken. Ein Jahr später stand der erste Bau der Kapelle mit 200 Sitzplätzen am jetzigen Ort in der Rütti. Der Gstaader Chr. von Grünigen schenkte dieser Gemeinde damals das Land zum Bauen.

Der Anfang war nicht leicht. Mit «Jauchewerfen» und «Brunnetrögle» wurden die Prediger ab und zu erwartet. Scheiben gingen in Brüche und es kam bis zu Schüssen. Die Christen der damaligen «Evangelischen Gemeinschaft» versuchten aber, in Wertschätzung auch mit den Pöbelnden umzugehen. Eines Tages hiess es im Dorf: «D Stündelihütte brennt!» Neun Monate später stand wieder eine neu aufgebaute Kapelle da. Der jetzige weisse Kapellenbau wurde vor gut 50 Jahren 1967 angebaut, sodass die Gottesdienste vom heutigen Wohnhaus im ersten Stock in die Kapelle verschoben werden konnten. Bis 1967 hiess diese Kirche «Evangelische Gemeinschaft». Im Jahr 1968 fusionierte sie mit der Methodistenkirche und erhielt dann neu den heutigen Namen «Evangelisch-methodistische Kirche». Pfarrer Ramseier unterstrich mit einem selbst gebautem Model einer Seilbrücke die Aussage: «Unsere Kirche war immer am Brückenbauen zu Menschen und Kirchen interessiert.»

Vertreter von anderen Kirchen und Freikirchen waren ebenfalls unter den Gästen und im Posaunenchor. In der angebotenen Kinderhüte brachten Junge und Ältere aus anderen Gemeinden, die dort mitwirken, eindrücklich ihre Verbundenheit unter den Christen zum Ausdruck, welches ein schönes Zeichen des Miteinanders ist.

Pfarrer Urs Ramseier rief die Jubilierenden auf, die Nöte der Menschen rund um ihren Arbeits- und Wohnort wahrzunehmen und da drin Liebe zu üben und das Gute zu suchen, dies gemäss dem Motto aus der Bibel in Jeremia 29, 6: «Suchet der Stadt Bestes (…) Betet für das Wohlergehen der Stadt (…) und wenn die Stadt Frieden hat, habt ihr auch Frieden!»

URS RAMSEIER


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