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Alte Fotos beeindruckend inszeniert

Di, 18. Dez. 2018
Gottfried von Siebenthal vor einem Bild, das ihm viel bedeutet. Der kleine Junge links auf dem Foto ist er selber. FOTO:JENNY STERCHI

Seit Freitag sind im Museum der Landschaft Saanen 100 Fotos ausgestellt, die zur Fotosammlung von Gottfried von Siebenthal gehören. An der Vernissage liess der Sammler keine der Fragen zu den Bildern unbeantwortet.

JENNY STERCHI
Einem Geschichtslexikon ähnlich wusste Gottfried von Siebenthal zu jedem der ausgestellten Fotos nicht nur das Aufnahmedatum, sondern auch die Hintergründe zu dem, was auf den Fotos zu sehen war.

4000 Fotos in 60 Jahren
Gottfried von Siebenthals Fotoausstellung mit dem Titel «Gstaad – Der Weg zum Weltkurort – Die ersten 100 Jahre» zeigt eine Auswahl aus seiner Fotosammlung, die rund 4000 Fotos von Gstaad und dem Saanenland umfasst. «Ich sammle seit 60 Jahren Fotos», sagte der Gstaad-Kenner und Buchautor an der Vernissage. «Mit 12 Jahren fand ich auf dem Estrich eine Schachtel mit alten Fotos. Damit war meine Leidenschaft geweckt.» Fortan suchte er aktiv nach alten Fotos und Postkarten, egal ob Landschaft, Menschen oder Gebäude die Motive waren. Er ging an Postkartenbörsen, inserierte im «Anzeiger von Saanen» und suchte den Kontakt zu denen, die über vergangenen Zeiten in Gstaad noch etwas zu berichten wussten.

Für die Ausstellung liess er 100 Fotos aus seiner Sammlung in Altholz rahmen. Einige der Bilder, die zu grossen Teilen von den einheimischen Fotografen Jacques Naegeli und Franz Villiger stammen, habe er auch in seinen Büchern verwendet. Aber auch Familienfotos und Aufnahmen unbekannter Urheber sowie Postkarten gehören in die Sammlung von Siebenthals.

Viele Fragen – viele Antworten
Die Besucher der Vernissage, darunter auch die Enkelin des Fotografen Jacques Naegeli, der 1910 seinen Wohnsitz in Gstaad nahm, hatten viele Fragen zu den Bildern. Gottfried von Siebenthal blieb niemandem eine Antwort schuldig. Er konnte anhand der Bilder die Bauetappen verschiedener Gebäude im Dorf erklären. Die Namen der Skifahrer auf einem der zahlreichen Sportaufnahmen konnte er nennen, ohne lange zu überlegen. Der Sprung einer Eiskunstläuferin wurde in Zeiten ohne Serienaufnahmemodus und Digitalfotografie nicht nur einmal aufgenommen. Für die perfekte Aufnahme musste die junge Dame ihre Bewegung einige Male wiederholen. Viele Bilder, die den verheerenden Dorfbrand dokumentieren und das Hintergrundwissen zu dieser Katastrophe, das einen erschauern lässt, machen die Ausstellung komplett.

Es war einmal …
Wer kann sich noch an das «Bodäbnitseeli» erinnern? Fotografisch festgehalten, gab es bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts hinter dem Hotel Bellerive in Saanen einen kleinen See. Entstanden war er, wie Gottfried von Siebenthal zu berichten wusste, als das Erdmaterial hinter dem Hotel ausgehoben und für den Bau des Bahndamms in Gstaad genutzt wurde. Das mächtige Erdloch füllte sich mit Wasser und in den folgenden Jahren liess es die Ufervegetation zu einem idyllischen Ort werden. Heute sucht man vergeblich nach diesem See. Damals sei der Umweltgedanke noch nicht im Vordergrund gestanden. Demnach habe die Bevölkerung diesen kleinen Natursee auch als Mülldeponie genutzt. In den Jahren darauf füllte man das Loch dann gänzlich auf und baute Häuser darauf. Und so blieb das Foto einziger Zeuge dieses Kleinods.

Jubiläumsaustellung
Stephan Jaggi, Präsident des Museums der Landschaft Saanen, wies in seiner Eröffnungsrede daraufhin, dass dies die 30. Ausstellung ist, die im Museum Saanen ihren Platz finde. «Es freut uns natürlich besonders, dass die Jubiläumsausstellung Einheimisches zeigt», bekundete Jaggi vor den Besuchern. Die Riedhubel-Jodlerinnen Trudi Wampfler, Sabine Kunz und Katharina von Siebenthal umrahmten die Vernissage passend mit bekannten Jodelliedern. Beim letzten Stück folgten die Besucher der Aufforderung, doch mitzusingen und so füllte sich der Raum spontan mit hellen Damenund kräftigen Herrenstimmen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 20. April 2019 zu sehen. Und Gottfried von Siebenthal wird bis dahin an jedem Samstagnachmittag vor Ort sein, um interessierten Besuchern viele kleine Details und Episoden rund um jedes der Bilder zu erzählen. Ein grosser Teil der Fotos sind im neuen Gstaad-Buch enthalten. Das Buch sowie die Bilder können im Museum gekauft werden.

www.museum-saanen.ch

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