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Tourismus und Wirtschaft arbeiten ab sofort Hand in Hand

Di, 26. Mär. 2019

Am Tag des Frühlingsanfangs stimmten die beiden Vereine des Pays-d’Enhaut über ihre Fusion ab. Der ehemalige Direktor des Paysd’Enhaut Tourisme, Frédéric Delachaux, informiert über die direkten Folgen der Abstimmung.

SARA TRAILOVIC

Wie kann man sich die Versammlung des vergangenen Donnerstags vorstellen?
Zuerst hielten die beiden regionalen Vereine PET (Pays-d’Enhaut Tourisme) und PER (Pays-d’Enhaut Region) im gleichen Saal ihre jeweiligen Jahresversammlungen ab. Dadurch erhielten alle Mitglieder auch Einblick in die Aktivitäten der anderen Organisation. Danach stimmten die 100 Anwesenden über die Fusion der beiden Institutionen ab.

Den Abstimmungtag haben wir übrigens bewusst auf den 21. März gelegt. Vor genau 20 Jahren vollendeten Bertrand Piccard und Brian Jones die erste Weltumrundung in der Geschichte der Ballonfahrt. Gestartet waren die beiden Pioniere bekanntlich in Château-d’Oex. Ich hoffe natürlich, dass sich auch der Fusionstag als geschichtsträchtig herausstellen wird.

Lassen wir die Katze aus dem Sack: Wie sieht das Abstimmungsergebnis aus?
Von den 100 Anwesenden stimmten 90 Prozent für die Fusion. Das klare Resultat zeigt, dass wir eine pragmatische Lösung gefunden haben, die für alle Beteiligten stimmt. Von den 41 Mitgliedern des PER lehnten drei die Vorlage ab. Beim PET stimmten von 59 Anwesenden sechs dagegen, ein Mitglied enthielt sich der Stimme.

Der Tourismusverein schien nicht vollkommen überzeugt ...
Besonders der Tourismussektor sieht sich mit vielen Problemen konfrontiert, beispielsweise mussten die Bergbahnen in Château-d’Oex letztes Jahr geschlossen bleiben. Die Region hat schon verschiedene Strukturen ausprobiert, keine hat so wirklich funktioniert. Aus diesem Grund waren einige wenige Mitglieder von PET zu Beginn kritisch, ob die Fusion nun die richtige Lösung sei.

Was sind die Hauptgründe für den Zusammenschluss?
Das Pays-d’Enhaut ist eine sehr kleine Region mit gerade mal 5000 Bewohnern und Bewohnerinnen. Die Fusion von Wirtschafts- und Tourismusinstanz wirkt zum einen dem Mangel an Verwaltungspersonal entgegen. Da die Vorstände nun unter einem Dach zusammenarbeiten, können wir viel effizienter und flexibler auf die Anforderungen der heutigen Zeit reagieren. Ziel ist es, die Region Pays-d’Enhaut in ihrer ganzen Vielfalt zu überblicken und so eine gesunde Zukunft für alle Lebensbereiche sicherzustellen.

Ist das Pays-d’Enhaut deshalb auch die «Convention Sarine» eingegangen?
Ja, denn grundsätzlich gibt es für unsere Gäste keine Gebietsgrenzen. Sie kommen in die Region, um möglichst viel zu entdecken, degustieren bei uns Käse und gehen dann ins Saanenland zum Skifahren. Das Pays-d’Enhaut ist aufgrund seiner Grösse auf die Zusammenarbeit mit benachbarten Regionen angewiesen, weshalb wir seit kurzem auch mit einem Naturpark in Richtung Freiburg zusammenarbeiten.

Sie waren Mitglied des Lenkungausschusses. Wie erlebten Sie die Planung der Fusion?
Es war eine Riesenarbeit, aber sehr interessant. Mitglieder, Betriebe und Verbände zeigten sich stets engagiert und kritisch. Vor der Abstimmung am 21. März wurde nochmals angeregt diskutiert, was ich äusserst positiv bewerte. Es zeigt, dass sich die Leute für die Entwicklung der Region interessieren. Ein Diskussionspunkt war die Zusammensetzung des neuen Komitees. Wir haben die drei Gemeindepräsidenten sowie die Präsidenten der ehemaligen Vereine vorgeschlagen. Viele Mitglieder sahen darin zuerst ein Ungleichgewicht zwischen Politikern und Toursimusverantwortlichen.

Welche Lösung konnten Sie den Leuten bieten?
Schliesslich sahen alle Anwesenden ein, dass die Gemeinden von enormer Bedeutung sind – immerhin finanzieren sie 85 Prozent der Auslagen und leisten wichtige Arbeit in allen Bereichen. Ausserdem haben wir die Möglichkeit offengelassen, das Komitee bei der nächsten Jahresversammlung um zwei Mitglieder zu erweitern. Auch besteht die Komission aus mehr verschiedenen Mitgliedern als früher: Hoteliers, Handwerker, Geschäftsführer und so weiter. Bei zukünftigen Komissionssitzungen können so Leute aus allen Bereichen miteinander diskutieren. Schlussendlich konnten wir in allen Punkten einen Konsens finden, sodass nun alle Beteiligten hinter der Fusion stehen.

Wie sieht die Rollenverteilung der beiden ehemaligen Institutionen in Zukunft aus?
Die beiden Sektoren Wirtschaft und Tourismus sind in unserer Region nicht trennbar, sondern funktionieren nur im Zusammenspiel. Durch die Fusion können diese Synergien noch besser koordiniert werden.

Welche Projekte stehen als nächstes auf dem Programm der neuen Organisation?
Es gibt viel zu tun. Die Fusion ist ein erste Schritt in eine nachhaltige Zukunft der Region. Nun gilt es, die neuen Strukturen zu optimieren.

Einheimische sowie Gäste erwarten viel, besonders in Sachen Tourismus. Es laufen aber auch viele privatwirtschaftliche Projekte. Wir versuchen nun, einen Ausgleich zu finden zwischen dem, was die Leute wollen und dem, was wir tatsächlich umsetzen können.

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