«Wild Wild West» im Hangar

Di, 05. Nov. 2019
Die drei mexikanischen «Chiapanecas» bei ihrem Solo. FOTO: SONJA WOLF

Am Samstagabend bebte der Flugplatz Saanen – aber nicht von Hubschrauber- und Flugzeugbrummen. Die Brass Band «Harmonie» Saanen brachte Western-Stimmung in den Hangar.

SONJA WOLF
Büffelschädel, Holzwagenräder und ein Saloon, an dem Cowboys mit karierten Flanellhemden, Halstüchern und Cowboystiefeln diskutierten – ganz ungewohnte Szenarien empfingen den Zuschauer am Flugplatz Saanen, wo das diesjährige Herbstkonzert der Brass Band «Harmonie» Saanen stattfand. Das Ensemble entführte das Publikum in den Wilden Westen – und das mitten in der beeindruckenden Weite und Akustik des Hangars 1.

Aus der Blütezeit des Westerns
Höhepunkt des Galakonzerts war sicher die Titelmusik aus Sergio Leones Western «The Good, the Bad and the Ugly» (deutsch: «Zwei glorreiche Halunken»). Hier traten in einer witzigen Brass-Band-Bearbeitung der «gute Clint Eastwood» gegen den «bösen, hässlichen Mexikaner» im Duell an, genial in Szene gesetzt von den Mitgliedern der Brass Band «Harmonie». Begleitet von Kriegsrufen des Orchesters spielten die beiden Widersacher dynamisch gegeneinander an.

Die weltberühmte Titelmelodie «Man with a Harmonica» aus dem Film «Spiel mir das Lied vom Tod» mit seinen charakteristischen drei Mundharmonikatönen transportierte den Zuhörer direkt zu Konzertbeginn in die Prärie. Nicht minder bekannt «Wandrin’ Star», das Lied des einsamen Cowboys, das im Original von Lee Marvin mit seiner extrem tiefen Stimme gesungen wird. Auch die Titelmusik zum Film «Die glorreichen Sieben» aus dem Jahr 1960 mit Yul Brinner in einer der Hauptrollen erinnerte an die Blütezeit des Westerns. Martin Jaberg, der Schwiegervater des Dirigenten Michael Bach, führte durch den Abend. So bekam der Zuhörer jeweils auf amüsant-lebendige Weise interessante Hintergrundinformationen über den Originalfilm, seine Schauspieler, das Stück und die jeweiligen Solisten der Saaner Brass Band.

Zuschauerrekord
Dirigent Michael Bach zeigte sich gerührt über die Standing Ovations des Publikums. Auch habe er in seiner Zeit beim Verein seit 1992 noch nie so viele Leute bei einem Konzert gesehen. Dieser enorme Zuspruch sei für ihn und das Orchester natürlich «der schönste Lohn» nach all den Proben und dem gemeinschaftlichen Einsatz: «Wir proben einmal pro Woche das ganze Jahr über. Wir haben vom 14-Jährigen bis zum 65-Jährigen einen generationenverbindenden Verein, der seit knapp 140 Jahren besteht und kontinuierlich an sich arbeitet», wandte er sich abschliessend an das Publikum.

Tatsächlich übertrafen die über 250 Zuschauer alle Erwartungen. Präsidentin Sandra Jost erklärt sich diesen Rekord mit dem allseits beliebten Western-Motto, der besonderen Flugplatz-Location und verrät, dass dieses Jahr auch die sehr persönliche Werbung mitgeholfen habe: «Jedes Mitglied hatte den Auftrag, drei Umschläge mit Einladungen an Freunde und Verwandte eigenhändig zu verschicken.»

Die Präsidentin dankte dem Verwaltungsrat und dem Präsidenten des Gstaad Airports für die Möglichkeit, das Konzert in diesem unkonventionellen Rahmen organisieren zu dürfen. Einen besonderen Dank richtete sie auch an all die Firmen, die mitgeholfen haben, dass der leere Hangar in eine belebte Western-Konzertkulisse verwandelt werden konnte.

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