«Haydns Schöpfung» leuchtete in Zweisimmen

Fr, 13. Dez. 2019
Der Cantate Chor Zweisimmen, das Solistenterzett und das Orchester der Zweisimmer Konzerte liessen mit kontrastreicher Dynamik und leuchtenden Klangmalereien in der Kirche Zweisimmen Haydns Schöpfung erstrahlen. FOTOS: HEIDY MUMENTHALER

Berückende Schönheit, festlicher Jubel: Der Cantate Chor Zweisimmen liess Haydns Oratorium «Die Schöpfung» in vollem Glanz erstrahlen.

Da blieben Ohren und Augen hörend und staunend: Die Schöpfung, das monumentale Werk, stand auf der Einladung zum Konzert des Cantate Chors Zweisimmen. 50 einheimische Sänger/ innen, ein Solistenterzett und 25 Instrumentalisten/innen musizierten engagiert und voller Hingabe. Ein erfreulich durchmischtes Publikum lauschte den Klängen des populären Oratoriums. Überzeugend und erhaben musizierten Chor und Orchester. Die Choreinsätze bildeten die tragenden Säulen. Die Solisten führten durch das Geschehen und das Orchester gestaltete in erstaunlich geschmeidiger, differenzierter Dynamik.

Fesselnde Schönheit
Ein optimal harmonierendes Solistentrio erzählte stimmlich wie darstellerisch fesselnd als Erzengel die sechs Tage der Schöpfung: Strahlend, in der Höhe leuchtend, stets beweglich und geläufig, gestaltete Beatrice Ruchti die Rolle von Gabriel. Überschäumender Jubel kam in den Koloraturen in «Der Herr ist gross» zum Ausdruck. Plastisch und kantabel agierte Tenor Jan-Martin Mächler als Uriel. Mit angenehmem Bass und insbesondere klarer Stimme überzeugte Stefan Vock als Raphael. Die Duette und Terzette berührten mit viel Ausstrahlung und entzückter Schönheit.

Das Orchester setzte kluge Kontraste, farbig und sprechend: der Aufgang der Sonne, die Stürme, Blitz und Donner, der flockige Schnee, schäumende Wasser, zudem die Erschaffung der verschiedenen Tiere. Als besonders gelungene Leistung bleibt die Beschreibung des Chaos vor der Schöpfung haften.

Das Lob im Mittelpunkt
Klaus Burkhalter, der musikalische Magier, verstand es, mit seinem exzellenten Musikerkollektiv den Zauber von Haydns Musik plastisch abzubilden. Es glückte eine Interpretation voller Transparenz und vortrefflicher Charakterisierung. «Licht erhellt die Finsternis»: So ertönten die ersten Worte, danach illustrierte der Chor den Eintritt des Lichts in die Finsternis – ein Kontrast wie Tag und Nacht. Wirkungsvoll stimmten die Sänger/innen ein. Und immer wieder kommentierten die Choristen kraftvoll und mit prächtigen Klängen Gottes Schöpfung: «Die Himmel erzählen die Ehre Gottes.» Ergriffen ob solcher Kunst und deren Aufführung folgte stürmischer Applaus und Standing Ovation. Inhaltlich und musikalisch waren sich nach dem Konzert bestimmt alle einig: Dies war eine rundum geglückte Aufführung. Ein Grund mehr, sich an der wunderbaren Schöpfung zu freuen, den Schöpfer zu loben und die Erde vor unabwendbarem Schaden zu bewahren.

HEIDY MUMENTHALER

Wer das ergreifende Kunstwerk, Haydns Oratorium «Die Schöpfung», verpasste, hat am Sonntag, 29. Dezember, 18.30 Uhr Gelegenheit, das Konzert des Cantate Chors in der Kirche Zweisimmen zu besuchen. Plätze zu Fr. 60.– /45.–/ 30.–. Vorverkauf: Papeterie Pfander Zweisimmen, Tel. 033 722 12 81. Abendkasse im Beinhaus ab 17.30 Uhr. (Öffentliche Hauptprobe am Samstag, 28.Dezember, 14.15 Uhr.)

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