Musikalischer Postenlauf durch Gstaad

Di, 06. Okt. 2020
«Ländler-Panache» machte so richtig Stimmung im Rialto. Sie konnten sich einen Jutz nicht verkneifen und hatten so das Publikum sofort «im Sack». FOTOS: JENNY STERCHI

Für das Herbstfest der Volksmusik hatte der Veranstalter eine Konzertform gewählt, bei der sich sowohl das Publikum als auch die Formationen weiträumig verteilen konnten und viele verschiedene Gastgeber berücksichtigt wurden.

JENNY STERCHI
Das diesjährige Herbstfest der Volksmusik hielt sechs Stunden Ländlerklänge und Jodelgesang bereit. Dem Musikgenuss in einer Festhalle stellte sich zwar in diesem Jahr die Corona-Problematik in den Weg.

Vielfalt in jeder Hinsicht
Das Publikum an verschiedenen Orten unterzubringen war die Lösung. Neben dem Sporthotel Victoria und dem Posthotel Rössli konnten auch das Hotel Olden und das Rialto für diese Veranstaltung gewonnen werden. Sie boten sieben verschiedenen Formation für jeweils eine Stunde eine Bühne. Nach einem Einsatz wechselten die Musikantinnen und Musikanten in das nächste Lokal. Für die Liebhaber der Volksmusik gab es zwei Möglichkeiten, diesen musikalischen Rotationskurs zu erleben. Entweder machten sie es sich in einem der Restaurants gemütlich und genossen einen abwechslungsreichen Abend, da jeweils zur vollen Stunde eine andere Formation die Bühne betrat. Oder aber sie folgten einer favorisierten Formation und konnten auf diese Weise die vier verschiedenen Lokalitäten erleben.

Formationen von überall her
Stimmen aus dem Publikum verrieten, dass es sich bei den Musikerinnen und Musikern nicht um irgendwen handelte, sondern namhafte Formationen zu hören waren. Das Ländlertrio Gasser-Hess wurde im Laufe des Abends häufig genannt. Um wenige Minuten den Auftritt der drei jungen Herren aus der Innerschweiz verpasst, fragte eine Besucherin atemlos: «Und wie waren sie? Ist Niklaus Hess so gut wie immer?» Darauf antwortete einer Besucherin, die in den Genuss der jungen Volksmusikformation gekommen war: «Ja, aber der Gasser stand ihm in nichts nach.» Das Trio gilt als Nachwuchsentdeckung traditioneller Ländlermusik.

Die Kapelle Guido Distel, ebenfalls aus der Innerschweiz angereist, hatte sich im Sporthotel Victoria beinahe häuslich eingerichtet und überliess die Bühne für eine Stunde, in der sie verpflegt wurde, den «Schwyzerörgelifründe» Rast-Wiss aus Sempach, Luzern. Die Innerschweizer Formation «Echo vom Lizä», Nidwalden, musizierte nicht zum ersten Mal in Gstaad und konnte sich hier und da über kleine Fanblocks im Publikum freuen.

Die Geschwister Moser bereicherten die vorwiegend instrumentalen Beiträge durch jugendlichen Jodelgesang. Die drei charmanten Schwestern aus Rüegsbach und die Herren der Kapelle «Ländler-Panache», vertraten den Kanton Bern aus volksmusikalischer Perspektive würdig. Verstärkung erhielten sie von der Kapelle «Lauenen-Gruess», die sich über die Möglichkeit, aufzutreten, ebenso freute wie all die anderen. «Es ist doch mal wieder schön, in Auftrittsatmosphäre zu spielen», waren sich die vier einheimischen Herren einig.

Viele der Kapellen sind auf CD-Produktionen zu hören und so erstaunt es nicht, dass viele im Publikum genau wussten, wen sie zu Ohren bekamen.

Gepflegte Traditionen
Hinter all den Musikanten liegt eine nicht ganz einfache Zeit. Schutzmassnahmen und Veranstaltungsverbote verunmöglichten auch Auftritte für die Volksmusikformationen. Und die Lage der Kulturszene bleibt auch nach vielen Lockerungen angespannt. Umso schöner, dass sich am vergangenen Samstag eine solche Fülle volkstümlicher Musik in Gstaad bot. Und den Umzug der Instrumente – besonders spannend bei den Bassgeigen – nahmen die Musikanten dabei locker in Kauf. «Es ist schön, wieder Publikum vor sich zu haben, auch wenn es klein ist und von Stunde zu Stunde wechselt», so der Tenor der Musikanten.

Arnold Welten, Veranstalter und Organisator des Herbstfestes, war denn auch zufrieden mit dem Abend. «Natürlich sind die Leute noch vorsichtig und das ist auch gut so», sagte Welten am Rand der Veranstaltung. «Ich glaube, wir haben damit einen gangbaren Weg gewählt, um Besucherinnen und Besuchern wie auch den Mitgliedern der Formationen grösstmögliche Sicherheit zu bieten.»

 

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