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Die Kulturregion möchte Kultur unterstützen

Fr, 19. Mär. 2021
Die Ausgaben der Kulturregion Obersimmental-Saanenland-Pays-d’Enhaut sind eingebrochen. Hans Jaggi (links) und Matthias Moser hoffen, dass Kultur bald wieder öffentlich stattfinden und Geld fliessen kann. FOTO: ANITA MOSER

Die Kulturregion Obersimmental-Saanenland-Pays-d’Enhaut unterstützt heimische Kulturschaffende in den drei Regionen mit jährlich gut 150’000 Franken. Wegen Corona finden aber seit bald einem Jahr praktisch keine kulturellen Anlässe mehr statt. Ein Dilemma für den Verein. «Wir können nur Geld sprechen, wenn Kultur öffentlich stattfindet», erklärt Vereinspräsident Matthias Moser.

ANITA MOSER
Kulturschaffende sind von der Corona-Krise, von den Lockdowns besonders hart getroffen. Es finden seit Monaten weder Theateraufführungen noch Konzerte oder Ausstellungen statt. Aber genau das bräuchte es, damit die Kulturregion Obersimmental-Saanenland-Pays-d’Enhaut ihrer statutarischen Aufgabe nachkommen könnte.

Um die Hälfte eingebrochen
Im Durchschnitt unterstützt der Verein Kulturschaffende jährlich mit rund 150’000 Franken. 2020 sind die Ausgaben um rund die Hälfte eingebrochen. «Wir haben ein Luxusproblem», sagt Vorstandsmitglied Hans Jaggi. Bei vielen Kulturschaffenden brechen die Einnahmen ein, während die Ausgaben gleich bleiben. Die Kulturregion bleibt aus diesem Grund auf dem Geld sitzen, das zur Kulturförderung gedacht ist.

«Uns sind die Hände gebunden», betont Vereinspräsident Matthias Moser. Für Ausfälle infolge von Corona sind der Kanton und die jeweiligen Verbände zuständig. «Das ist unser Dilemma: Einerseits fordert uns der Kanton Bern auf, das Geld einzusetzen, andererseits dürfen wir keinen Ausfallersatz sprechen für Anlässe, die nicht stattgefunden haben.» Der Vorstand hofft nun, dass bald wieder Kultur öffentlich stattfinden und das Geld fliessen kann.

Dem Verein steht jährlich ein Budget von rund 150’000 Franken zur Verfügung. Die Kantone Bern und Waadt schiessen 75’000 respektive 60’000 Franken ein, der Rest stammt von Gemeinden, Kirchgemeinden, dem Gewerbe und von Mitgliederbeiträgen.

Klare Vorgaben für Gesuchsteller
Der Verein unterstützt kulturelle Veranstaltungen mit einem Bezug zu einer der drei Regionen. Rein kommerzielle, touristische oder schulische Veranstaltungen dürfen wir nicht unterstützen. Matthias Moser erklärt die Voraussetzungen, die für einen allfälligen finanziellen Zustupf berechtigen: «Die Veranstaltung muss entweder in der Region stattfinden, der Kunstschaffende muss aus der Region stammen oder die Region wird an einer Veranstaltung repräsentiert – zum Beispiel an einer Ausstellung über unser Brauchtum.»

Zu einem grossen Teil wurden bisher Musikevents unterstützt – egal welchen Stils. «Wir unterstützen von volkstümlichen Anlässen bis zu Hardrock-Festivals, von Klassikkonzerten bis Heavy-Metal- und Jazzkonzerten», so Moser. Ein Wirt, der einen Musikabend organisiert, um den Umsatz zu fördern, hat jedoch keine Chance auf Unterstützung. Hingegen können auch Buchprojekte, Theateraufführungen, Ausstellungen usw. von der Kulturregion unterstützt werden. Wir hoffen auch auf neue und innovative Ideen und Projekte, mit denen Kultur trotz Corona seinen Weg zum Publikum findet, zum Beispiel via Livestream etc. «Es gibt keine haarscharfen Richtlinien», erklärt Moser. Und das führt unter den neun Vorstandsmitgliedern mitunter auch zu Diskussionen. «Es ist stets ein Abwägen, ob und in welcher Form wir einen kulturellen Anlass oder eine Kunstschaffende unterstützen», so Moser.

Kanton oder Kulturregion: entweder oder
Eine klare Linie gibt es, sobald der Kanton Bern ins Spiel kommt. «Bekommt ein Kulturschaffender oder ein kultureller Anlass Gelder vom Kanton, darf die Kulturregion nicht auch noch Geld sprechen», sagt Moser und fügt erklärend hinzu: «Der Kanton Bern finanziert einen grossen Teil unseres Budgets und verlangt im Gegenzug, dass nur entweder der Kanton oder die Kulturregion Geld sprechen darf.»

Allerdings kann bei der Kulturregion um finanzielle Hilfe nur anklopfen, wer auch andere Geldquellen sucht, sei es bei einer Gemeinde, bei Stiftungen, Privaten usw.

Zwingend: vollständige Unterlagen
Damit der Vorstand – je drei Personen aus den drei Regionen – ein Gesuch behandelt, müssen vollständige und detaillierte Unterlagen vorliegen. «Zwingend sind die Beschreibung des Projektes, das Budget und der Finanzierungsplan», erklärt Hans Jaggi. «Es geht nicht darum, ob uns die Musik oder das Bild gefällt», erklärt Moser. «Wichtig sind für uns der Bezug zu einer der drei Regionen sowie eine breite finanzielle Abstützung.» Entspricht das Gesuch den Vorgaben, kann in aller Regel mit einem fixen Betrag an das Budget oder seltener mit einer Defizitgarantie gerechnet werden.

Gesuche eingeben: jederzeit
Gesuche können jederzeit eingereicht werden. Aber damit ein Gesuch rechtzeitig behandelt werden kann, muss es drei Monate vor der Veranstaltung eingereicht werden. Anfallende Kosten für aufgrund der Covid-Pandemie verschobene Anlässe können beim zuständigen Verband geltend gemacht werden (siehe Link). «Und man kann jederzeit ein neues Gesuch für einen neuen oder einen verschobenen Anlass einreichen», erklärt Matthias Moser.

http://www.kultur-culture.ch
Kantonale Anlaufstelle für Covid-19-Hilfen im
Kulturbereich: https://tinyurl.com/y63zwrzs


KULTUR REGION – ALLIANCE CULTURELLE

Der Vorstand der Kulturregion Obersimmental-Saanenland-Pays-d’Enhaut besteht aus neun Mitgliedern, je drei aus jeder Region. Aktuell setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen:
Obersimmental: Klaus Burkhalter, Eric Berset und Jules van Enckevort. Saanenland: Matthias Moser (Präsident), Hans Jaggi (Sekretär und Kassier) und Beat Michel. Paysd’Enhaut: Carmen Scherrer, Laurence Sieber und Ruth Yersin-Zeugin.
Der Vorstand trifft sich in der Regel acht- bis zehnmal pro Jahr. Gesuche können via Formular auf der Homepage eingereicht werden. http://www.kultur-culture.ch

 

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