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Thomas Bollmann verlässt die Gemeinde Saanen

Di, 02. Mär. 2021
Verwaltungsdirektor Thomas Bollmann verlässt die Gemeinde Saanen auf Ende August. FOTO: ZVG

Verwaltungsdirektor Thomas Bollmann wird die Gemeindeverwaltung und das Saanenland auf Ende August 2021 verlassen. Sein Entscheid habe ausschliesslich private Gründe, betont Thomas Bollmann. Die Suche nach einem Nachfolger ist angelaufen.

ANITA MOSER
Genau vor einem Jahr trat Thomas Bollmann die Nachfolge von Armando Chissalé als Verwaltungsdirektor an. Zuvor war er fünf Jahre Fachleiter Polizei. «In dieser Zeit hat er nicht nur als geschätzter Mitbürger in unserer Gemeinde Fuss gefasst, sondern er lenkt die Geschicke der Verwaltung mit grossem Erfolg», schreibt die Gemeinde in der Medienmitteilung. Er habe stets ein offenes Ohr für Bevölkerung und Gäste und sein Verhandlungsgeschick führe immer wieder zu ausgewogenen Lösungen. Neben dem Courant normal als Verwaltungschef und Berater des Gemeinderats begleite er zahlreiche Projekte mit strategischem Charakter und habe den Gemeindebetrieb bisher gut durch die Corona-Krise geführt. «Sein Auftritt und Handeln sind geprägt von ausserordentlichem Engagement und hoher Professionalität.»

Ausschliesslich private Gründe
Thomas Bollmann arbeitet seit 2014 bei der Gemeinde Saanen. Die ersten fünf Jahre war er Fachleiter Polizei und vor genau einem Jahr hat er als Verwaltungsdirektor – als Nachfolger von Armando Chissalé – angefangen. Ende August wird er das Saanenland wieder Richtung Zentralschweiz verlassen. Sein Beruf sowie Land und Leute seien ihm mittlerweile ans Herz gewachsen. Aber seine private Zukunft lasse sich nicht mit dem Verbleib in Saanen vereinbaren. Seine Partnerin wohne und arbeite in der Stadt Zürich, erklärt Bollmann. Sie hätte im Saanenland beruflich nicht annähernd die Perspektiven, wie sie sie in der Stadt Zürich habe. «Das Herz spricht für das Saanenland und für die Gemeinde Saanen, der Verstand jedoch nicht», sagt Thomas Bollmann. Auf die Dauer sei Pendeln an den Wochenenden keine Option. Das koste viel Energie. «Ich gehe zum Beispiel bei schlechtem Wetter am Wochenende gerne ein paar Stunden ins Büro. Kann ich das nicht, ist es für mich unbefriedigend.» Es fehle ihm die Energie, den Job so zu machen, wie er es von sich erwarte. «Ich kann nicht das in den Job investieren, was ich will und was er auch verdient.»

Ein unglaublich spannender Job
Die Arbeit habe ihm gefallen, «Es ist ein unglaublich spannender Job», so Bollmann. «Gemeindeschreiber oder Verwaltungsdirektor in Saanen zu sein, ist schweizweit das Highlight. Die Gemeinde ist gross genug, dass wir sehr spannende Projekte haben, aber immer noch klein genug, dass jeder von uns einen breiten Job und sehr viel Verantwortung hat.»

Natürlich schmerze es ihn, dass er nicht an der Musikhalle weiterarbeiten oder bei der Schulstrategie mitarbeiten könne. Das seien spannende Projekte. «Das werde ich so in dieser Dimension nie mehr haben.» Thomas Bollmann bleibt seinem Beruf treu. Er wird Gemeindeschreiber in einer Gemeinde am Zürichsee.

Er werde als Privatperson dem Saanenland verbunden bleiben, Ferien hier verbringen, Ausflüge machen, im Winter Ski fahren. Er habe in den sieben Jahren im Saanenland Freundschaften geschlossen, wolle mit ihnen weiterhin in Kontakt bleiben. «Man wird mich sicher das eine oder andere Mal sehen im Saanenland. Ich hoffe, dass die Leute nicht die Strassenseite wechseln, wenn sie mich sehen», fügt er schmunzelnd an.

Ein aussergewöhnliches und intensives Jahr
Thomas Bollmann ist seit einem Jahr Verwaltungsdirektor in Saanen. «Es war wegen Corona ein aussergewöhnliches Jahr.» Und trotzdem sei es gelungen, die Rechtssammlung bis auf zwei, drei grosse Reglemente auf Vordermann zu bringen. Spannend gewesen sei auch die Organisation der erstmaligen Urnenabstimmungen.

Persönlich betreut hat er unter anderem das Globalbudget der Grossanlässe oder den Kauf der Tennisrechte. «Natürlich beschäftigt uns die letzte Urnenabstimmung mit den beiden abgelehnten Vorlagen – die Erweiterung und Erneuerung der Rüttischulanlage sowie der Nachkredit Les Arts Gstaad – schon sehr stark», so Bollmann. «Die Frage ist, was wir strukturell, aber auch bezogen auf die einzelnen Projekte anders machen müssen, damit wir künftig wieder eine höhere Akzeptanz finden für solche Vorlagen.» Zu den Highlights zählt Thomas Bollmann auch das Projekt «Zukunft Saanen», es sei etwas, das es so noch nie gegeben habe.

Grosse Projekte stehen an
Thomas Bollmann hofft, dass er seinen Nachfolger, seine Nachfolgerin noch einarbeiten und ihm oder ihr die hier gelebte Kultur mitgeben kann. «Land und Leute kennen- und schätzen lernen, das ganze Personengeflecht im Saanenland, wissen, wie das Saanenland funktioniert», das sei die grösste Herausforderung für jemanden, der von aussen kommt, so Thomas Bollmann. «Viele Themen können wir als Gemeinde ganz gut lösen in Zusammenarbeit mit Privaten», erklärt er. «Damit man das möglichst gut machen kann, muss man wissen, wen man wann anruft und ins Boot holt, man muss erkennen, wer welche Stärken, wer welche Schwächen hat.» Das alles brauche Zeit.

Thomas Bollmann arbeitet noch bis Ende August. Den idealen Zeitpunkt für einen Wechsel gebe es nicht. Die Gemeinde Saanen habe immer laufende und grosse Projekte, egal, wann der Verwaltungsdirektor wechsle. «Die grossen Themen momentan sind die Schulstrategie, die Musikhalle, das Eisbahnareal oder die Gestaltung Unter-Gstaad.»

Suche nach Nachfolger ist angelaufen
Die Suche nach einem Nachfolger, einer Nachfolgerin sei angelaufen, schreibt die Gemeinde. Die Stelle wird öffentlich ausgeschrieben, bewerben kann sich jede und jeder – auch interne –, der oder die sich berufen fühlt, diese Stelle wahrzunehmen. Wahlbehörde ist der Gemeinderat.

Nachdem er am Mittwoch den Zuschlag für die neue Stelle bekommen habe, habe er am Donnerstag und Freitag den Gemeinderat und die Verwaltung über seinen Entscheid informiert, so Bollmann. «Der Gemeinderat nimmt seine Kündigung mit grossem Bedauern zur Kenntnis», schreibt die Gemeinde in der Mitteilung. «Sein Entscheid tut uns sehr leid, aber es gilt ihn zu akzeptieren», ergänzt Gemeindepräsident Toni von Grünigen.

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