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Podiumsdiskussion wegen Bedrohung abgesagt

Mi, 26. Mai. 2021
Die Podiumsdiskussion musste abgesagt werden. Weil er und seine Familie massiv bedroht werden, wird Biobauer und Nationalrat Kilian Baumann bis zum Abstimmungstermin an keinen Podiumsdiskussionen mehr teilnehmen. (Symbolbild: AdobeStock)

Heute Abend hätte im Kirchgemeindehaus Gstaad eine Podiumsdiskussion zu den beiden Agrarinitiativen stattfinden sollen. Sie musste nun kurzfristig abgesagt werden. Aus Gründen, die mehr als nachdenklich stimmen (müssen).

ANITA MOSER
Am 13. Juni stimmt das Schweizer Stimmvolk unter anderem über zwei Agrarinitiativen ab: «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizidund den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» sowie «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide». Die beiden Volksbegehren polarisieren. Auch in unserer Region. Deshalb haben die römisch-katholische Kirche und die evangelisch-reformierte Kirche Saanen-Gsteig eine Podiumsdiskussion organisiert. Unter der Leitung von Marco Zysset hätten Kilian Baumann, Biobauer und Präsident der Kleinbauern-Vereinigung, sowie Hans Jörg Rüegsegger, Präsident des Berner Bauernverbandes, vor 50 angemeldeten Interessierten über Pro und Contra der beiden Initiativen diskutiert. Hätten. Aus Gründen, die mehr als nachdenklich stimmen, musste die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden.

Massive Bedrohungen gegen bäuerlichen Befürworter
Kilian Baumann, Biobauer und Nationalrat der Grünen Partei, hat bereits an verschiedenen Podiumsdiskussionen die Pro-Seite der beiden Agrarinitiativen vertreten. Nun zieht er sich zurück und hat auch seine Teilnahme in Gstaad abgesagt. Weil der Druck auf ihn und seine Familie weiter zugenommen habe, werde er ab sofort und bis zum 13. Juni keine öffentlichen Podien mehr besuchen. «Aus Protest, aber auch weil ich mittlerweile ein ungutes Gefühl habe, wenn ich am Abend Familie und Hof zurücklasse und irgendwo ins Emmental oder Oberland reise. Die aufgeheizte Stimmung wird sich nach den Abstimmungen beruhigen, was aber bleiben wird, ist die Diskussion», begründet Kilian Baumann seinen Entscheid.

«Solange eine Mehrheit der Bauern gegen eine ökologischere Landwirtschaft ankämpft, müssen sich die Agrarkonzerne nicht selber exponieren», so Baumann. Die Agrarkonzerne hätten grosses Interesse daran, dass Kritik an der gegenwärtigen Agrarpolitik als Bauernbashing wahrgenommen werde, «um uns und die Umweltverbände als bauernfeindlich darzustellen».

«Rundschau»-Beitrag heute Abend
Heute Abend werde sich ein Beitrag in der «Rundschau» dieser Thematik widmen. «Es geht um den gegenwärtigen Abstimmungskampf und unter anderem um die Frage, wieso ökologisch orientierte Bäuerinnen und Bauern von ihren Berufskollegen/innen so stark unter Druck gesetzt werden, dass sie sich nicht mehr öffentlich für die Initiativen aussprechen möchten», erklärt Baumann. Er werde im Beitrag einige Hasskommentare vorlesen, die er in den letzten Tagen erhalten habe, danach werde das «Rundschau»-Team Jürg Vollmer (Chefredaktor des Agrarmagazins «Die Grüne») befragen. Dieser geht laut Baumann mit aller Härte gegen bäuerliche Unterstützer/innen der Pestizidinitiativen vor und verbreite auch absichtlich Fake News, auch um das oben erwähnte Narrativ zu befeuern.

Bestürzung bei den Veranstaltern
Er bedaure diesen Umstand, der zu seiner Absage in Gstaad geführt habe, sehr, schreibt Kilian Baumann den Veranstaltern in Gstaad. Pfarrer Bruno Bader ist bestürzt: «Wie weit haben wir es gebracht, wenn wir um unsere Sicherheit fürchten müssen, wenn wir zu unserer Meinung stehen. Unglaublich!» (Siehe Kommentar auf dieser Seite.)

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