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Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt!

Fr, 24. Dez. 2021
Krippenszenerie im Chor der Kirche Gsteig. Installation: Brigitte Linder. FOTO: PETER KLOPFENSTEIN

Josef und Maria mussten sich wegen einer Steuererhebung aufmachen, um von Nazareth nach Betlehem zu kommen. Nicht zu Hause konnte Jesus zur Welt kommen, auch nicht in einer Herberge, sondern in einem einfachen Stall in einer Futterkrippe.

Die Hirten auf dem Feld machten sich mitten in der Nacht auf, als der Engel zu ihnen sprach: «Fürchtet euch nicht, euch ist heute der Retter geboren!» Diese einfachen, von den Leuten gering geschätzten Menschen erfuhren als Allererste, dass etwas völlig Neues geschehen ist.

Sie verliessen ihre Schafherden, um in Betlehem in einem Stall das Jesuskind zu finden. Und sie waren so erfüllt von dem, was sie sahen, dass sie es überall in der Umgebung weitererzählten.

Auch die drei Weisen aus dem Osten mussten sich aufmachen, um dem Stern zu folgen und den neuen König zu finden im Stall von Betlehem. Ein Leben lang hatten sie versucht, die Zeichen der Zeit zu deuten – und fanden zuletzt den echten Reichtum in einer Futterkrippe liegen.

Und so soll alle Jahre wieder durch das Wunder, das für uns zu Weihnachten geschah, ein Licht in unseren Herzen entzündet werden – ein Licht, das von vielen gerade in der Zeit von Corona und allem, was gesundheitlich, familiär, gesellschaftlich und wirtschaftlich damit zusammenhängt, sehnlichst herbeigewünscht wird. So heisst es in einem Gedicht:

«Es hat nun die Nacht ihre Macht verloren, denn Jesus, das Kind, der Herr ist geboren. Lasst das Alte zurück, verschliesst euch nicht, brecht auf, brecht auf, zu Christus, dem Licht!»

Und mit Weihnachten ist der Augenblick gekommen, wo viele sich fragen: Was wollen wir schenken – und die Frage kann ausgeweitet werden: Was wollen wir dem Jesuskind schenken? Womit können wir dem Kind in der Krippe eine Freude machen?

Kinder finden meist schnell etwas, was sie dem Kind in der Krippe schenken können und wollen – aber wie ist es mit uns Erwachsenen?

Das Kind Jesus will nicht das Gute und Helle von uns, sondern zuallererst unser Zerbrochenes, unser Leidvolles. Es will das, was nicht heil und schön ist in uns, was uns plagt und sorgt und uns den Frieden nehmen will. Alle unsere Lasten, Sorgen und Verfehlungen dürfen wir an der Krippe niederlegen.

Als Geschenk dürfen wir die Liebe, die von Jesus ausgeht, empfangen: seinen Frieden, seine Geduld mit uns, seine Nähe, seinen Trost für unsere bedrückten Seelen. Wenn wir an der Krippe darum bitten, können wir erfahren, dass wir die Beschenkten sind. Und können als die Beschenkten Gottes Gaben weitergeben.

So bittet ein Lied (Kirchengesangbuch Nr. 833):

«Komm in unsre stolze Welt, / Herr, mit deiner Liebe Werben. / Überwinde Macht und Geld, / lass die Völker nicht verderben. / Wende Hass und Feindessinn / auf den Weg des Friedens hin.

Komm in unser reiches Land, / der du Arme liebst und Schwache, / dass von Geiz und Unverstand / unser Menschenherz erwache. / Schaff aus unserm Überfluss / Rettung dem, der hungern muss. Komm in unsre laute Stadt, / Herr, mit deines Schweigens Mitte, / dass, wer keinen Mut mehr hat, / sich von dir die Kraft erbitte / für den Weg durch Lärm und Streit / hin zu deiner Ewigkeit.

Komm in unser festes Haus, der du nackt und ungeborgen. / Mach ein leichtes Zelt daraus, / das uns deckt kaum bis zum Morgen: / denn, wer sicher wohnt, vergisst, / dass er auf dem Weg noch ist.

Komm in unser dunkles Herz, Herr, mit deines Lichtes Fülle; / dass nicht Neid, Angst, Not und Schmerz / deine Wahrheit uns verhülle, / die auch noch in tiefer Nacht / Menschenleben herrlich macht.»

Ich wünsche allen frohe Weihnachten!

PFARRER PETER KLOPFENSTEIN

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