Auf dem Weg zum perfekten Frieden

  25.03.2025 Kultur

Der Posaunenchor Gstaad und der Lenk begrüssten am Samstag alle Musikbegeisterten im Kirchgemeindehaus Gstaad. Unter der Leitung von Christoph Liechti und mit der Unterstützung von Erich von Siebenthal lieferten die Musikanten ein fulminantes Konzert.

CAROLINE THORNTON
Am Samstagabend gab der Posaunenchor Gstaad mit Unterstützung des Posaunenchors Lenk ein fulminantes Konzert im Kirchgemeindehaus Gstaad zum Besten. Geleitet wurde es vom Dirigenten Christoph Liechti. Unterstützung kam auch von Erich von Siebenthal, selbst lange Zeit ein Mitglied, welcher den textlichen Hintergrund zu den Stücken lieferte. Abgerundet wurde der Abend vom Vizepräsidenten Jürg Dupertuis, welcher das Publikum herzlich willkommen hiess.

Posaunenchor – somit nur Posaunen?
Wie auch der Laie schnell herausfand, besteht der Posaunenchor nicht, wie zu erwarten wäre, ausschliesslich aus Posaunenspielern. Der Sekretär des Posaunenchors, Mathias Reichenbach, erklärte dem «Anzeiger von Saanen», dass dies schon eine Weile nicht mehr der Fall ist. Heutzutage bestehen Posaunenchöre auch aus weiteren Blechinstrumenten wie dem Cornet, verschiedenen Hörnern und dem Eufonium. Unterstrichen wird das Ganze durch den Es- und B-Bass. Das Ensemble in Gstaad hat sogar die Unterstützung der Herren Perreten am Schlagzeug.

So ein Chor braucht viel Einsatz aller Mitspielenden. Mindestens einmal wöchentlich wird geprobt, vor Konzerten sogar mehr. Die Mitglieder treffen sich aber nicht nur zum Musizieren. Im Gegensatz zu anderen Brassbands liefern die Posaunenchöre einen grossen Beitrag zum kirchlichen Zusammenleben.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure liess dann auch die Stücke zum Leben erwachen.

Los geht es mit einem zünftigen Marsch
Den Auftakt machte «Jubilee» von Paul Drury, ein zünftiger Marsch, wie Erich von Siebenthal meinte: «Es fängt schon mal ganz fetzig an.» Es folgten sanfte Klänge mit «I’ll follow thee». Das Solo von Ueli Zimmermann mit dem Es-Horn im Stück «You’re always there» klang zuerst fast einsam im Raum, aber auch klar und anmutend. Das Gefühl spiegelte die Worte des Stücks wider, in dem der Erzähler Momente der Einsamkeit erlebt und dann realisiert, dass Gott bei ihm ist und er nie allein sein muss. Ebenso war der Solist nicht alleine: Der Chor unterstützte sein Spiel, und die Perkussion verhalf dem Stück zum perfekten Crescendo.

Nach der Pause ging es ebenso klangvoll weiter. Schnell und rhythmisch kam der israelische Traditional «Schachoret» daher. Erich von Siebenthal sprach für alle Anwesenden, als er meinte: «Äs isch wunderbar gsy, tüet so wyterfahre, mir blybe no.» Und so machten sie weiter mit den «Days of Elijah». Die Musiker selbst zählten den Takt ein und nach einem perfekt koordinierten «one, two, three, four» ging es im lüpfigen Takt musikalisch weiter. Das Publikum wurde sogar zum Mitklatschen animiert.

Glaube an den perfekten Frieden
Nicht umsonst haben die Stücke solch verschiedene Klangnoten. Vom perfekten Frieden Gottes zu singen, findet verschiedene Ausdrucksformen: in der Freude der mitreissenden Klänge eines Marsches oder in der sanften Anmut einer Suite. Alle Stücke haben eines gemeinsam: Sie sprechen von der Liebe Gottes, welche uns Kraft und Zuversicht im Leben spendet und uns an den perfekten Frieden in der Ewigkeit glauben lässt. Und so wählte der Posaunenchor das richtige Stück zum Schluss: «Es ist genug» von Johann Sebastian Bach. Denn, wie Christoph Liechti sagte: «Gottes Liebe ist genug.»

Dieser Friede Gottes ging auch ins Publikum über. Jung und Alt folgte mit Spannung und Aufmerksamkeit den Tönen der Musiker und den Worten Erich von Siebenthals, welcher vom gemeinsamen Ziel sprach, «dass heute Abend jeder etwas vom Frieden spüren darf». Die Musiker wurden dann auch erst nach zwei Zugaben in ihren wohlverdienten Feierabend und in ein gemütliches Zusammensein im Bernerhof entlassen.

Es war für jeden etwas dabei, bis der letzte Ton verklang. Und so mag auch das letzte Stück «Es ist genug» heissen – das Publikum, so schien es, hatte noch lange nicht genug und hätte noch lange weiter zuhören können. Aber alle nahmen etwas vom Frieden mit sich in die Nacht und den Wunsch, dass dieser auch auf Erden etwas mehr Verbreitung findet.


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