Das Pfingstgeschehen lässt sich nicht nur auf die soziologische Ebene der Verständigung über Kulturen und Sprachen hinweg reduzieren. Das göttliche Eingreifen ist viel mächtiger und von geistiger Dimension. Die Kraft des Heiligen Geistes machte auch aus der ...
Das Pfingstgeschehen lässt sich nicht nur auf die soziologische Ebene der Verständigung über Kulturen und Sprachen hinweg reduzieren. Das göttliche Eingreifen ist viel mächtiger und von geistiger Dimension. Die Kraft des Heiligen Geistes machte auch aus der verängstigten und verunsicherten Jüngerschar mutige Zeugen der Botschaft Jesu Christi. Ohne die Ausgiessung des Heiligen Geistes hätte sich das Evangelium und damit das Christentum nicht weltweit ausbreiten können. Die im sogenannten christlichen Abendland verwurzelten Werte wie Freiheit, Menschenwürde, Selbstverantwortung usw. haben ihre Wurzeln im Christentum, auch wenn wir uns heute als Gesellschaft weit davon entfernt haben. Dank des Heiligen Geistes sind die Gläubigen nicht führerlos, der Paraklet (Tröster) wird sie in alle Wahrheit leiten. Die Grundfragen des Lebens werden beantwortet. Bei jedem Individuum sieht das recht unterschiedlich aus. Jeder muss sich entscheiden, ob seine Entscheidungsinstanz sein Ego ist oder ob er sich einer göttlichen Führung anvertraut. Die Früchte des Heiligen Geistes werden als Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung im Galaterbrief aufgeführt. Die heutige Gesellschaft scheint sich auf gegenteilige Werte wie Kampf und Krieg, Macht, Übervorteilung usw. eingeschworen zu haben. Hier zeigt sich, wessen Geistes Kinder wir sind. Die Entscheidung fällt jeder persönlich.
GERHARD LEHMANN, GSTAAD