Neue Szenarien zeigen: Die Bevölkerung im Kanton Bern wächst zunächst, dürfte aber ab den 2030er-Jahren schrumpfen. Hauptgrund ist die Alterung.
Die Bevölkerung im Kanton Bern wird in den kommenden Jahren zunächst weiter wachsen, langfristig ...
Neue Szenarien zeigen: Die Bevölkerung im Kanton Bern wächst zunächst, dürfte aber ab den 2030er-Jahren schrumpfen. Hauptgrund ist die Alterung.
Die Bevölkerung im Kanton Bern wird in den kommenden Jahren zunächst weiter wachsen, langfristig jedoch zurückgehen. Das geht aus neuen Bevölkerungsszenarien hervor, die der Regierungsrat des Kantons Bern in einer Medienmitteilung präsentiert.
Grundlage sind aktualisierte Berechnungen des Bundesamts für Statistik sowie eine Überarbeitung durch die kantonale Fachgruppe Statistik.
Wachstum flacht ab und kehrt sich um
Demnach verlangsamt sich das Wachstum ab etwa 2030 deutlich. Ab 2038 wird ein Bevölkerungsrückgang erwartet. Im Vergleich zu anderen Kantonen fällt das Wachstum insgesamt unterdurchschnittlich aus. Seit den letzten Szenarien aus dem Jahr 2020 hat sich die Tendenz zur Schrumpfung verstärkt.
Alterung als zentraler Treiber
Ein zentraler Faktor ist die Alterung der Bevölkerung. Die Zahl älterer Menschen nimmt stark zu. Gleichzeitig dürfte der Geburtenüberschuss spätestens bis 2035 negativ werden. Das bedeutet, dass mehr Menschen sterben als geboren werden. Natürliches Bevölkerungswachstum fällt damit weg. Künftige Entwicklungen hängen laut Bericht stark von der internationalen Zuwanderung ab. Auch die interkantonale Wanderung wird negativ eingeschätzt.
Bevölkerungsrückgang unter anderem im Obersimmental-Saanen erwartet
Die Entwicklung verläuft regional unterschiedlich. Gemäss Referenzszenario wachsen insbesondere die Verwaltungskreise Biel/Bienne, Seeland und Interlaken-Oberhasli. Auch Bern- Mittelland und Oberaargau verzeichnen leichte Zunahmen. In den übrigen Regionen wird hingegen mit einem Rückgang gerechnet, somit auch im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen.
Der deutliche Anstieg der über 65und über 80-Jährigen zeigt sich in allen Regionen. Diese Entwicklung stellt Verwaltung und Politik vor Herausforderungen, etwa in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Infrastruktur. Konkrete Auswirkungen werden in der Medienmitteilung jedoch nicht weiter ausgeführt.
Grundlage für Planungen
Der Regierungsrat sieht die Szenarien als wichtige Grundlage für künftige Planungen. Die Daten sollen Behörden und weiteren Akteuren helfen, strategische Entscheide zu treffen. Die Fachgruppe Statistik will die Entwicklung weiterhin beobachten und die Szenarien bei Bedarf anpassen.
PD/JOP