«Ohne Kinder fägt es nicht!»

Do, 09. Apr. 2020
Ihm fehlen während der Corona-Krise die Kinder, der Lärm und der Dreck: Schulhauswart Christian Urfer von der Schule Gsteig-Feutersoey. FOTOS: KEREM MAURER

Was macht ein Schulhauswart, wenn die Schule geschlossen ist und eine unwirkliche Ruhe über den Schulanlagen liegt anstelle der Geräusche von spielenden Kindern?

KEREM S. MAURER

Wie geht es Ihnen in der gegenwärtigen Covid-19-Krise?
Danke, uns geht es gut. Wir haben das Glück, dass wir keine Existenzängste haben müssen.

Was macht ein Schulhauswart, wenn die Schule geschlossen ist?
Wir erledigen Arbeiten, die das ganze Jahr anstehen. Unser Schulhaus wird weiterhin von den Lehrpersonen als Arbeitsplatz genutzt und in unserem grosszügigen Mehrzweckraum finden etliche Sitzungen statt – natürlich unter Einhaltung der BAG-Vorschriften. So stehen wöchentlich mehrmals Reinigungsarbeiten an. Das schöne Wetter nutzen wir für diverse Aussenarbeiten.

Normalerweise werden in den Ferien die Schulhäuser geputzt. Haben Sie diese Arbeiten jetzt schon erledigt und dementspre- chend während den Schulferien auch frei?
Da jetzt im Moment auch die Mehrzweckhalle geschlossen ist, haben wir die Jahresreinigung in der letzten Woche bereits erledigt. Da aber die Schulzimmer noch immer randvoll mit Material sind und wir nicht wissen, wann der Schulbetrieb wieder funktionieren kann, warten wir noch ab.

Wie empfinden Sie die Ruhe, die gegenwärtig im Gegensatz zu normalen Schulzeiten herrscht? Ist das für Sie eher befremdlich oder geniessen Sie die Ruhe?
Es ist zu ruhig. Und ohne Kinder fägt es nicht!

Worauf freuen Sie sich besonders, wenn der Schulbetrieb wieder aufgenommen wird?
Auf die Kinder und die Lehrer, den Lärm, den Radau und den Dreck.

Wie denken Sie, beeinflusst die Corona-Krise den Schulalltag, wenn die Schulen wieder geöffnet sind?
Wir denken, dass die Kinder es wieder schätzen, wenn sie wieder zur Schule dürfen und ihre Freundinnen, Freunde und Lehrerinnen und Lehrer wieder in echt sehen dürfen.

Was sind aus Ihrer Sicht die positiven Seiten der Covid19-Krise?
Die grosse Solidarität. Man lernt, die ganz kleinen Dinge wieder zu schätzen.


ZUR PERSON

Der 38-jährige Christian Urfer ist seit 2016 zu 80 Prozent Schulhauswart an der Schule Gsteig-Feutersoey. Die restlichen 20 Prozent ergänzt seine Frau Bea Urfer. Urfers machen diese Arbeit nicht zuletzt, weil sie Freude am Umgang mit den Kindern haben. Ausserdem schätzt er das gute Team mit den Lehrkräften und die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gsteig, bei der er 20 Prozent als Wegmeister arbeitet.

KEREM MAURER

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