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«Beswingt» in die Live-Konzertsaison

Mi, 26. Mai. 2021
Musikalische Energie liegt in der Luft: Bruno Fontaine (Klavier) mit Pierre Génisson. FOTO: ZVG

Nach langer Stille feierte das Gstaad New Year Music Festival am Pfingstsonntag in der Kirche Lauenen sein 15-Jahr-Jubiläum mit einer beschwingten Hommage an Benny Goodman.

ÇETIN KÖKSAL
Endlich wieder Licht am Ende des Tunnels, war man geneigt zu denken. Wie viele andere Akteure im Kulturgeschäft musste auch Caroline Murat, Intendantin des Gstaad New Year Music Festivals, die 15. Ausgabe ihres kleinen und feinen «Boutique-Festivals» absagen, verschieben und wieder verschieben und absagen. Was zuerst über die Neujahrsfesttage, dann an Ostern geplant gewesen wäre, fand nun umständehalber in stark verkleinerter Form an Pfingsten statt. Die ursprünglich als Eröffnungskonzert programmierte Jazz-Hommage war jetzt gleichzeitig auch Abschlusskonzert. Die übrigen sieben Konzerte fielen dem Virus zum Opfer, werden aber in zum Teil etwas abgeänderter Form in der 16. Ausgabe vom 27. Dezember 2021 bis 9. Januar 2022 nachgeholt werden.

Rhapsody in Blue, Sing, Sing, Sing …
Die beiden Künstler Pierre Génisson, Klarinette, und Bruno Fontaine, Klavier, benötigten keine Aufwärmphase und begeisterten gleich zu Beginn mit einer lebendigen, sehr nuancierten Sonate von Leonard Bernstein. Obwohl die beiden seit Monaten nicht mehr zusammen auftreten durften, merkte man sofort, dass sie ein eingespieltes Duo sind. Mit jedem Ton durchdrang den Zuhörer das Gefühl der Freude und Begeisterung über die wiedergewonnene Freiheit vor «greifbarem» Publikum aus Fleisch und Blut spielen zu können. Als entlüde sich ein aufgestautes, für jeden Künstler essenzielles Auftrittsbedürfnis. Die Spielfreude fand eine Fortsetzung mit «Lady be Good» von George Gershwin und seiner berühmten «Rhapsody in Blue» in einer eigens vom Komponisten transkribierten Version für Klarinette und Klavier. Pierre Génisson brillierte durch ein äusserst gepflegtes, wohldosiertes, aber dennoch temperamentvolles Spiel. Völlig zu Recht gilt der in Marseille geborene Klarinettist als aktuell einer der Besten seines Fachs. Beeindruckend war die Klangvarietät, welche er seinem Instrument zu entlocken vermochte. Feinste Pianissimi und schrille Forti wie auch warme Melodien und virtuose, präzise Passagen beherrschte er mit einer «lockeren» Selbstverständlichkeit. Sein Partner am Klavier, Bruno Fontaine, konnte da durchaus mithalten und glänzte ebenfalls mit stupendem Können und einfühlsamer Musikalität. Mit den Benny Goodman-Hits «Stompin’ at the Savoy» (Edgar Sampson) und «Sing, Sing, Sing» (Luis Prima) leiteten die beiden Musiker in einen «süssen» Abschluss mit «Sweet Lorraine» (Cliff Burwell) und «Sweet Georgia Brown» (Ben Bernie und Maceo Pinkard) über. Die 50 Zuhörer dankten es ihnen mit begeistertem Applaus.

Auf viele weitere «in-echt»-Begegnungen zwischen Künstlern und Publikum! Denn nichts kann diese wirklich ersetzen, und sie fehlten uns allen doch so sehr, nicht wahr?

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