400’000 Franken für neues Energie- und Küchenkonzept

  24.03.2022 Lauenen

Die Wasserturbine in der Geltenhütte hat definitiv ausgedient. Die ausserordentliche Versammlung der SAC Sektion Oldenhorn bewilligte 400000 Franken für eine neue Energieversorgung und für den Ersatz der Küche.

ANITA MOSER
Seit 23 Jahren läuft die Energieversorgung in der Geltenhütte über eine Wasserturbine. Der Zahn der Zeit hat an der Anlage Spuren hinterlassen. Die Leistung der Turbine ist für die aktuelle Nutzung ungenügend – seit dem Umbau der Hütte vor sieben Jahren sind die Übernachtungszahlen erfreulicherweise gestiegen, damit einhergehend auch der Stromverbrauch. Die Energieversorgung stiess an ihre Grenzen, ein einwandfreier Betrieb war nicht mehr möglich und der Dieselgenerator war für die Überbrückung fast täglich im Einsatz. Der Plan war, die Wasserturbine zu revidieren, dafür hat die Herbstversammlung im vergangenen Jahr 30’000 Franken gesprochen. Nach weiteren Abklärungen rückt man nun vom ursprünglichen Plan ab. «Wir müssen zukunftsorientiert denken und diverse Umbauten an der Hütte vornehmen. Mit einer revidierten Turbine ist es leider nicht getan», informiert Sektionspräsident André Oehrli.

Neues Energie- und Küchenkonzept
«Es braucht ein ganz neues Energiekonzept», erklärt André Oehrli. Weil die Einrichtungen vorhanden sind, setzt man weiterhin auf Wasserkraft. Die Wasserturbine wird aber ersetzt, die Wasserfassung und das Absetzbecken werden optimiert. Ebenfalls ersetzt oder wo möglich optimiert werden die bestehende Druckerhöhungsanlage und das Wasserleitungsnetz. Die Küche wird – wenn möglich in der bestehenden Infrastruktur – zur Verbesserung der Arbeitsabläufe ebenfalls totalsaniert. Zudem werden die stromfressenden Geräte durch energieeffiziente Geräte ersetzt. «Die neue Küche spielt bei diesem Konzept eine wichtige Rolle, sind doch die grössten Energieverbraucher in der Küche und beinflussen die Planung beträchtlich», so Oehrli. Sauberen Strom – auch zur Unterstützung der Wasserturbine – liefert eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Mit dem neuen Konzept sollten grössere Schwankungen bei der Energieversorgung künftig ausbleiben. «Sollte es dennoch zu Engpässen kommen, können wir auf einen Batteriespeicher zurückgreifen», erklärt der Präsident.

«Das Energiekonzept haben wir anhand der gesammelten Erkenntnisse des letzten Sommers in einer Arbeitsgruppe ausgearbeitet, der Sektion im Herbst in groben Zügen präsentiert, den Winter hindurch finalisiert, Offerten eingeholt und der Sektion als Ganzes an der ausserordentlichen Versammlung vom vergangenen Freitag präsentiert», erklärt André Oehrli.

Hohe Kosten
Die Kosten für das neue Energie- und Küchenkonzept werden auf 400’000 Franken veranschlagt. Einstimmig genehmigte die Versammlung den doch recht hohen Betrag.

Finanziert werden sollen die Kosten mit 120’000 Franken aus dem Hüttenfonds des SAC sowie mit einem Darlehen der Sektion (eigene Mittel) an die Geltenhütte von 150’000 Franken. Zudem hofft man auf Spenden von rund 70’000 Franken. Im Weiteren sollen die Bankkredite um 60’000 Franken erhöht werden.

Arbeiten haben begonnen
Mit den Arbeiten an der neuen Energieversorgung wurde bereits begonnen. Um den Hüttenbetrieb nicht zu beeinträchtigen, werden die Arbeiten während der Sommersaison unterbrochen. Im Oktober und November wird dann mit Hochdruck weitergearbeitet, damit die Küche und die Energieversorgung zu Beginn der Wintersaison im Dezember funktionstüchtig respektive gesichert ist und hoffentlich niemand mehr kalte Füsse bekommt.

Felix Aegerter ist neuer Hüttenchef
Zum neuen Hüttenchef der Geltenhütte wählte die Versammlung Felix Aegerter. Er folgt auf Peter Sollberger, der seit vergangenem Oktober das Amt als Hüttenchef vorübergehend übernommen hatte. Als neue Revisisonsstelle wurde T&R Oberland gewählt.

Ohne Wortmeldung genehmigt wurde auch die Jahresrechnung 2021, die mit einem Plus von 561 Franken abschliesst. Der Reservefonds für die Geltenhütte konnte seit dem letzten Umbau nicht geäufnet werden. Er weist unter der Kostenstelle Geltenhütte gegenüber der Sektion eine Schuld von gut 1070 Franken auf.

Keine Nachwuchsprobleme
Die Sektion erfreut sich einer ständig wachsenden Mitgliederzahl. Aktuell sind es 666 Mitglieder. «Unser Verein hat keine Nachwuchsprobleme», betont Vereinspräsident André Oehrli. Auch die Ausbildungskurse sind gut besucht. «Es freut uns, dass unsere Sektion auf diese Weise etwas zur Sicherheit in den Bergen beitragen kann», so Oehrli.


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote