Label für Hornkuh-Produkte

Fr, 12. Jul. 2019
Das Schweizer Stimmvolk hat die Hornkuh-Initiative knapp abgelehnt. FOTO: ARCHIV ANITA MOSER

Mit 54,7% Nein-Stimmen hat das Schweizer Stimmvolk im November 2018 die Hornkuh-Initiative abgelehnt. Die Befürworter geben sich nicht geschlagen: Am Mittwoch hat der Verein hornkuh.ch ein Label für Hornkuh-Produkte lanciert.

ANITA MOSER
«45,3 Prozent der Bevölkerung haben für die Hornkuh-Initiative gestimmt. Nun geht die Arbeit für die Würde der Tiere weiter. Mit dem neuen Label H()H für Hornkuh-Produkte können sich Kunden und Produzenten ganz bewusst für Tiere mit Hörnern einsetzen», heisst es in der Pressemitteilung.

Das neue Label ins Leben gerufen hat Michi Gehret, er präsidiert auch den Verein hornkuh.ch. Er sagt: «Mit dem Label H()H schaffen wir eine Plattform, auf der Produzenten von Hornkuh-Produkten direkt ihre Kunden finden können. Mit der Charta von H()H verpflichten sie sich, auf die Enthornung ihrer Kälber zu verzichten und Fleisch, Milch und andere Produkte von Kühen mit Hörnern anzubieten. So unterstützen wir ganz konkret die Produzenten, die das Tierwohl höher gewichten als den wirtschaftlichen Gewinn.»

Dem Vater gewidmet
Den Start des Labels für eine faire Entlöhnung widme er seinem kürzlich verstorbenen Vater, so Michi Gehret. «Er war über Jahre Gemeindepräsident im kuhreichen Gsteig. Ich durfte also eine Jugend in der Natur erleben, durfte Familie Walker beim Bauern helfen und diese Natürlichkeit erfahren, die Liebe zu Land und Tier. Der Bauer steht unter einem riesigen Druck. Der Preis und die Bedingungen werden diktiert. Arbeiten macht so keine Freude.»

Zurück zur Freude
Das Label sei ein Zeichen zurück zur Freude. Der Bauer müsse unabhängig sein. «Wir Kunden zahlen gerne den nötigen Preis für ein Produkt, das naturnah hergestellt wird.»

Ein erster Schritt
Mit dem Label könnten Produzenten und Konsumenten selber entscheiden, ob ihnen das Tierwohl etwas wert sei, und sich bewusst für Produkte von Kühen mit Hörnern entscheiden. «Das ist ein pragmatischer erster Schritt. Man muss das umsetzen, was möglich ist …»

Das Label läuft über einen virtuellen Bauernmärit, auf dem sich die mit dem Hornkuh-Label zertifizierten Zücher und Bauern eintragen können. «Die Kunden finden anhand der Postleitzahl ganz einfach die Anbieter in ihrer Region», erklärt Michi Gehret. www.hornkuh.ch

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