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Müller Medien AG mit Preis geehrt

Do, 18. Apr. 2019
Frank Müller nahm stellvertretend für die gesamte Belegschaft der Müller Medien AG den Kulturpreis 2019 entgegen. FOTO: KSM-FOTOGRAFIE

Der Kulturpreis 2019 vom Verein «Kultur Region Obersimmental Saanenland Pays-d’Enhaut» ging an die Müller Medien AG in Gstaad. Gewürdigt wurde das Aufschreiben, Überliefern und Erhalten von regionalem Brauchtum, heimischer Kultur und bedeutendem Zeitgeschehen in Form des «Anzeigers von Saanen» und das Verlegen von Büchern regionaler Autoren.

KEREM S. MAURER
In seiner Laudatio für die Preisträgerin, Müller Medien AG in Gstaad, warf Walter Raaflaub, einstiger Lehrer, Taxifahrer sowie Arzt und seines Zeichens Buchautor diverser veröffentlichter Werke, einen vertieften Blick auf die Geschichte des gewürdigten Unternehmens. Raaflaub brachte für seinen wortgewandten Rückblick eine Originalausgabe der ersten erschienenen Ausgabe des «Anzeiger für Saanen und Obersimmenthal» mit, die vor über 130 Jahren publiziert worden war. Er würdigte mit vielen Anekdoten das Wirken von drei Generationen Müller, die alle den Blick auf das Wesentliche richteten: nämlich auf das Geschehen in der Region und das Berichten für die Region. Es zähle neben dem Zeitungmachen auch das Verlegen von Büchern, die ebenso wichtige Zeitdokumente darstellten und der Nachwelt spannende Einblicke in das regionale Leben vermittelten, zu den bedeutenden Tätigkeiten des Verlags. Als «grosse schriftstellerische und verlegerische Arbeit» bezeichnete er das Schaffen der Müllers und nannte die Gründung des «Frutigländers», einer weiteren Regionalzeitung im Berner Oberland, als einen «echten Geniestreich» von Frank Müller, Inhaber, CEO und Verlagsleiter der Müller Medien AG, der stellvertretend für seine ganze Belegschaft am letzten Dienstagabend im Schulhaus Turbach anlässlich der Generalversammlung der Kultur Region den Preis entgegennahm.

Raaflaub sagte zum Schluss seiner Laudatio, man müsse auch als kleiner Verlag mutig sein und nicht zu viel Respekt haben vor der Konkurrenz der grossen Verlage. Denn wie so oft sei auch in diesem Fall nicht die Grösse allein entscheidend.

Was man nicht aufschreibt, geht verloren
Für Frank Müller ist dieser Preis «eine sehr grosse Überraschung», sagte er selber und gab den Verdienst sogleich an alle seine Mitarbeitenden weiter. «Denn ohne gute Mitarbeiter wäre das alles gar nicht möglich!» Der Verleger betonte, dass es neben diesen vor allem treue Leser brauche und nicht zuletzt auch Autoren, die bereit seien, für die Veröffentlichung ihrer Werke selber Geld in die Hand zu nehmen. Denn anders als bei grossen Verlagen, die mit Bestsellern wie «Harry Potter» andere Erscheinungen mitfinanzierten, müsse in einem kleinen Verlag wie dem seinen jedes Buch selber finanziert werden. Für Müller ist klar: «Um Bücher verlegen zu können, braucht es Autoren!» Der Preisträger freute sich, in Kürze ein weiteres Buch seines Laudators Walter Raaflaub mit dem Titel «Taxi Geschichten – auf Umwegen ans Ziel» zu veröffentlichen. Darin erzählt der Autor Geschichten aus seiner Zeit als Taxifahrer in Gstaad.

Der verliehene Preis ist für Frank Müller Ansporn, auch in Zukunft Bücher zu verlegen, die vornehmlich das heimische Brauchtum, hiesige Traditionen und die regionale Kultur zum Inhalt haben. Und genau diese Punkte waren für den Verein «Kultur Region Obersimmental Saanenland Paysd’Enhaut» ausschlaggebend, um den Kulturpreis 2019 an die Müller Medien AG zu vergeben. «Es geht dabei um den Erhalt des kulturellen Erbes in der Region. Deshalb haben wir die Müller Medien AG für den Preis ausgewählt», begründete Präsidentin Erika Baumgartner die Wahl und fügte hinzu: «Wenn man solche Sachen nicht aufschreibt, gehen sie nämlich verloren!»

Präsident/in gesucht
Erika Baumgartner führte zügig durch die Generalversammlung des Vereins «Kultur Region Obersimmental Saanenland Pays-d’Enhaut». Die anwesenden Mitglieder, die laut Baumgartner «wesentlich zahlreicher erschienen sind, als wir das erwartet hatten», genehmigten sämtliche statutarischen Geschäfte diskussionslos. Das vergangene sei für den Verein eher ein «normales Jahr» gewesen, sagte sie. Man habe an acht Vorstandssitzungen zahlreiche Gesuche behandelt und «verschiedene, tolle Kulturprojekte in den drei Kulturregionen unterstützt». Baumgartner betonte, die Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur des Kantons Bern klappe hervorragend. 2018 wäre bereits das zweite Jahr des vereinbarten vierjährigen Leistungsvertrages gewesen. Der anwesende Amtsvorsteher Hans Ulrich Glarner bestätigte diese gute Zusammenarbeit.

Etwas Sorgen bereite ihr allerdings die Weiterführung des Präsidiums, so die Vorsitzende. Sie selber wolle dieses Amt nach zwei Amtsperioden à drei Jahren ab 2020 nicht mehr ausüben und eine interne Lösung im Vorstand sei leider nicht absehbar. Wer sich gerne im Vorstand der Kultur Region betätigen wolle, sei herzlich eingeladen, sich zu melden.

Der Verein schloss das letzte Geschäftsjahr mit einem geringfügigen Minus von 2519.50 Franken. Verschiedene Begünstigte dankten im Anschluss dem Verein für die Unterstützung. Nicht zuletzt auch Jules van Enckevort für «die sagenhafte Unterstützung der Zweisimmner Kulturnacht mit dem Motto Sagenhaftes». Und Markus Bachmann, Mitbegründer des Zweisimmen Jazz, nutzte die Möglichkeit nicht nur zum Dank, sondern erwähnte das Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bestehen mit «Mare Nostrum» Ende November 2019.

 

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