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Air-Glaciers steht vor Stellenabbau

Fr, 08. Mai. 2020

Am Dienstagabend kündigte der Verwaltungsrat der Air-Glaciers AG seinen Mitarbeitenden dringende Massnahmen zur finanziellen Stabilisierung des Unternehmens an, unter anderem die Eröffnung eines Massenentlassungsverfahrens. Das Worst-Case-Szenario könnte potenziell 60 der 146 Angestellten des Unternehmens betreffen. Inwieweit die Basis Gstaad-Saanenland betroffen ist, steht noch nicht fest.

Laut einer Medienmitteilung hat die Coronavirus-Krise bei der Air-Glaciers AG eine finanzielle Situation, die bereits angespannt ist, noch verschärft. Das Unternehmen leidet unter strukturellen finanziellen Verlusten im Fluggeschäft. Für das Geschäftsjahr 2019 zeichnet sich ein Verlust in Höhe von über Fr. 1,5 Mio. ab. Ohne die angekündigten Massnahmen zur Stabilisierung der Finanzen und angesichts der Coronavirus-Situation könnten die Verluste für das Geschäftsjahr 2020 die Existenz des Unternehmens gefährden.

Unterstützung durch Gewerkschaft
Um die Mitarbeitenden in dieser Krisenzeit zu unterstützen, wurde die Christliche Gewerkschaft des Wallis (SCIV) bereits im Vorfeld informiert und sie hat sich anerboten, die Mitarbeiter während dieses Prozesses zu begleiten. Wie im Verfahren zur Massenentlassung vorgesehen, steht der Arbeitnehmerschaft eine Frist bis zum Abend des 20. Mai 2020 zur Verfügung, damit diese und/oder ihre Vertreter Vorschläge unterbreiten können. Damit soll die Zahl der möglichen Kündigungen vermindert oder deren Folgen für das Personal reduziert werden.

Diese Vorschläge werden vom Verwaltungsrat geprüft. Noch vor Ende Mai 2020 sollen dann die zu treffenden Massnahmen definiert werden, wobei dabei die Vorschläge und Kompromisslösungen aus dem Konsultationsverfahren so weit als möglich berücksichtigt werden. Beim derzeitigen Stand der Dinge könnte das pessimistischste Szenario die Zahl von 60 Entlassungen oder Stellenstreichungen zum Gegenstand haben. Diese können alle Basen und derzeitigen Geschäftsaktivitäten betreffen. Heute hat das Unternehmen einen Personalbestand von 146 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Rettungs- und Transportdienste gewährleistet
Rettungs- und Transportdienste sind laut der Pressemitteilung weiterhin einsatzbereit und gesichert. Personen in Not, ob mit oder ohne Rettungskarte, können weiterhin uneingeschränkt auf die Dienste der Air-Glaciers zählen. Bei kommerziellen Flügen sei es allerdings aufgrund der derzeitigen gesundheitlichen und internationalen Situation unmöglich, einen Zeitplan für die Wiederaufnahme der Aktivitäten festzulegen.

Eingeschränkte Einsätze während des Lockdowns
Gemäss eines SRF-Berichtes stehen die Helikopter im Augenblick mehrheitlich am Boden. Touristische Flüge gebe es seit dem Lockdown keine mehr, die Rettungsflüge seien um 90 Prozent eingebrochen und die kommerziellen Flüge um 70 Prozent. Laut Flugbetriebsleiter Patrick Fauchère müsse die Crew dennoch als Service public anwesend sein. «Falls ein Erdrutsch, eine Lawine, oder ein Waldbrand passiert, muss die Crew auch noch bereit sein, und das haben wir geleistet.» Allerdings sei, so ergänzt Verwaltungsratspräsident Philipp Perren im gleichen Bericht, das Verhältnis der Mitarbeiter zum Gesamtumsatz sehr hoch, auch im Vergleich zur Branche, daher sei der geplante Stellenabbau nötig.

Zukunft der Basis Gstaad-Saanenland
Wie sich die Massenentlassung auf die sieben verschiedenen Standorte der Air-Glaciers auswirke, sei noch nicht geklärt. Allerdings war von Perren den Medien gegenüber zu vernehmen, dass es vonseiten des Verwaltungsrates nicht die Absicht sei, die Basen im Oberland aufzugeben.

An der 1989 gegründeten Basis Gstaad-Saanenland arbeiten gemäss Angaben auf der eigenen Homepage sieben Vollzeitmitarbeitende. Vom Saaner Flugplatz aus werden Transportflüge an schwer zugängliche Orte wie etwa Baustellen, Forstgebiete, Landwirtschaft und Berghütten angeboten. Es finden im Normalfall Taxi-, Rundund Schulungsflüge statt. Ein zweiter Helikopter ist tagsüber ausschliesslich für Rettungsflüge reserviert. Wie sich die Situation weiterentwickeln wird, wird auch für die hiesige Basis bis Ende Mai geklärt sein.

PR/SONJA WOLF

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